Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Trippstadt: Unfallopfer erfahren viel Hilfsbereitschaft

Vor diesem Haus in der Trippstadter Hauptstraße kam es am 14. Juli zu einem Autounfall, bei dem zwei Frauen schwerste Verletzung
Vor diesem Haus in der Trippstadter Hauptstraße kam es am 14. Juli zu einem Autounfall, bei dem zwei Frauen schwerste Verletzungen erlitten haben. Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist groß. Archivfoto: VIEW

Auch wenn im Ort viele Gerüchte kursieren, ist nach Angaben der Polizei noch immer nicht definitiv geklärt, wer für den schweren Unfall am Kerwewochenende in Trippstadt verantwortlich ist. Derweil schlägt den beiden Unfallopfern, die noch immer im Krankenhaus liegen, eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen.

„Die Analysen laufen noch“, kann der Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz, Bernhard Christian Erfort, auf RHEINPFALZ-Anfrage von offizieller Seite noch keine neuen Erkenntnisse zum Unfallhergang vermelden. Unklar sei nach wie vor, ob nun der 18- oder der 19-jährige Mann am Steuer des roten Mitsubishi Eclipse gesessen hat, als dieser am späten Kerwesamstag die beiden Frauen in der belebten Hauptstraße erfasste. Durch die Wucht der Kollision wurde die Jüngere der beiden in die Schaufensterscheibe einer örtlichen Fahrschule geschleudert; die Frau verlor dadurch später ein Bein. Das ältere Unfallopfer, das von dem Wagen frontal erfasst worden war, erlitt schwerste Verletzungen und schwebte in Lebensgefahr. Die 48-Jährige sei inzwischen vernommen worden, berichtet Erfort. „Doch es geht ihr körperlich und psychisch nicht gut, ebenso wie der jüngeren Frau, die noch nicht vernommen wurde.“

Die jungen Männer, die beide keinen Führerschein besitzen, haben nach wie vor nicht zugegeben, wer in der Unfallnacht tatsächlich gefahren ist. Wie berichtet, beschuldigen sie sich gegenseitig.

7731 Euro wurden bereits für die beiden Unfallopfer gespendet

Trippstadts

Ortsbürgermeister Jens Specht ist dennoch zuversichtlich, dass „die Wahrheit ans Licht kommt“. Derweil sei die Anteilnahme in der Bevölkerung groß, freut sich der FWG-Politiker, dass auf dem Spendenkonto, das die Verbandsgemeinde Landstuhl für die beiden schwer verletzten Frauen eingerichtet hat, bereits 7731 Euro eingegangen sind. „Die Summe setzt sich aus 139 Einzelspenden zusammen“, berichtet der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt.

Die ältere der beiden Frauen hat sich am Dienstag über ihre Tante Gundula Mertens zu Wort gemeldet, weil sie sich bedanken möchte: „Für meine Nichte ist es unfassbar, wie viele Menschen Anteil an ihrem Schicksal nehmen und genommen haben“, berichtet sie. „Ob durch Kartengrüße, Nachrichten übers Handy oder auch persönlich.“ Viele Freunde, Arbeitskollegen, Bekannte und auch Gäste des Lokals, in dem die 48-Jährige vor ihrem Unfall als Bedienung gearbeitet hatte, hätten ihr Genesungswünsche gesandt oder sich mit Spenden beteiligt. „Dafür möchte meine Nichte allen herzlich ,Danke’ sagen.“ Ihr Dank gelte auch der hilfsbereiten Nachbarin, die sie unmittelbar nach dem Unfall vor Ort betreut habe, den weiteren Ersthelfern und „allen, die ihr Leben gerettet haben“. „Es ist kaum in Worte zu fassen, was man da empfindet!“, gibt Mertens die Gefühle ihrer Nichte wieder. Diese habe schwere Bauchverletzungen und zahlreiche komplizierte Knochenbrüche erlitten, liege in der Homburger Universitätsklinik in Schienen. „Im Kopf ist sie in Ordnung und sie kämpft“, berichtet Gundula Mertens. „Trotzdem wird sich die Genesung letztlich vielleicht Jahre hinziehen. Und als Bedienung wird meine Nichte wohl nie wieder arbeiten können.“

Wer den beiden Unfallopfern finanziell unter die Arme greifen möchte, kann aufs Konto der Verbandsgemeinde Landstuhl, IBAN DE94 5405 0220 0000 0000 83, spenden, Betreff „Spende Unfallopfer Trippstadt“. „Wir können allerdings keine Spendenquittung ausstellen“, sagt der Trippstadter Ortsbürgermeister.

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