Kreis Kaiserslautern Kalte Westpfalz statt warmer Süden

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Im Stockborner Bruch tummeln sich derzeit zwei Hausrotschwänzchen. Ungewöhnlich! Der Hausrotschwanz bevorzugt als Winterquartier den Mittelmeerraum und mildere atlantische Breiten, nicht aber die kalte Westpfalz. Da stellt sich die Frage: Schon zurück aus der Wärme oder gleich ganz daheim geblieben?

„Die Beobachtung der eindeutig adulten männlichen Hausrotschwänzchen im Januar ist schon etwas Besonderes“, beurteilt Alfred Klein vom Naturschutzbund (NABU) Weilerbach die Anwesenheit der Vögel. Ganz erklären kann er sich nicht, warum die Zugvögel, die normalerweise spätestens im November Richtung Süden fliegen und nicht vor Februar zurückkehren, schon im Januar munter Revier beziehen. Der Standort in der Nähe eines Bauernhofes im Stockborner Bruch hat aus Sicht der Vögel offenbar viel Charme. „Wo es Kühe und Pferde gibt, sind Mücken nicht weit“, kommt der Vogelkenner auf die bevorzugte Nahrungsquelle des Hausrotschwanzes zu sprechen. Nun ist die Mücke auch nicht gerade ein Freund des Winters, aber auch sie fühlt sich in diesem Jahr offensichtlich trotz Eis und Schnee wohl. „Die Wintermücke ,Trichocera annulata’ kommt derzeit in Unmengen vor und tanzt, sobald die Sonne ein klein wenig scheint, durch die Luft“, hat Klein das fliegende Futterangebot beobachtet. Praktischerweise hat die Mücke glycerinähnliche Substanzen in ihren Körperflüssigkeiten und läuft nicht Gefahr im Frost zu erstarren. Somit findet der Hausrotschwanz auf jeden Fall Nahrung. Ob die Vögel nun allerdings bereits aus dem Süden zurück sind oder etwa gar nicht auf der Reise waren, das werden sie wohl nicht verraten. Ein Blick in Aufzeichnungen von Alfred Klein zeigt: Es gab auch in der Vergangenheit schon Hausrotschwänze, die sich im winterlichen Stockborner Bruch gezeigt haben. „2012 habe ich im Dezember und 2015 Anfang Januar jeweils einen männlichen Hausrotschwanz an derselben Stelle gesehen“, schließt Klein nicht ganz aus, dass es sich bei dem Areal mit offenen Wiesen nahe der Lauter vielleicht doch um ein Überwinterungsgebiet für den Hausrotschwanz handeln könnte. |thea

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