Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Dübelproduzent MKT auf Expansionskurs

Auf einer Fläche von 17,7 Hektar entsteht in Weilerbach ein neues Gewerbegebiet. Hier wird MKT einen neuen Produktionsstandort b
Auf einer Fläche von 17,7 Hektar entsteht in Weilerbach ein neues Gewerbegebiet. Hier wird MKT einen neuen Produktionsstandort bauen.

Seit seiner Gründung im Jahr 1990 wächst der Weilerbacher Dübelproduzent MKT kontinuierlich: Jetzt investiert das weltweit tätige Unternehmen 20 Millionen Euro in einen zweiten Standort. Im neuen Gewerbegebiet an der L356 rollen seit März die Bagger.

Wer am Weilerbacher Gewerbegebiet Auf dem Immel vorbeifährt, würde nicht vermuten, dass sich hinter all den Hecken an der Straße ein echter Global Player verbirgt: Die Metall-Kunststoff-Technik GmbH & Co. KG. (MKT), die hier einst mit vier Mitarbeitern in einer Kfz-Werkstatt startete, gehört heute international zu den renommierten Herstellern von Befestigungssystemen und beschäftigt 250 Mitarbeiter. Das Unternehmen beliefert Kunden weltweit mit mechanischen Schwerlastdübeln und chemischen Dübelsystemen. „Gut 50 Prozent unserer Produkte gehen in den Export. Wir bedienen aber ausschließlich den Fachhandel“, stellt Geschäftsführer Stefan Weustenhagen klar, dass die MKT-Dübel nicht beim Häuslebauer zum Einsatz kommen. „Wir stellen Stahldübel für Profi-Anwender her. Daran kann man richtig schwere Sachen aufhängen“, berichtet er lachend und nennt Fassaden von Hochhäusern oder Fußballstadien als Beispiele. „Unsere Dübel werden zu 90 Prozent dort verwendet, wo mit Beton gearbeitet wird. Also nicht privat.“

Stahl aus dem Saarland

Ein Produktpalette, die offenbar ankommt. „Unser Betrieb hat sich wirklich gut entwickelt“, blickt Weustenhagen auf gut 30 Jahre Firmengeschichte zurück. Und auch in den jetzigen Krisenzeiten hat das Weilerbacher Unternehmen nach Aussage des Geschäftsführers keine besonderen Schwierigkeiten – weder mit stockenden Lieferketten noch mit Fachkräftemangel: „Wir bilden selbst aus, ziehen uns unsere Mitarbeiter also selbst heran“, erläutert Weustenhagen. Und was die benötigten Rohstoffe angeht, setzt sein Betrieb ebenfalls auf Regionalität: „Nur unsere Muttern kommen aus Asien. Ansonsten kaufen wir alles, was wir brauchen in Deutschland und Europa.“ Der Stahl für die Dübel beispielsweise kommt aus dem Saarland: von der Saarstahl AG. Gravierende Lieferprobleme habe es daher bei MKT bislang nicht gegeben. „Höchstens mal für ein paar Tage“, sieht der Geschäftsführer darin auch ein Verdienst der Mitarbeiterinnen im Einkauf. „Dort herrscht reine Frauenpower, und die machen das richtig gut.“

Ein Problem macht dem Unternehmen aber bereits seit Jahren zu schaffen: die Raumnot. „Wir stehen schon seit 2018 mit der Ortsgemeinde wegen einer Erweiterung in Kontakt“, sagt Weustenhagen und freut sich, dass diese nun in greifbare Nähe gerückt ist: Jenseits der L356 und damit nur einen Katzensprung vom jetzigen MKT-Standort entfernt, entsteht derzeit das neue Weilerbacher Gewerbegebiet „Immel 2“ mit einer Fläche von 17,7 Hektar. Wie Ortsbürgermeister Horst Bonhagen (SPD) erläutert, hat MKT dort fünf Hektar erworben. „Außerdem gibt es für das Unternehmen noch eine weitere Optionsfläche, falls das Unternehmen diese brauchen sollte.“

Seit März laufen im „Immel 2“ die Erd- und Erschließungsarbeiten. „Die Terrassierung liegt perfekt im Zeitplan“, berichtet Weustenhagen, der allerdings damit rechnet, dass sich der Hochbau etwas verzögern werde. „Ich gehe aber davon aus, dass wir nach den Sommerferien damit beginnen werden.“ Die neue Produktionshalle mit einer Fläche von 13.000 Quadratmetern soll bis Ende 2023 fertig sein. „Unser Ziel ist es, im ersten Quartal 2024 den Betrieb dort aufzunehmen.“ Entstehen dann weitere Arbeitsplätze? „Nach und nach ganz sicher, je nach Entwicklung. Zunächst werden wir aber mal die Maschinen, die wir jahrelang in die bestehenden Gebäude reingequetscht haben, zum Teil dorthin verlagern und das Ganze entzerren.“

Ein komplett neuer Standort

Da es mit dem Neubau erst 2022 losgehen konnte, muss das Unternehmen Kostensteigerungen wegstecken. „Das trifft uns hart, denn wir bauen ja nicht nur eine Halle, sondern einen komplett neuen Standort mit allem, was dazugehört – vom Zaun übers Tor bis zum Löschwasserbecken, eben die ganze Infrastruktur.“ Doch obwohl dies viel Geld koste, setze MKT bewusst auf Nachhaltigkeit. „Daran wollen wir auf gar keinen Fall sparen“, betont der Geschäftsführer auch mit Blick auf die Zukunft und eine eventuell dann anstehende weitere Expansion: Daher werde beispielsweise der Hauptkanal schon entsprechend groß dimensioniert. Auch die Gebäude selbst sollten „sehr nachhaltig“ werden, ausgestattet mit Wärmepumpe und Geothermiefeld sowie „viel Grün drumherum“. Versiegelt werde nur so viel Fläche, wie unbedingt nötig sei. Die Parkplätze seien alle regendurchlässig. „Und es ist eine Regenwasser-Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 400.000 Litern geplant, denn für die Beregnung der Grünflächen wollen wir kein Trinkwasser nutzen.“

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