Kreis Kaiserslautern Eingekreist:
Die Ferien sind zu Ende, nichts rollt mehr. Gerade mal knapp einen Monat bedient Regionalbus Westpfalz (RBW) die Buslinien im Landkreis. Am Montag hat die Schule angefangen. Die Schüler waren bereit, Regionalbus Westpfalz dagegen nicht. Fahrer fehlten, etliche Busse kamen nicht, Eltern mussten die Kinder selbst zur Schule bringen und nicht selten auch wieder abholen. Da stellt sich die Frage, wie so etwas passieren kann. Es ist ja nicht so, dass der Schulbeginn – und somit die Aufgabe der Schülerbeförderung – aus heiterem Himmel auf die Regionalbus Westpfalz hereingebrochen ist. Zeit für eine vernünftige Planung war genug da. Wenn dann RBW-Geschäftsführer Frank Imfeld erklärt, er habe gedacht, dass er rechtzeitig genügend Fahrer findet, hört sich das doch ziemlich blauäugig an. Acht spanische Fahrer hat er nun über eine Agentur eingestellt, zehn weitere seien angefragt. Wenn also ganze 18 Busfahrer fehlten, um einen vernünftigen Betrieb gewährleisten zu können, hätten eigentlich vor Wochen schon die Alarmglocken schrillen müssen. Doch nichts. Der Kreisverwaltung habe RBW immer versichert: Das klappt schon, so die erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt. Dort hat man sich natürlich darauf verlassen, ist selbst von den derzeitigen Zuständen überrascht worden. Herausgekommen ist ein Riesenchaos bei der Schülerbeförderung. Einen schlechteren Start in diese enorm wichtige Aufgabe hätte RBW wohl kaum erwischen können. Als am zweiten Schultag eine regelrechte Beschwerdewelle auf die Kreisverwaltung zurollte, reagierte sie sofort. Noch am selben Tag schloss sie sich mit den Taxizentralen kurz und sorgte dafür, dass Schüler, die länger als 15 Minuten auf den Bus warten mussten, ein Taxi nehmen konnten. Alles auf Kosten von RBW. Die Kreisverwaltung stellte gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein Neckar (VRN) und RBW Notfallfahrpläne auf und informierte täglich neu über die aktuelle Lage auf der kreiseigenen Homepage. Sonderschichten wurden eingelegt, um auf möglichst jede der hunderte Beschwerden eingehen zu können. Natürlich konnte da nicht jedes Problem gelöst werden. Aber hier zählt schon der Versuch. Und mal ehrlich: Dass bei den Gesprächen zwischen der RHEINPFALZ und Gudrun Heß-Schmidt noch um 18 Uhr geschäftiges Treiben im Hintergrund zu hören war, beweist doch, wie sehr sich die Mitarbeiter der Kreisverwaltung ins Zeug gelegt haben. Verbesserungsbedarf gibt es hier nur an einer Stelle. Zukünftig sollte die Kreisverwaltung dem Vertragspartner RBW vielleicht etwas besser auf die Finger schauen. Wenn sich der ein oder andere Schüler oder auch reguläre Fahrgast in nächster Zeit denkt „das kommt mir spanisch vor“, könnte er damit genau ins Schwarze treffen. Nämlich dann, wenn er in den Bus steigt und dem Fahrer eine Frage stellt. Acht spanische Fahrer sind ja bereits im Landkreis unterwegs. 18 könnten es werden. Einfache Fragen wie „Ist das der Bus nach Kottweiler?“, „Halten sie auch an der Stadthalle?“ und so weiter können von den Spaniern womöglich nicht beantwortet werden. Die müssen sich ja erst einmal mit der deutschen Sprache und dem neuen Umfeld vertraut machen. Das kann recht schnell funktionieren – muss aber nicht. Auf RBW könnte damit – außer dem Ärger der Fahrgäste – ein weiteres Problem zurollen. Denn im Vertrag mit der Kreisverwaltung sind deutschsprachige Busfahrer gefordert, erklärt Heß-Schmidt. Schwierigkeiten sind fast schon vorprogrammiert. Hoffen wir das Beste!