Kreis Kaiserslautern
Halloween-Fieber in Mackenbach verspricht Gruselspaß
„Halloween“ verheißt Spaß beim Gruseln – und ist ein Wirtschaftsfaktor. Mit 320 Millionen Euro an zusätzlichem Umsatz rechnet der Einzelhandel zur Nacht des Schreckens. Nun, allzu tief muss nicht in Tasche greifen, wer sich am letzten Abend im Oktober das Fürchten lehren lassen möchte. Heiße Adressen sind der Siegelbacher Zoo – und ein Wohngebiet in Mackenbach.
„Mackenbachs Macabre Manor“ öffnet um Punkt fünf Uhr seine Pforten. Die Einladung für die „Halloween Night“ auf dem von Kürbissen gesäumten Schild neben der Haustür ist nicht zu übersehen. Wer sich hier auf Halloween freut, steht makabererweise auf einem Grabstein im Vorgärtchen: Familie Thompson ist wohl aufs Neue gut gerüstet für einen Ansturm schaurig gekleideter und überwiegend junger Gestalten, die um Süßes bitten – und als Alternative Saures in Aussicht stellen.
Am Montagabend war schon alles bereitet. Die Hausherrin hat sich auch schon blicken lassen – stilecht mit Katze, aber nicht auf der Schulter, sondern im Arm. Schräg gegenüber zeichnet sich eine dicke Spinne am erleuchteten Fenster ab. Das Fenster öffnet sich – heraus schaut aber kein Dämon, auch kein Skelett: Ein Bewohner winkt freundlich, ihn scheint der späte Besuch nicht zu stören. Er habe es blitzen sehen, sagt der Mann, offensichtlich bester Laune. Nein, es störe ihn nicht, wenn seine Halloween-Deko fotografiert werde. Nur zu. Und ja: Er erwarte am Donnerstagabend wieder klingelnde Gäste.
„Auf der Platte“ ist Halloween ein Muss
Im Wohngebiet „Auf der Platte“ in Mackenbach sind jede Menge US-Amerikaner zu Hause. In der aus imposanten Bauten bestehenden Siedlung, die sich vom Ortskern in Richtung Langenfelderhof und Golfplatz zieht, finden sich nicht wenige Halloween-Liebhaber. Die fürs Fest typischen Kürbisse sind an gefühlt jedem zweiten Haus zu sehen.
Hier und dort aber haben die Bewohner viel Mühe in ihre Deko investiert. Und offenbar auch reichlich Geld. Kaum verwunderlich: Zwei Tage vorm 31. Oktober – in Deutschland ja eigentlich als Reformationstag gefeiert – hat der Handelsverband Deutschland verkündet, dass er ein Umsatzplus von 320 Millionen Euro prognostiziere. Dies sei allein diesem Tag zu verdanken.
Das meiste davon geht laut Handelsverband für Verkleidung und Schminke drauf – unverzichtbar für Kinder und Jugendliche, die an jenem Abend losmarschieren und fleißig Klinken putzen, sich mit Süßem belohnt sehen wollen. Der Brauch ist ja im Grunde kirchlichen – katholischen – Ursprungs, der Begriff leitet sich aus „All Hallows’ Eve“ ab – auf Deutsch „Abend vor Allerheiligen“.
Von Irland aus haben ihn einst Auswanderer mit in die USA gebracht, von dort ist er wieder nach Europa geschwappt. Und feiert seit gut anderthalb Jahrzehnten fröhliche Urständ’. Auch und vor allem in Kaiserslautern und im Raum Ramstein, wo bekanntlich viele US-Amerikaner leben. Und wo viele Einheimische ebenfalls Gefallen daran gefunden haben.
Das Wohngebiet in Mackenbach war mal ein Geheimtipp. Mittlerweile zieht es am letzten Oktoberabend regelrecht Massen an. „Mackenbachs Macabre Manor“ ist eine der Stationen, an der sich am Donnerstagabend wohl wieder massenhaft abenteuer- und grusellustige Zeitgenossen tummeln dürften.
Zur Schreckensnacht bietet der Siegelbacher Zoo etwas besonderes
„Wenn man hier zu Hause ist, kann man sich dem wohl nicht entziehen“, weiß auch der Schwabe Matthias Schmidt. Der Chef des Lauterer Zoos hat deshalb schon vor 14 Jahren dem damals aufbrandenden Boom Rechnung getragen. Seit 2005 wird auch im Siegelbacher Tierpark Halloween gefrönt. Mit wachsender Begeisterung der Mitarbeiter um Danny Stock – und auch wachsendem Interesse: „2017 waren es 1048 Besucher“, hat Schmitt nach eigenem Bekunden selbst staunen müssen über den Andrang, der vor zwei Jahren geherrscht habe.
Seit 2015 sei das Interesse regelrecht nach oben geschnellt. Und so erwartet der Zoo-Chef auch für die Neuauflage wieder um die 1000 Gäste. „Wir sind bereit“, zeigt sich Schmitt dankbar für das Engagement, das sein Team an den Tag lege, um zur Schreckensnacht mal etwas Besonderes zu bieten, etwa ein „Horrorhaus“ ausstaffieren oder eine Grusel-Rallye für Kinder starten.