Kreis Kaiserslautern „Manchmal stößt man eben an Grenzen“

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LANDSTUHL. Erst im Sommer 2016 installiert, hat der Inklusionsbeirat der Verbandsgemeinde Landstuhl bereits einiges in Angriff genommen. „Wir profitieren vom Standort“, ist Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt (CDU) überzeugt, der auch als Vorsitzender des Inklusionsbeirats fungiert. „Es ist wirklich von Vorteil, dass hier in Landstuhl Einrichtungen des Ökumenischen Gemeinschaftswerks angesiedelt sind.“

So bringen sich nicht nur drei beeinträchtigte Personen, sondern auch drei Mitarbeiter der Reha Westpfalz und der Westpfalz-Werkstätten in das Gremium ein. „Sie haben einen anderen Blick auf die Dinge und können aufgrund ihrer Erfahrungen wichtige Hinweise geben“, sagt Degenhardt. Ein großes Thema sei nach wie vor die Barrierefreiheit. „Hier wurde in den vergangenen Jahren zwar schon vieles auf den Weg gebracht, trotzdem gibt es mancherorts noch Hindernisse“, räumt er ein. Eines dieser Hindernisse wurde erst gerade behoben, mit dem umgebauten hinteren Zugang zum Rathaus in Landstuhl können nun auch beeinträchtigte Menschen leichter in die Verwaltung kommen. „Um wirklich barrierefrei zu sein, war die alte Rampe zu steil. Die neue erleichtert nun den Zugang, da sie ums Eck gebaut wurde und dadurch flacher ist. Außerdem verfügt sie über ein Geländer.“ Ein Problem stelle allerdings noch die Tür dar. Hier seien Rollstuhlfahrer auf Hilfe angewiesen. Entweder müsse zusätzlich zur Klingel eine Sprechanlage installiert werden „oder noch besser ein Druckknopf, mit dem sich die Tür öffnen lässt. Auch wenn das ein paar tausend Euro kostet“, sagt der Bürgermeister. Dass öffentliche Gebäude längst nicht überall barrierefrei zu erreichen sind, zeige sich auch am Amtsgericht Landstuhl. Damit habe sich der Inklusionsbeirat auf Anregung einer behinderten Frau beschäftigt und das Gespräch mit der Direktorin des Amtsgerichts, Angelika Jansen-Siegfried, gesucht, berichtet Degenhardt. „Dabei haben wir erfahren, dass ein gläserner Aufzugsturm geplant ist, der bis ins Obergeschoss führt und von außen angefordert werden kann.“ Allerdings blieb noch die Frage nach einem nahe gelegenen Behinderten-Parkplatz. Auch da hätten die Planer des Landesbetriebs LBB eine Lösung gefunden. Er soll am bestehenden Eingang ausgewiesen werden.“ Einen Aufzug würde auch ein Oberarnbacher gern an der Arnbachhalle sehen, da er ansonsten aufgrund seiner Behinderung nicht an den Ratssitzungen im ersten Stock teilnehmen kann. Doch die Maßnahme würde eine sechsstellige Summe verschlingen und sei deshalb nicht realisierbar, so Degenhardt. Ein Weg habe sich trotzdem gefunden, der alle Beteiligten zufrieden stellt. „Wenn der beeinträchtigte Mann seine Teilnahme rechtzeitig ankündigt, ist der Ortsbürgermeister gern bereit, die Sitzung ins barrierefrei erreichbare Erdgeschoss zu verlegen.“ Ein weiteres Projekt hat bereits konkrete Formen angenommen: der Umbau des ehemaligen Pfarrheims in Kindsbach zu einem Dorfgemeinschaftshaus. Auch hier wird Barrierefreiheit groß geschrieben, mit einer Rampe, einem entsprechend konzipierten Eingang und einem Behinderten-WC. „Experten haben uns vor Augen geführt, dass ein gemeinsamer Eingang erstrebenswert wäre. Aber das lässt sich in Kindsbach leider nicht machen. Manchmal stößt man eben an Grenzen“, sagt Peter Degenhardt, zeigt sich jedoch zufrieden mit dem, was der Inklusionsbeirat innerhalb relativ kurzer Zeit erreicht hat. „Wir sind offen für Anträge und Anregungen, ob sie aus der Stadt oder den Ortsgemeinden kommen. Allerdings sollten sie uns rechtzeitig vorgelegt werden.“

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