Kreis Kaiserslautern Den Unterschieden auf der Spur

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Im kommunalen Kindergarten „Schelmenhaus“ in Hochspeyer gab es gestern Besuch aus dem Norden Europas. Die kleine Delegation aus dem estnischen Partnerkreis Rapla, die derzeit im Kreis zu Gast ist, interessierte sich für die Einrichtung einer deutschen Kindertagesstätte.

„Jugend und Soziales“ sind die Themen, die die Esten bewegen. Kreisbeigeordneter Gerhard Müller (FWG) hatte die drei Vertreter der Kreisverwaltung Rapla zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. „Wir haben 64 Kindertagesstätten im Landkreis“, erläuterte Müller. „Das unter kommunaler Regie stehende ,Schelmenhaus’ ist nicht nur wegen seiner dort geleisteten Arbeit für mich einer der schönsten Kindergärten.“ Die hellen Räume mit den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, die altersgemäß getrennten Waschräume und Toiletten, die Fußbodenheizung und die Ruheräume sowie das mit Elternhilfe erweiterte Außengelände wurden den Gästen gezeigt. Die aufgelockerte Bauweise war für Tönis Valk, Leiter der Sozialabteilung, und seine Kollegin Pille Prey sowie Entwicklungsplaner Veiko Rakaselg, der auch als Dolmetscher fungierte, neu. In Estland gebe es nur eingeschossige Kindergärten, berichteten sie. Besonderes Interesse hatten sie für die hinter der Erziehungsarbeit stehenden Gesetze. Kindergartenleiterin Hannelore Lieser und Ortsbürgermeister Hans Norbert Anspach (SPD) gaben Auskunft. Auch in Estland können Kinder unter drei Jahren in Kindergärten betreut werden, aber ohne gesetzlichen Anspruch sondern nur wenn Platz ist. Es gibt Kindergärten mit und ohne pädagogischen und fördernden Ansatz. Dementsprechend unterscheidet sich die Ausbildung der Erzieher. „Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle“, das sei in Estland erst jetzt gesetzlich festgeschrieben worden, so die Gäste. Ob Entwicklungsgespräche mit Eltern über ihr Kind in Deutschland Pflicht seien, wollte die Delegation wissen. „Es ist eine Kann-Bestimmung“, unterstrich Klaus Nabinger, Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung. Im „Schelmenhaus“ werden sie aber regelmäßig geführt und dokumentiert, berichtete Hannelore Lieser aus der Praxis. (ibr)

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