Kreis Kaiserslautern
Schopp: Kinder bei Sommerferienprogramm auf den Spuren des Luchses
Jede Menge Rucksäcke stehen auf den Bänken vor dem Naturfreundehaus Finsterbrunnertal, Kinder tollen auf dem Spielplatz herum. Kühl ist es an diesem Dienstagmorgen. Perfektes Wetter, damit die kleinen Spürnasen sich auf die Spur des Luchses im Pfälzerwald begeben können. Diese Tour bieten die Naturfreunde Kaiserslautern für das Sommerferienprogramm der Verbandsgemeinde Landstuhl an.
Bevor es losgehen kann, steht die Vorbereitung auf dem Programm. Susanne Lorenz, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin fertigt noch schnell mit Klebeband und Stift Namensschilder an. „Das hier sind Lotte und Arco“, stellt Lorenz ihre beiden vierbeinigen Begleiter vor. Lotte und Arco, so erfahren die Kinder, sind Hütehundmischlinge und als Begleit- und Besuchshunde ausgebildet. Während sich die Kinder im Kreis aufstellen sollen, erobert Lotte das Herz einiger Mädchen. Geduldig lässt der Hund sich streicheln und legt sich neben die Kinder. Im Kreis geht in der Zwischenzeit ein Luchs als Kuscheltier herum.
Mit Luchs Lucky in der Hand
Jeder, der den Luchs hält, darf eine Frage zu dem Tier stellen oder aber auch berichten, was er schon weiß. „Der Luchs frisst seine Beute nie im Ganzen“, weiß Nico. Nelly wiederum möchte wissen, warum der Luchs Puschel an den Ohren hat. Dann geht es endlich los: „Wir verschwinden jetzt dahin, wo der Luchs lebt“, sagt Lorenz und marschiert mit ihrer Tochter Johanna, mit Arco und Lotte vorneweg.
Sofort führt der Weg steil nach oben, über den alpinen Klettersteig am Naturfreundehaus. So manche kleine und auch größere Spürnase klettert auf allen vieren die großen Stufen aus den Felsen hoch, weil die Beine einfach zu kurz sind. Nach etlichen Kurven, Klettereien und mit Hilfe des fest installierten Kletterseiles ist der Anstieg endlich geschafft. Lorenz erzählt den Kindern, dass im Pfälzerwald mittlerweile 17 Luchse ausgewildert wurden, aber nur noch 14 davon leben.
Die Naturführerin berichtet, dass der mitgebrachte Plüschluchs Lucky heißt – in Erinnerung an den ersten Luchs, der im Pfälzer Wald ausgewildert wurde. „Was ist mit ihm passiert?“, will Joshua wissen. Die Kinder erfahren, dass Lucky leider nicht aufgepasst hat, als er eine Straße überquert hat. „So, Essen einpacken, für das nächste Spiel braucht ihr beide Hände“, fordert Lorenz die Kinder auf. Während Lorenz mit ihrer Tochter Johanna und den beiden Hunden weiterläuft, erklärt Margarete Dahlke von den Naturfreunden den Kindern, was sie nun erwartet.
Die „Schlangen“ marschieren los
In drei Gruppen hintereinander aufgestellt, wird nur noch der Erste seine Augen benutzen können. Alle anderen bekommen nämlich eine Augenbinde. „Ihr haltet euch an den Schultern oder an der Hüfte, und der Erste jeder Gruppe warnt seine Nachfolger vor Wurzeln und Unebenheiten.“ Langsam marschieren die drei „Schlangen“ los.
„Das ist gar nicht so einfach“, stellt Dahlke fest und hilft, weil ein Kind seinen Vordermann verloren hat. Mittlerweile sind Lorenz und ihre Begleiter wieder zurück. Alle dürfen kurz die Augenbinde abnehmen. „Na, habt ihr gespürt, wie gut der Erste in der Reihe sehen muss und wie gut ihr hören müsst, damit ihr alles mitkriegt?“, will sie wissen. Dass der Luchs hervorragende Ohren und sehr gute Augen hat, erklärt Lorenz den Kindern.
Schleichen wie ein Luchs
Nun wird es schwieriger. Die Kinder sollen, wieder hintereinander mit Augenbinde, den Weg verlassen. „Hui ist der Boden weich“, sind sich alle einig, obwohl sie nichts sehen können. „Seht ihr, jetzt habt ihr automatisch auch das Schleichen geübt wie ein Luchs“, lobt Lorenz. Die Augenbinden dürfen ab und die Spürnasen schauen sich um. „Was sind das für Papiere?“, will Nelly wissen. Weiter oben am Hang ragt nämlich eine Karte aus dem Moos, auch zwischen den Heidelbeerzweigen entdecken die Kinder Bilder. „Die sollt ihr jetzt suchen“, erklärt Lorenz, „es gibt leichte und schwere Verstecke.“
Nach und nach bringen die Kinder neben Bildern von Pilzen, Moosen und Tieren auch Trittsiegel und sogar einen Rehfuß mit. „Ist der echt?“, will Nelly wissen. „Na klar“, meint Lorenz. Nun erfahren die Kinder, welche Spuren ein Reh und ein Hirsch hinterlassen und was die Leibspeise des Luchses ist: „Reh“, weiß Nico. Langsam geht es über den Berg wieder zurück zu den Naturfreunden im Finsterbrunnertal.