Kreis Kaiserslautern
Tipps der Landfrauen für ein Menü zu Weihnachten oder Silvester
Wenn die Landfrauen auftischen, wird’s lecker. Das ist auch an Weihnachten oder bei der Silvesterparty nicht anders. Der Marktplatz regional hat in die Töpfe geschaut und Ideen für ein Festmenü, Raclette oder Fondue zusammengetragen. Vieles davon lässt sich vorbereiten, bevor die Gäste anklopfen.
Wenn Familie Albrecht aus Reichenbach-Steegen Weihnachten feiert, kann es vorkommen, dass bis zu 25 Personen am Tisch sitzen. Hausherrin Else Albrecht geht die Sache gelassen an. Die stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenkreisverbandes Kaiserslautern hat sich vorgenommen, ein Drei-Gang-Menü für vier bis sechs Personen mit einem bunten Salatteller als Vorspeise, gebackener Forelle mit Backofenkartoffeln und Brokkoli sowie einer Herrencreme als Dessert aufzutischen.
„Die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist das A und O“, meint sie. Schon am Vortag, besser aber am Morgen, hat sie die Forellen besorgt. „Die gibt es gesäubert und gewürzt als Kräuterforelle bei der Forellenzucht Schneider“, erzählt sie. Alternativ kann der Fisch, wie im „Lautrer Heimatkochbuch“ der Landfrauen beschrieben, auf Alufolie zubereitet werden.
Die Forelle gart eingepackt im Backofen
Dazu wird für jede Forelle ein Stück Alufolie mit Olivenöl bestrichen und der Fisch von innen und außen mit Pfeffer und Salz gewürzt. Gefüllt wird er mit zwei geschälten, in Scheiben geschnittenen Karotten, zwei in Ringe geschnittenen Lauchzwiebeln und zwei halbierten Knoblauchzehen. Anschließend werden 65 Gramm Kräuterbutter und eine halbe, in Scheiben geschnittene Zitrone auf dem Fisch verteilt. Über jede Forelle wird ein Schuss Weinwein gegeben, dann alles fest in die Folie verpackt. Im Backofen gart das Päckchen bei 175 Grad etwa 30 Minuten lang.
Schon am Morgen schält Albrecht die Kartoffeln und lässt sie gekühlt und komplett mit Wasser bedeckt stehen, um eine Braunfärbung zu verhindern. Derweil schneidet sie den Salat oder Chinakohl und sammelt die entnommenen Kerne des Granatapfels in einem Schüsselchen. Sie schneidet die Zwiebel in kleine Würfel, bevor sie die in feine Stifte geschnittenen Äpfel sofort mit dem Saft einer halben Zitrone beträufelt. Die halbierten, entkernten und geschälten Avocados werden ebenfalls mit Zitronensaft beträufelt. Kurz vor dem Servieren gibt sie Salz und frisch gemahlenen Pfeffer dazu, vermischt alles bis auf die Avocadoscheiben, die sie zum Garnieren zurückhält, und füllt die Vorspeise in flache Schalen. „Die Version mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft macht den Salat leicht und lässt uns die Gemüse- und Obststücke wunderbar schmecken“, sagt sie, wobei auch eine andere Salatsoße gewählt werden könne.
Auch die Kartoffeln kommen in den Ofen
Nun sind die geschälten Kartoffeln an der Reihe. Sie werden in Scheiben von etwa einem Zentimeter Dicke geschnitten und in dem erwärmten Kokosöl gut durchmischt. Albrecht verteilt sie auf zwei mit Backpapier ausgelegten Blechen, sodass sie nicht übereinander liegen, bestreut sie mit Salz und schiebt sie in den auf 180 Grad vorgeheizten Umluftofen. Nach 20 bis 25 Minuten sollten sie einen bräunlichen Rand haben. Dann werden sie gewendet und ihre andere Seite mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt. Bis sie gar sind, braucht es dann noch etwa zehn Minuten.
Kaum dass die Kartoffeln im Ofen sind, hat sie ein drittes Backblech mit Kokosöl bestrichen. „Es eignet sich auch ein anderes, gut erhitzbares Öl“, betont sie. Darauf legt die Landfrau die Forellen nebeneinander und schiebt das Blech zu den Kartoffeln in den Ofen. „Wenn ich die Kartoffelscheiben gewendet habe, gebe ich einen guten Schuss Weißwein an die Forellen“, kennt sie einen Tipp, wie sie besonders lecker werden. Der Vorteil dieser Zubereitung: Die Forellen werden mit den Kartoffeln gar sein.
Der Brokkoli wird bissfest gegart
Da fehlt nur noch der Brokkoli. Die Röschen werden abgeschnitten, die Stämme geschält und alles in einem Topf mit etwas Wasser und Salz bissfest auf dem Herd gegart. Parallel dazu röstet Albrecht die Mandeln, die, sobald sie goldbraun sind, vom Herd genommen werden.
Am Vortag hat die Hauswirtschaftsmeisterin schon die Herrencreme, die ebenfalls im Landfrauenkochbuch zu finden ist, zubereitet. Dazu werden das Puddingpulver, der Zucker und die Milch zu einem Pudding verarbeitet. In den abgekühlten Pudding werden der Rum – Albrecht nimmt meist etwas weniger, als im Rezept angegeben – und die grob gehackte Schokolade untergerührt. Dann wird die Sahne mit dem Sahnesteif und dem Vanillezucker steif geschlagen und unter den Pudding gehoben.
„Damit haben wir ein geschmacksintensives, leichtes Weihnachtsmenü mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, wertvollen Fetten und einem sahnig-sündigen Nachtisch. Die Zutaten sind fast alle aus unserer Region und überall erhältlich“, lautet Albrechts Fazit.
Die Landfrauen kochen regional und saisonal
Auch wenn die Landfrauen in ganz vielen Bereichen aktiv sind, nimmt das Kochen nach wie vor einen großen Raum im Programm ein. „Wir kochen mit Herz, regional und saisonal“, erzählen Vorsitzende Marianne Krahl und ihre Stellvertreterin Monika Meckler. Krahl muss sich in diesem Jahr keine Gedanken um das Festessen machen, denn sie ist bei ihm Sohn zu Truthahn, Knödel, Rotkohl und Maronen eingeladen.
Bei Mecklers wird Traditionelles zum Fest aufgetischt. Auf eine Rindfleischsuppe mit Markklößchen oder einen kleinen Salat folgt Entenbrust mit Orangen und Pilzen oder in Honig-Orangen-Soße jeweils mit selbstgemachten Semmelknödeln. Als Dessert wird ein Mousse au Chocolat gereicht. Dazu schmilzt sie 250 Gramm halbbittere Schokolade, in die zwei Eier mit dem Schneebesen untergerührt werden. Sie verzichtet auf den Teelöffel Kaffeepulver, gibt einen Schuss Cognac bei und hebt 250 Gramm geschlagene Sahne unter.
Wenn Familie und Freunde zum Fest oder zu Silvester eingeladen sind, sind bei beiden Frauen Fondue mit Fett oder mit Brühe und Raclette beliebt. Dazu gehören unabdingbar feine Dips und Aufstriche, die gut zu Fleisch oder Gemüse passen. Krahl kauft dann auch gerne Wachteleier, die sich als Spiegelei in einem Pfännchen gut machen. Wenn immer möglich, sind die Zutaten saisonal, regional und bestenfalls in Bio-Qualität.