Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Angebot für Senioren: eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Packen das Projekt gemeinsam an: Alexander Kerbel und seine Tochter Malwina sind von ihrem Konzept des gemeinsamen Wohnens in kl
Packen das Projekt gemeinsam an: Alexander Kerbel und seine Tochter Malwina sind von ihrem Konzept des gemeinsamen Wohnens in kleinerer Gemeinschaft überzeugt.

Familiäre Wohngemeinschaft statt anonymeres Seniorenheim, das ist die Idee von Alltagsbegleiter Alexander Kerbel. Er verrät, wie das genau funktionieren soll.

Damit, ältere Menschen in ihrem Zuhause zu unterstützen, hat Alexander Kerbel bereits Erfahrung. Zunächst im Ein-Mann-Betrieb hat er für Senioren, die noch alleine leben können, aber bei manchem Hilfe brauchen, eingekauft, die Wohnung gereinigt, gekocht, ist mit ihnen zum Arzt gefahren oder spazieren gegangen und hat zum Beispiel ihr Gedächtnis trainiert. Mittlerweile beschäftigt sein Unternehmen ABK – Alltagsbegleitung und Betreuungsdienst Kerbel (ABK) –, dessen Geschäftsführer er ist und das seinen Sitz in Ramstein-Miesenbach hat, um die 30 Mitarbeiter.

Bei seiner Arbeit habe er aber immer wieder gemerkt, dass bei vielen Senioren der Punkt kommt, an dem sie trotz dieser Hilfe nicht mehr alleine in den eigenen vier Wänden bleiben können. „Deshalb entstand der Wunsch, so etwas wie eine Wohngemeinschaft mit einer 24/7-Betreuung zu gründen“, berichtet der 50-Jährige. Als dann ein Bauherr, der in Hütschenhausen ein Haus mit Praxis-, Büro- und Wohnräumen errichten wollte, auf ihn zukam, ergriff Kerbel die Gelegenheit und entwickelte im Sommer des vergangenen Jahres ein konkretes Konzept. Unterstützt wurde er dabei von Anfang an von seiner Tochter Malwina, die Soziale Arbeit studiert hat. Gemeinsam recherchierten sie, welche Auflagen sie erfüllen müssen, um ihren „Herzenswunsch“ von einer Wohn- Pflege-Gemeinschaft (WPG) wahr werden zu lassen. „Im Januar haben wir alles ans Ministerium geschickt“, berichtet Malwina Kerbel, seit Mitte April liege die Genehmigung vor. Da sie aber noch abwarten wollten, bis am Haus alles fertiggestellt war, fangen sie nun erst mit der intensiven Werbung an. Einen Namen für das Wohnprojekt haben sie jedoch schon: WPG „Am Kranichwoog“. Das Gebäude befindet sich nämlich in der Nähe der Hauptstuhler Straße, von der wiederum der Natura-2000-Weg zum Aussichtsturm mit Blick auf den Kranichwoog abzweigt.

Soll zum zentralen Treffpunkt werden: In der offenen Küche, dem Essbereich und einem Wohnzimmer können die Bewohner der Wohn-Pfl
Soll zum zentralen Treffpunkt werden: In der offenen Küche, dem Essbereich und einem Wohnzimmer können die Bewohner der Wohn-Pflege-Gemeinschaft zusammenkommen.

Mithelfen erwünscht

Sieben Plätze in sechs Zimmern bietet die WPG in der ersten und zweiten Etage des Hauses, das über einen Aufzug verfügt und in dessen Erdgeschoss sich eine Hausarztpraxis befindet. Das kleinste und das Doppelzimmer verfügen über ein eigenes Bad, die Bewohner der vier rund 20 Quadratmeter großen Einzelzimmer teilen sich jeweils zu zweit einen großzügig geschnittenen Sanitärraum. Eine für jeden individuell einstellbare Klima- und Heizanlage sorge in allen Räumen für angenehme Temperaturen, sagen die Kerbels.

Das Zentrum der Wohngemeinschaft aber soll die zum Esszimmer offene Küche werden. Ein großer Holztisch vor der Koch- und Arbeitsfläche lädt zum gemeinsamen Essen, Spielen oder Erzählen ein. Im daneben gelegenen Wohnzimmer können die Bewohner ebenfalls zusammenkommen. „Wir wollen, dass die Leute sich hier heimisch fühlen“, sagt Malwina Kerbel und ihr Vater fügt hinzu: „Sie sollen das Familiäre eines Zuhauses spüren und merken, dass sie nicht abgeschoben wurden.“ Dazu soll auch beitragen, dass die Bewohner ihre eigenen Möbel mitbringen.

Anders als in größeren Einrichtungen, in denen das vielleicht nicht immer möglich sei, solle in der WPG auf individuelle Wünsche eingegangen werden. Das Motto laute: „Wir unterstützen uns gegenseitig.“ Ausdrücklich erwünscht ist es, dass die zukünftigen Bewohner mithelfen. „Wer will, kann mitkochen oder seine Wäsche selbst zusammenlegen“, nennt Malwina Kerbel, die, sobald sie staatlich anerkannt ist, im Haus arbeiten wird, Beispiele. Eine Pflicht sei das aber natürlich nicht.

Kooperation mit ambulantem Pflegedienst

Betreut werden die Bewohner, die nicht bettlägerig sein dürfen, rund um die Uhr, also auch nachts. Nachmittags möchten die Kerbels ein Programm anbieten. Das könnten Singen, Gedächtnistraining oder auch Ausflüge sein, zählt der ABK-Geschäftsführer auf. Ein ambulanter Pflegedienst, so ist es vorgesehen, kommt je nach Bedarf ein- oder mehrmals am Tag vorbei und kümmert sich um diejenigen, die in diesem Bereich Hilfe benötigen, zum Beispiel bei der Einnahme von Medikamenten. Denn dafür seien die Alltagsbegleiter nicht qualifiziert, stellen die Kerbels klar.

Interessenten gebe es bereits für die WPG. Bei einem Infotag und einem Besichtigungstermin konnten Bürger einen ersten Eindruck von dem Projekt gewinnen. Wer mehr Informationen dazu haben möchte, zum Beispiel auch zu den Kosten, kann sich an das ABK-Büro wenden, Telefon 06371 4989329, oder einen Blick auf die Homepage unter www.abk-ramstein.de werfen.

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