Kreis Kaiserslautern Spaß an der Freud’

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Wer prominent ist, darf die fünfte Jahreszeit nicht ignorieren − schon gar nicht, wenn er demnächst Landrat werden möchte.

Es soll ja Politiker, Funktions- und Mandatsträger geben, die im grauen Alltag zum Lachen in den Keller gehen und sich dennoch scheppernd amüsieren, sobald eine Kamera auf sie hält. Ebenso anschaulich wie bestürzend lässt sich dies bei der Fernsehübertragung von Prunk- und Kappensitzungen, Fastnachtsumzügen und Karnevalsordensverleihungen studieren. In der Karnevalshochburg Westpfalz dagegen müssen sich Politiker nicht verstellen − und dürfen nach Herzenslust ihrem Spaß an der Freud’ frönen. Die beiden Bewerber fürs Amt des Lauterer Landrats ließen’s jedenfalls am vergangenen Wochenende ordentlich krachen. CDU-Bewerber Ralf Leßmeister zog’s zur Prunksitzung der Karnevalsunion Miesau (KUM). In der Turn- und Festhalle zeigte sich der 49-Jährige als farbenprächtiger Seeräuber. Ein Schelm, wer aus dieser Gewandung auf die eventuelle Abgabepolitik des Kreises zieht, sofern Leßmeister zum Nachfolger seines Richtung Ruhestand blickenden Parteifreunds Paul Junker gewählt werden sollte. Im heimischen Hütschenhausen, wo er das Amt des Ortsbürgermeisters bekleidet, finden die Fastnachtsveranstaltungen erst noch statt. Dort will Leßmeister „mehr so was in Richtung Highlander“ tragen. Auch der weiße Arztkittel des SPD-Landratskandidaten Martin Müller lässt durchaus an die Kreisfinanzen denken. Der Stadtbürgermeister von Otterberg hat bereits in jungen Jahren als Mitglied einer Tanzkapelle für gute Laune gesorgt. Neuerdings steigt er zusammen mit seiner Ehefrau (und Beamtenkollegin) Antje in die närrische Bütt. In der Vergangenheit waren die Müllers mal als Lord und Butler, mal als Ritter und Knappe zu erleben. Am vergangenen Samstag präsentierten sich der 54-Jährige und das ihm angetraute „Määnzer Mädche“ auf der Narrenbühne in Katzweiler als Arzt und Krankenschwester.

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