Trippstadt
Nach großem Biker-Treffen Parkplatz in Johanniskreuz ab sofort voll gesperrt
„Ich habe ja größtes Verständnis, dass es die Menschen an einem sonnigen Wochenende nach draußen zieht. Allerdings sollten wir uns in dieser schwierigen Corona-Krise alle, auch die Biker, an die Vorgaben und kontakteinschränkenden Maßnahmen halten“, so Leßmeister auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Gegen einzelne Motorradausfahrten, insbesondere mit Integralhelmen, ist ja überhaupt nichts einzuwenden, aber bitte ohne gemeinsame und distanzlose Pausenstopps bei Kaffee oder anderen Kaltgetränken!“
Um weitere Massentreffen vor dem geöffneten Imbiss im Motorradfahrer-Mekka Johanniskreuz von vorneherein zu verhindern, hat die Kreisverwaltung Kaiserslautern in Absprache mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Landstuhl die Sperrung des Parkplatzes, der sich im Eigentum des Landkreises befindet, verfügt. Absperrgitter und Verbotsschilder wurden aufgestellt. Die Zufahrt und Zugänglichkeit des Hotels und des Gastronomiebetriebs werde weiterhin gewährleistet, so die Behörden.
„Verstöße werden konsequent geahndet“
Des Weiteren wurde laut Landrat Leßmeister vereinbart, dass Polizei und Ordnungsamt in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt kontrollieren. „Verstöße gegen die zurzeit geltende Corona-Bekämpfungsverordnung werden konsequent geahndet“, unterstreicht er. Auch der Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern sei informiert und werde die Maßnahmen unterstützen.
Motorradfahren sei in Rheinland-Pfalz eigentlich auch „coronakonform“, betont das Polizeipräsidium Westpfalz. „Man hat genügend Abstand zu anderen Menschen, körperlicher Kontakt findet nicht statt, Helm oder Halstuch hemmen die Verbreitung der Erreger. Was beim Motorradfahren in Zeiten von Corona aber nicht passieren sollte, sind Situationen wie am vergangenen Samstag auf dem Parkplatz Johanniskreuz.“ Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Abstandsfrage, sondern um die Vermeidung von Menschenansammlungen generell. Wenn zwei Personen auf einem Parkplatz stünden, sollte man weiterfahren und sich eine andere Stelle zum Anhalten suchen, appelliert die Polizei an die Vernunft der Biker.
Streckensperrungen und weitere Verbote drohen
„So kann jeder dazu beitragen, dass trotz der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie das Motorradfahren weiterhin erlaubt bleibt.“ Denn: Sollten die Ordnungsbehörden weiterhin Ansammlungen von Motorradfahrern registrieren, drohe eine Verschärfung der Regeln, die auch Motorradfahrer in Form von Streckensperrungen oder Verbot von Freizeitfahrten treffen könnten, warnt das Präsidium. „Benzingespräche“ und Erfahrungsaustausch in größerer Runde sollten erst wieder stattfinden, wenn die Beschränkungen aufgehoben sind.
„Je disziplinierter wir uns in den nächsten Tagen und Wochen verhalten, umso schneller werden wir die Krise gemeinsam überwinden und irgendwann wieder zur Normalität zurückfinden können“, bringt es der Landrat auf den Punkt.
Kommentar
Unglaublich, aber wahr: Trotz der zahllosen Warnungen und Appelle von Medizinern und Politikern in den Medien haben manche Zeitgenossen immer noch nicht den Schuss gehört und benehmen sich in ihrer Freizeit, als sei nichts geschehen. So auch die Motorradfahrer, die sich in Scharen am Samstag vor dem Imbiss in Johanniskreuz tummelten und sich sodann auf ihre Maschinen schwangen, um – womöglich mit dem Virus im Gepäck – in alle Himmelsrichtungen zu verschwinden. Das ist nicht nur gedankenlos, sondern Egoismus pur. Wir alle sehnen uns nach der Rückkehr der Normalität, doch Menschen wie diese Biker werden durch ihr uneinsichtiges Verhalten womöglich dafür sorgen, dass diese noch lange auf sich warten lässt – und alle, auch die Vernünftigen, darunter zu leiden haben.
Dass die Behörden den Parkplatz gesperrt haben, war denn auch die einzig richtige Entscheidung. Schließlich steht uns in den nächsten Tagen ideales Biker-Wetter ins Haus. Und das Beispiel Johanniskreuz hat ja gezeigt: Appelle allein fruchten offensichtlich nichts.