Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Sechs Kandidaten treten im Wahlkreis 46 zur Landtagswahl an

Bei der Landtagswahl gehen im Wahlkreis Kaiserslautern-Land sechs Direktkandidaten ins Rennen.
Bei der Landtagswahl gehen im Wahlkreis Kaiserslautern-Land sechs Direktkandidaten ins Rennen.

Im Wahlkreis 46 werden sich am 14. März sechs Kandidaten um ein Direktmandat für den rheinland-pfälzischen Landtag bewerben. Der Wahlausschuss hat die Vorschläge für die Landtagswahl zugelassen, teilte die Kreisverwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage mit.

Der neue Wahlkreis 46 (Kaiserslautern-Land) setzt sich aus den Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach zusammen. Das Gebiet der ehemaligen VG Otterbach, das 2016 noch zum Wahlkreis Kaiserslautern-Land gehörte, wurde nun dem Wahlkreis 45 zugeschlagen, zu dem neben der früheren VG Otterberg auch die VG Enkenbach-Alsenborn und Teile der Stadt Kaiserslautern zählen. Der neue Zuschnitt spiegelt aber nicht nur die Gebietsveränderungen wieder, sondern könnte sich auch auf das Wahlergebnis im Wahlkreis 46 auswirken, ist doch die eher rot gefärbte Verbandsgemeinde Otterbach nun nicht mehr dabei.

Sieben Parteien und politische Gruppierungen haben im Wahlkreis Kaiserslautern-Land Direktkandidaten aufgestellt. Allerdings hat ein Bewerber – Harald Lauer von der Linkspartei – diese Woche seinen Rückzug erklärt. Auf dem Wahlzettel wird der Name des Mackenbachers dennoch zu finden sein – da die Frist für Veränderungen bereits abgelaufen ist, schreibt das geltende Wahlrecht dies so vor.

SPD schickt Daniel Schäffner ins Rennen

Tatsächlich ins Rennen gehen daher im Wahlkreis 46 nur sechs Bewerber: Die SPD hat einstimmig Daniel Schäffner aus Mackenbach nominiert, der bereits seit eineinhalb Legislaturperioden im Mainzer Landtag sitzt. Der 39-jährige Diplom-Betriebswirt hatte im Februar 2014 als B-Kandidat die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Margit Mohr abgelöst, die sich vor Ende der Legislaturperiode aus der Politik zurückzog. 2016 gelang es ihm, sein Direktmandat im Landesparlament knapp gegen seinen CDU-Mitbewerber Marcus Klein aus Steinwenden zu verteidigen. Im Landtag ist Schäffner stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Medien, Digitale Infrastruktur und Netzpolitik sowie Vorsitzender des Ausschusses für Datenschutz. Seit 2019 hat der Vater zweier Kinder zudem in seinem Heimatort das Amt des Ortsbürgermeisters inne. Schäffners Ersatzbewerberin ist Anika Sedlmeier aus Stelzenberg von den Jusos.

Während er bei der letzten Landtagswahl noch weit hinten auf Platz 38 der Landesliste kandidierte, steht Schäffner dieses Mal dort auf Platz 18; diese günstige Position konnte er auf Landesebene erringen, nachdem Thomas Wansch (der im gemischten Stadt-/Kreis-Wahlkreis 45 kandidiert) im SPD-Unterbezirk seinen bisherigen Spitzenplatz mit Schäffner getauscht hatte. Der Mackenbacher hat damit nun bessere Aussichten, über die Landesliste in den Landtag einzuziehen – eine zweite Chance, falls es mit dem Direktmandat nicht klappen sollte.

Marcus Klein tritt für die Christdemokraten an

Denn Schäffner hat starke Konkurrenz, will doch CDU-Mann Marcus Klein seine Scharte auswetzen und dem Sozialdemokraten dieses Mal den Sieg im Wahlkreis 46 streitig machen. Der 44-jährige Steinwendener sitzt seit 2019 wieder im Mainzer Parlament – nachdem er bereits zwischen 2011 und 2016 dort ein Mandat hatte.

Doch die letzte Landtagswahl geriet für ihn zum Debakel und beendete die Mainzer Politkarriere des ehrgeizigen Juristen und langjährigen Kreisvorsitzenden der CDU ebenso jäh wie schmerzvoll: Zuerst unterlag er Schäffner im Ringen um das Direktmandat, dann misslang ihm auch über die Landesliste äußerst knapp der Einzug in den Landtag. Seine Partei erhielt 35 Mandate, Klein stand auf Platz 36. Doch nachdem er 2016 vom Pech verfolgt schien, hatte er 2019 Glück: Die Wahl des Westerwälder CDU-Abgeordneten Ralf Seekatz ins EU-Parlament und das Ausscheiden von dessen Nachrücker eröffnete ihm völlig unerwartet die Möglichkeit, in den Landtag nachzurücken – eine Chance, die Klein nicht verstreichen ließ. Dafür gab der Vater zweier Kinder seinen Posten als hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach auf, den er seit 2016 innehatte und erledigt seine Aufgaben dort seither im Ehrenamt.

In Mainz sitzt der Jurist im Rechtsausschuss, im Ausschuss für Gesundheit, Pflege und Demografie sowie in der Enquete-Kommission „Corona-Pandemie“. Auf der Landesliste der CDU steht Klein auf Platz 13. Sein B-Kandidat ist Mattia De Fazio von der Jungen Union in Landstuhl.

Grüne setzen auf den jungen Maximilian Kastner

Für Bündnis 90/Die Grünen geht Maximilian Kastner an den Start. Der 1994 in Herrenberg geborene BWL- und Informatikstudent lebt seit sechs Jahren in Kaiserslautern. Die Verbesserung des Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine bessere politische Einbindung der Jugend sind seine Themen. Einen B-Kandidaten hat er nicht.

Die FDP setzt auf Rüdiger König. Der Key-Account-Manager wurde 1976 geboren, lebt in Rodenbach und ist Mitglied im Verbandsgemeinderat Weilerbach und im Gemeinderat Rodenbach. Auch seine Partei hat keinen potenziellen Nachrücker nominiert.

Die Freien Wähler gehen mit David Nau ins Rennen. Der 36-jährige Bioland-Landwirt hat einen Sitz im Gemeinderat seines Heimatdorfs und im Verbandsgemeinderat Ramstein-Miesenbach. Als Ersatzbewerber fungiert Uwe Schlicher, der wie Nau aus Hütschenhausen kommt.

AfD mit Attila Sonal dabei

Die AfD hat erneut Attila Sonal aus Kaiserslautern als ihren Landtagskandidaten auf den Schild gehoben. Bei der Wahl vor vier Jahren trat der Diplom-Ingenieur, der 1948 in Istanbul geboren wurde, seit Anfang der 1970er Jahre in Kaiserslautern lebt und an der Technischen Universität beschäftigt war, schon einmal an, allerdings im gemischten Stadt-/Kreis-Wahlkreis; dort holte Sonal 12,3 Prozent der Stimmen. Er gehört zu den Männern der ersten Stunde des 2013 gegründeten AfD-Kreisverbands. Attila Sonal hat einen Sitz im Lauterer Stadtrat und ist dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Außerdem ist er im Kreisverband der Alternative für Deutschland, die von einer Doppelspitze geführt wird, gleichberechtigter Vorstandsvorsitzender. Sonals B-Kandidatin ist Ursule Isabelle Barendrecht aus Hütschenhausen.

x