Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Reichenbach-Steegen: Physik-Ass Nils Wagner auch auf Bundesebene erfolgreich

Erster Platz: Nils Wagner aus Reichenbach-Steegen bei der Preisverleihung von „Jugend forscht“ in Chemnitz. Foto: Stiftung Jugen
Erster Platz: Nils Wagner aus Reichenbach-Steegen bei der Preisverleihung von »Jugend forscht« in Chemnitz.

Neues über die Umwelt, die ihn umgibt, herauszufinden und daraus Gesetzmäßigkeiten abzuleiten, das fasziniert Nils Wagner. Die Forscherneugier hat dem mittlerweile 20-jährigen Studenten aus Reichenbach-Steegen in diesem Jahr den Bundessieg bei „Jugend forscht“ im Fach Physik eingebracht.

Reichenbach-Steegen. Sein Forschungsgebiet: rotierende Flugobjekte, die mehr sein können als bloße Spielzeuge. Ein Youtube-Video brachte Nils Wagner dazu, sich in seinem letzten Schuljahr eingehender mit fliegenden Gyroskopen, also Körpern, die sich sehr schnell drehen und dadurch stabil in der Luft liegen, auseinanderzusetzen. Nachdem er einen Film über das Freizeit-Wurfgerät X-Zylo gesehen hatte, „das erstaunlich gut geflogen ist“, suchte der damalige Schüler des Reichswald-Gymnasiums Ramstein-Miesenbach nach weiteren Informationen zu diesem zylindrischen Flugkörper, der ähnlich einem Football geworfen werden kann. Als er nicht fündig wurde, beschloss er, selbst darüber zu forschen. Das war 2017.

Unterstützt von seinem Physiklehrer Hermann Steffen erarbeitete Wagner, der 2018 sein Abitur ablegte, in der Folge ein Projekt, um die Trajektorie, die Flugbahn, möglichst genau zu berechnen. Mit diesem nahm er dann bei „Jugend forscht“ teil. Dass er damit auf Bundesebene würde gewinnen können, hätte er nicht erwartet. „Beim Landeswettbewerb gab es noch größere Probleme“, berichtet er. Die habe er aber bis zum Bundeswettbewerb lösen können.

Forschung in der Sporthalle

Entscheidend für den Sieg sei wohl der große Eigenanteil bei der Versuchsanordnung gewesen. „Es ist eigentlich alles auf meinem Mist gewachsen“, sagt er lachend. So hat er Strömungssimulationen entwickelt, ein Programm geschrieben, das die Flugbahn berechnet und nicht zuletzt eine Abschussvorrichtung gebaut, mit der die theoretisch ermittelten Werte praktisch überprüft werden konnten.

Um dafür immer weitestgehend gleiche Bedingungen zu haben und Umwelteinflüsse zu minimieren, baute er das Gerät in der Sporthalle seiner Schule auf. Der Hausmeister, Jürgen Knobloch, habe ihm dafür immer eigens aufgeschlossen, freut sich Wagner.

Der Pfälzer studiert in München

Dass er sich nach seinem Abitur für ein Studium der Physik an der Technischen Universität in München entschieden hat, verwundert angesichts dieser Erfolge nicht. Die Strömungsmechanik interessiert den Pfälzer auch an der Universität immer mehr. Früher habe er sich eher für Astrophysik begeistert, aber jetzt fasziniere es ihn, das physikalische Verhalten von Gasen und Flüssigkeiten, das sehr komplex sei, zu untersuchen.

Zunächst hat er es in seinem Studium allerdings mit den Grundlagen der Physik zu tun, die Spezialisierung kommt später. Aber ihm gefällt es grundsätzlich, „neue Sachen über unsere Umwelt herauszufinden“, auch wenn er das für das Studium notwendige Arbeitspensum etwas geringer eingeschätzt hätte. „Aber es macht Spaß, auch wenn es anstrengend ist“, findet der Nachwuchsforscher aus Reichenbach-Steegen.

Bester Platz: Seine selbst konstruierte Abschussvorrichtung kam vor allem in der Turnhalle des Reichswald-Gymnasiums zum Einsatz
Bester Platz: Seine selbst konstruierte Abschussvorrichtung kam vor allem in der Turnhalle des Reichswald-Gymnasiums zum Einsatz, um störenden Umwelteinflüssen aus dem Weg zu gehen.
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