Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel US-Armee wirbt um zivile Angestellte

Erste Jobbörse der US-Garnison: Die Amerikaner werben auch um deutsche Arbeitnehmer für Stellen in zivilen Bereichen.
Erste Jobbörse der US-Garnison: Die Amerikaner werben auch um deutsche Arbeitnehmer für Stellen in zivilen Bereichen.

„Join US“, frei übersetzt als „Komm zur US-Armee“, ist überall zu lesen. Auf Plakaten, Aufstellern und Info-Flyern warb die rheinland-pfälzische Garnison der US-Armee um Mitarbeiter und Auszubildende in zivilen Bereichen. Mit dieser Jobbörse am Samstag im Congress Center Ramstein (CCR) stellte sie sich erstmals im Kreis Kaiserslautern öffentlichkeitswirksam dar. Mit Erfolg.

Vor dem Haupteingang des CCR parken zwei Quads und ein Auto der Militärpolizei mit blau-weißem Schriftzug. Auch die Feuerwehr ist mit einem Einsatzwagen präsent. Während einige Besucher der US-Jobbörse sich für die Fahrzeuge interessieren, drängen andere ins Innere des Hauses, wo sich im Untergeschoss mehr als zehn Fachbereiche präsentieren. Etwa zwei Stunden nach der Eröffnung sind alle Gesprächsplätze an den Stehtischen und fast alle Sitzgelegenheiten besetzt. Circa 20 US-Mitarbeiter und Interessenten sind in regem Austausch miteinander in Deutsch und Englisch.

Einer von ihnen ist George Brown, der für die Liegenschaften zuständig ist. „Bei uns arbeiten Ingenieure, Architekten und Handwerker. 95 Prozent davon sind Deutsche“, erzählt er. Unter anderem habe der demografische Wandel dafür gesorgt, dass viele Arbeitsplätze nicht besetzt seien. Er erachtet es als sehr wichtig, mit verschiedenen Angeboten nach außen zu treten. So könne man Jugendliche und Erwachsene erreichen und sie auf berufliche Perspektiven hinweisen. Dies geschehe ebenfalls über soziale Medien und die Presse, aber auch über den QR-Code auf den unterschiedlichen Werbemitteln.

Vielversprechende Gespräche

Wer ihn einscannt, öffnet eine Liste mit den freien Stellen. Das Spektrum reicht von Kraftfahrern, Elektrikern und Lagermitarbeitern über Bauinspektoren und Lehrer bis hin zu technischen Angestellten, Fachkräften für Arbeitssicherheit, Verwaltungsassistenten und IT-Spezialisten. Diese Liste werde ständig erneuert, berichtet Brown. Er habe schon zahlreiche vielversprechende Gespräche mit potenziellen Bewerbern geführt. Sie wollten wissen, wie sie sich bewerben können, ob auch Teilzeitarbeit möglich sei oder welche zusätzlichen Vorteile eine Anstellung verspreche. „Die Veranstaltung ist auf jeden Fall ein Erfolg“, findet er.

Rede und Antwort hat auch Monique Folz gestanden. Die angehende Kauffrau für Büromanagement hatte Kontakt zu vielen Schulabgängern, vier Ausbildungsstellen seien zu besetzen. „Sie haben Fragen zum Inhalt der Ausbildung gestellt, zu den Abläufen und den Voraussetzungen und ganz konkret, wie sie sich bewerben können. Sie waren sehr überrascht von den vielfältigen Aufgaben“, erzählt die junge Frau.

Sicheres Arbeitsverhältnis

Einer, der sich überhaupt nicht für eine Arbeitsstelle interessiert, ist der fünf Jahre alte Fynn. Er drückt viel lieber die Knöpfe des Feuerwehrautos, ein Fiat Panda mit Blaulichtanlage auf dem Dach, das im Untergeschoss parkt. Dabei ist Andreas Zell aus Mehlingen, der seit 2006 bei der US-Feuerwehr in Sembach beschäftigt ist. Der Gruppenführer schätzt das sichere Arbeitsverhältnis, das soziale Umfeld und dass „viel für die Mitarbeiter getan wird“. Er selbst ist nur als Begleitung gekommen, will sich jetzt noch etwas umschauen und „Hallo“ zu Feuerwehrkollegen sagen.

Dazu gehören Dirk Jung und Timo Theisinger, die in Miesau beschäftigt sind, jetzt aber neben dem Feuerwehrauto Ankommende begrüßen und gegebenenfalls nach drinnen auf die Ansprechpartner der anderen Fachbereiche verweisen. Auch sie berichten von einem starken Interesse von jungen Männern, die Genaueres zur Ausbildung und den Abläufen erfahren wollten. Die beiden Feuerwehrleute schätzen, dass sich von zehn Interessenten neun tatsächlich bewerben.

Veranstalter ist „überwältigt“

Etwa eine Stunde vor Ende der Jobmesse zeigt sich Organisator Daniel Nagel äußerst zufrieden: „Das Feedback ist überaus positiv. Es sind viele Interessenten gekommen. Ich bin überwältigt.“ Bereits eine Stunde nach der Öffnung sei ein Teil der Flyer vergriffen gewesen. Er sieht seine Vermutung, dass die Attraktivität der US-Armee als Arbeitgeber abgenommen habe, nicht bestätigt und kündigt an, dass man sich bei der Westricher Leistungsschau im April erneut der Öffentlichkeit präsentieren wolle.

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