Kreis Kaiserslautern Maler und Kunsterzieher
Er zählte zu den Nach- oder Spätimpressionisten und hatte mit Franz von Stuck einen Lehrer, der auch Paul Klee und Wassily Kandinsky unterrichtete: der Ramsteiner Maler und Kunsterzieher Richard Mund.
Am 19. Januar 1885 in Ramstein geboren, begab sich Mund wie viele seiner Landsleute in die bayerische Landeshauptstadt, um an der Münchener Akademie der bildenden Künste zu studieren. Nach dem Matrikelbuch schrieb er sich im Mai 1908 bei dem Akademieleiter Franz von Stuck ein, zu dessen Schülern sogar Paul Klee und Wassily Kandinsky in ihren Anfängen gehörten. Zu seinen Mitschülern bei dem renommierten Lehrer zählten der Vorderpfälzer Hans Purrmann und der Saarpfälzer Albert Weisgerber, die später über die Region hinaus bekannt wurden. Mund empfing von Franz von Stuck wesentliche Anregungen für das eigene künstlerische Schaffen und ließ sich nach dem Studium zunächst als freier Maler in Edenkoben nieder. 1913 kam Mund als Zeichenlehrer an die Schule des Kadettenkorps in München und betätigte sich außerdem als Leiter einer Abendschule, die Malerei unterrichtete. 1916 wurde der Pädagoge zum Heer eingezogen. Nach dem Ersten Weltkrieg heiratete Mund und wurde 1920 als Kunsterzieher am Münchener Maximiliansgymnasium eingestellt. Diese Funktion behielt der Studienprofessor bis zu seiner Pensionierung bei. In seiner Freizeit widmete sich Mund weiterhin der Malerei. Mit seinen Arbeiten gehörte er zu den Nach- und Spätimpressionisten. Diese Richtung der Kunst sucht den flüchtigen Eindruck von Licht und Farbe wiederzugeben. Landschaften, Figuren und Gegenstände werden nicht in ihrer tatsächlichen Erscheinung dargestellt, sondern in einer von Licht und Raum bedingten Empfindung. Der Impressionismus berücksichtigt zwar noch die Farbe, aber nicht mehr ihre geschlossene Form. Dies wurde besonders bei zwei Gemälden deutlich, die in der Ausstellung „Franz von Stuck und seine Schüler“ in München zu sehen waren. Es handelte sich um ein Selbstbildnis und ein Landschaftsbild von Grins in Tirol, wo die Munds ein Sommerhaus besaßen. Obwohl Munds Werke vielfach in Privatbesitz und öffentliche Sammlungen übergingen, fand sein Schaffen nicht das verdiente Echo. Zwei Ereignisse mögen zu diesem Umstand beigetragen haben: Weil er sich weigerte, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Reichskunstkammer beizutreten, durfte er ab 1933 nicht mehr ausstellen. Außerdem wurden 1944 bei einem Fliegerangriff auf München hunderte seiner Ölbilder in seinem Atelier zerstört. Richard Mund starb am 2. Dezember 1968 im Alter von 83 Jahren und wurde auf dem Nordfriedhof in München beigesetzt. (khs)