Steinwenden Helmut Lösch gestorben
Helmut Lösch stammte aus einer alten Küferfamilie. Neun Generationen betrieben seine Vorfahren zunächst in Fockenberg-Limbach, ab 1850 in Steinwenden das Küferhandwerk. Auch Helmut Lösch erlernte diesen Beruf. 1954 legte er in Reutlingen seine Meisterprüfung ab. Im gleichen Jahr starb sein Vater, so dass er als 23-Jähriger dessen Betrieb weiterführen musste. Bald sah er, dass seinem Handwerk in der Westpfalz auf Dauer keine Existenz sichernde Zukunft beschieden sein würde.
In Ober-Erlenbach im Taunus absolvierte er eine Ausbildung zum „Süßmoster“ und stellte seinen Betrieb auf die Produktion von Apfelsäften um. Damit legte er den Grundstock zu dem heute weit über die Pfalz hinaus bekannten Fruchtsafthersteller, dem letzten dieser Art in unserer Region, der sich noch in Familienbesitz befindet.
Der Natur eng verbunden
Der Natur eng verbunden, legte Helmut Lösch großen Wert auf naturreine Produkte und die Erhaltung der Kulturlandschaft Streuobstwiesen. 1996 zählte er zu den Gründern der Fördergemeinschaft Streuobst (FÖG), der ersten und größten Streuobstinitiative in Rheinland-Pfalz. 1998 übergab er den Betrieb an seinen gleichnamigen Sohn, der ihn 2005 in das Ramsteiner Gewerbegebiet verlagerte.
Seinem alten Beruf hielt Helmut Lösch noch lange die Treue. Seine letzte diesbezügliche Arbeit war die Herstellung mehrerer Maischebehälter. Der Bezirksverband Pfalz konnte ihn bei der Erstellung des Dokumentarfilms „Alte Berufe in der Pfalz“ zur Mitarbeit gewinnen.
Viele Jahre gehörte er dem Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins an. Über 70 Jahre sang er im Männergesangverein Steinwenden-Weltersbach und im protestantischen Kirchenchor. Außerdem ist er Gründungsmitglied des Förderkreises Heimatmuseum der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach.