Kreis Kaiserslautern Kreis Kompakt: Betrugsverdacht: An Lkw-Motor manipuliert

Beamte des Schwerverkehrskontrolltrupps beim Polizeipräsidium Westpfalz haben, wie die Polizei gestern Nachmittag mitteilte, bereits am Donnerstagnachmittag ein Ermittlungsverfahren gegen einen Lastwagenfahrer aus Polen eingeleitet. Der Mann steht unter Betrugsverdacht. Die Kontrolle hatte laut Polizei ergeben, dass die sogenannte Ad-Blue-Anlage seines Sattelzugs manipuliert war. Bei der Kontrolle im Gewerbepark Sembach stellten die Polizisten im Motorraum des Lastwagens einen sogenannten AdBlue-Blocker fest. Das Gerät war hinter die Zentralelektrik eingebaut. Ein solcher Ad-Blue-Blocker simuliert, wie die Polizei erläutert, eine Zuführung des chemischen Stoffs und überbrückt die elektronische Drosselung des Fahrzeugs bei einem Mangel dieser Substanz. Bei AdBlue handele es sich um eine Harnstofflösung, die den Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselmotoren reduziert. Eine solche Manipulation erspart dem Unternehmer die Kosten für AdBlue und auch höhere Mautgebühren. Die Höhe der Maut richtet sich nämlich nach der Einstufung des Fahrzeugs in die entsprechende Emissionsgruppe. Durch eine derartige Manipulation entsprechen die Abgaswerte nicht mehr der eingetragenen Emissionsgruppe. In einer Fachwerkstatt ließ die Polizei das Gerät ausbauen und stellte es als Beweismittel sicher. Insgesamt könne von einer Kostenersparnis von mehreren Tausend Euro ausgegangen werden. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ließ die Polizei von dem Fahrzeugführer eine Sicherheitsleistung von 500 Euro entrichten. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer wurde bereits eingeleitet. Der Halter des Lastwagens muss, wie die Polizei weiter mitteilt, ebenfalls mit einem Strafverfahren rechnen. |cha