Kreis Kaiserslautern Selbst alteingesessene Firmen können noch gewinnen
Rund 50 Aussteller waren am Wochenende zur zweitägigen Gewerbeschau in Weilerbach in die Westpfalzschule gekommen. Ihr vornehmliches Ziel war, durch die Präsenz auf sich aufmerksam und ihre Angebote bekannter zu machen. Staatssekretär Hannes Kopf (SPD) vom rheinland-pfälzischen Justiz- und Verbraucherschutzministerium eröffnete die Messe.
stellte die Bedeutung solcher Schauen heraus und bezeichnete jene in Weilerbach als „Visitenkarte für die Wirtschaftskraft der Westpfalz“. „Man findet hier alles, was man auf Verbrauchermessen erwartet“, hielt er fest. Er unterstrich, dass die überwiegende Zahl der Geschäftsleute entweder aus Weilerbach und Umgebung stammt oder ihr Betrieb in der Gemeinde ansässig ist. Ebenso ging er auf die steigende Konkurrenz durch den Internethandel, dessen Nachteile sowie auf die Bedeutung des Meisterbriefes im Handwerk als „typisch deutsch“ ein. Dem Rundgang schloss sich neben Horst Bonhagen (SPD), Ortsbürgermeister und Schirmherr, und Harry Dinges als Vorsitzender des Gewerbevereines auch Landtagsabgeordneter Marcus Klein (CDU) an. Unter den Ausstellern waren auch Erika und Ernst Jung aus Erzenhausen mit ihrer Firma für Bodenbeläge nicht zum ersten Mal vertreten. Das Ehepaar zeigt Musterstücke von Teppichboden und Laminat und hatte auch Bücher und Kataloge mitgebracht. „Die Präsenz bringt schon einiges“, meinte der Chef. Im Nachhinein sei spürbar, dass Kunden einige Monate später aufgrund des Messebesuchs bei ihm vorbeischauen. Er nimmt diese Gelegenheit deshalb gerne wahr. „Obwohl unser Betrieb seit 30 Jahren besteht, gibt es immer noch Leute, die nicht gewusst haben, dass es uns gibt.“ Eine Tatsache, die für ihn selbst erstaunlich ist, zumal es sich nicht nur um Zugezogene handele. „Wir könnten nicht sagen, wir bleiben daheim“, machte er deutlich. „Die Gewerbeschau ist ein Schaufenster für so kleine Betriebe wie unseren.“ Zum ersten Mal dabei war Hörakustiker Denny Kirstein, dessen Betrieb in Otterberg ansässig ist. „Mal sehen, was dabei rumkommt.“ In der Halle zeigte sich ein abwechslungsreiches und fantasievolles Bild. Die Gärtnerei Janke hatte eine fast meditativ wirkende Urwaldlandschaft mit plätscherndem Wasserfall aufgebaut, gekrönt von verschiedensten Orchideen. Wenige Stände weiter war die Firma „heller und lauter“ aus Rodenbach mit einer festlichen Tafel mit Kerzenleuchtern, Stuhlhussen und Beleuchtung vertreten. „Unser Auftritt ist diesmal etwas größer“, berichtete Nadine Rhau, Ehefrau des Firmenchefs. Der Grund: Das erweiterte Angebot sollte bekannt gemacht werden. Zudem war einer der Buchstaben des Gewinnspiels an ihrem Stand versteckt.Michael Fischer, Vorsitzender des Gesangvereins 1884 Rodenbach, lief mit einer Teilnehmerkarte suchend durch die Halle; sie war erst etwa zur Hälfte ausgefüllt. „Ich lasse nicht locker und werde mich noch genauer umgucken“, erzählte er lachend. Die Lostrommel im Foyer hatte schon die ersten Karten geschluckt, die Gewinner wurden noch am selben Abend gezogen. Ebenfalls im Foyer waren der Flohmarkt von Kindern für Kinder und die Ruhezone mit Lesestoff angesiedelt. Eine Mutter hatte sich zum Vorlesen mit ihrem Nachwuchs auf einem Sitzsack niedergelassen. Gemütlich ging es auch im Außenbereich zu, wo sich ebenfalls Händler, Handwerker und Dienstleister bunt gemischt präsentierten. Erstmals mit einem Stand vertreten waren die Freiwillige Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde. Auf einem Monitor wurden Filme von deren Arbeit gezeigt, eine Puppe stand in voller Atemschutzausrüstung da und am Boden lagen Rettungsspreizer und -schere. „Die Feuerwehr ist so stark, dass sie ihren täglichen Aufgaben nachkommen kann“, versicherte der stellvertretende Wehrleiter Michael Herfurt. Dennoch wollte sie ehrenamtliche Helfer werben. „Wir sprechen jedes Alter zwischen 16 und 60 Jahren an.“ Auch das Geschlecht spiele keine Rolle. Einzige Voraussetzung sei das Beherrschen der deutschen Sprache, weil das Erteilen der Befehle ausschließlich in Deutsch erfolgt, verriet Herfurt und warf das Hydraulikaggregat an, das die Rettungswerkzeuge einsatzfähig macht. Als Bonhagen eines anhob, wunderte er sich: „Das ist schwer, zu schwer für mich zum Arbeiten.“ (lmo)