Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kegelbahn im Bürgerhaus ist betriebsbereit

Ohne Corona könnten die Kugeln wieder rollen. Remigius Stuppy vom Bauhof der Ortsgemeinde und Karl Eberwein von der Firma Eberwe
Ohne Corona könnten die Kugeln wieder rollen. Remigius Stuppy vom Bauhof der Ortsgemeinde und Karl Eberwein von der Firma Eberwein haben die Arbeiten an der Kegelbahn abgeschlossen.

Gäbe es nicht die Pandemie, könnten nun wieder die Kugeln über die Kegelbahn in Hütschenhausen rollen. Im Februar wurde die Technik aus der Anlage im Congress Center Ramstein (CCR) ausgebaut und nun gegen die in die Jahre gekommene im Bürgerhaus ausgetauscht.

Karl Eberwein ist zufrieden. Der Chef der gleichnamigen Fachfirma aus Plankstadt im Rhein-Neckar-Kreis hat ganze Arbeit geleistet. Die beiden Bedienpanels, die Kugelsammelkästen und der Automat, der die neun Kegel nach dem Fallen anhebt und wieder aufstellt, sind installiert. Zu viert mussten die beiden jeweils 200 Kilogramm schweren Einheiten in das Gestell im Technikkabuff gehievt werden. Danach mussten nur noch die Kabel im Schaltkasten verklemmt werden. „Die Anlage ist wieder auf dem neuesten Stand der Technik. Jetzt hält sie wieder 30 Jahre lang“, ist er überzeugt.

Kegelbahn ist fester Bestandteil der Gastronomie

Bei den Arbeiten ging ihm Remigius Stuppy vom Bauhof der Ortsgemeinde zur Hand. Er erinnert sich an die Einweihung des Bürgerhauses und der Gastronomie mit Kegelbahn am 4. September 1988. Als großes Ereignis für den Ort geplant, wurde die Feier aufgrund des Flugtagunglücks in Ramstein wenige Tage zuvor auf eine Stunde reduziert. Seitdem fanden sich regelmäßig Hobbysportler ein. „In den Abendstunden waren die beiden Bahnen belegt, und am Nachmittag waren die Senioren da. Es kamen täglich drei bis vier Gruppen“, erzählt er.

Die Kegelbahn ist fester Bestandteil der Gastronomie. Als es in den vergangenen Jahren zu mehreren Pächterwechseln kam und das Lokal geschlossen blieb, mussten die Gruppen nicht auf ihre Freizeitbeschäftigung verzichten. In Absprache mit der Ortsgemeinde konnten sie die Bahnen nutzen. Sie mussten dafür nur eine Gebühr und eine Reinigungspauschale zur Deckung der Kosten zahlen. „Wir wollten das Angebot aufrechterhalten“, berichtet Beigeordneter Achim Wätzold (CDU).

Kegelbahn im CCR war nicht mehr rentabel

Der Hintergrund dafür, dass im CCR nicht mehr gekegelt werden kann, ist, dass die Anlage nicht mehr rentabel war. Die Pandemie und die zu erwartenden Auflagen für den weiteren Betrieb, hätten eine sechsstellige Investition in Be- und Entlüftung und in zusätzliche Brandschutzauflagen erforderlich gemacht, erläutert Ramstein-Miesenbachs Stadtbürgermeister Ralf Hechler (CDU). Zudem habe es einen Wassereintritt in der Decke gegeben. Den über die Jahre hinweg sinkenden Einnahmen (2016 rund 8800 Euro, 2019 knapp 6000 Euro) stehen Kosten für Reinigung, Strom und Heizung gegenüber. „Das Restaurant legt an der Kegelbahn jede Woche drauf“, so Hechler. „Der Verzehr reicht bei weitem und schon lange nicht mehr, um die Personalkosten zu decken.“

Für Hütschenhausen ist der Umzug ein Glücksfall. Nicht nur, dass die Ortsgemeinde auf diese Weise für 3570 Euro ihre Anlage modernisieren konnte. Wätzold und Ortsbürgermeister Matthias Mahl (CDU) rechnen damit, dass die sieben regelmäßig vorbeischauenden Keglergruppen durch die fünf, die bislang im CCR ihre Kugeln ins Rollen gebracht haben, ergänzt werden. Sie müssen sich allerdings auf die Scherenbahnen umstellen, die sich nach vorne hin aufweiten.

Öffnen, sobald es Corona zulässt

Drei bis vier konkrete Anfragen hätten die Ortsgemeinde schon erreicht, berichtet der Beigeordnete. Er rechnet mit zehn Gruppen und hofft darauf, dass sich auch junge Leute spontan zu einem Spiel entscheiden. Das ist derzeit aufgrund der Corona-Verordnung nicht möglich. Sobald es aber die Situation zulässt, öffnet die Gaststätte mit einer neuen Pächterin. Dann dürfen auch wieder die Kegel zum Fallen gebracht werden.

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