Kreis Kaiserslautern
Betrug am Telefon: Verdächtige Anrufe melden
In der Sendung wurde berichtet, wie ein Ehepaar um etliche Tausend Euro erleichtert wurde, weil es dem vermeintlichen Microsoft-Betrüger seine Bankdaten mitgeteilt und angebliche Probeüberweisungen durchgeführt hatte. „Ich habe mich dann an den Anruf bei mir wieder erinnert“, erzählt Franz. Kurz danach erhielt er einen Anruf, bei dem das Display als Vorwahl die 0800 anzeigte. Dieses Mal gab sich ein Mann als Mitarbeiter der Telekom aus. Franz – auch Kunde der Telekom – wunderte sich, dass man ihm einen Internetvertrag über 100.000 Megabit anbieten wollte. „Ich habe die Telekom angerufen und die haben mir gesagt, dass sie so etwas nicht im Programm haben.“ Es sei schwierig, seriöse von betrügerischen Anrufen zu unterscheiden, findet der Schwedelbacher. „Manchmal befasst man sich ja gerade mit einem Thema. Und wenn dann jemand anruft, weiß man ja nicht, ob das korrekt ist.“ So habe er auch kurz gegrübelt, als er angeblich die Telekom am Apparat hatte.
Microsoft ruft nicht an
Gerhard Jost vom Betrugsdezernat des Polizeipräsidiums Westpfalz sagt ganz klar: „Microsoft wird sie nicht zuhause anrufen.“ Zwar gebe es einen Support von Microsoft, aber der müsse vom Kunden angerufen werden. „Wenn Einer Geld will, ist meistens etwas falsch“, fasst der Fachmann zusammen.
Neben den Anrufen von Microsoft sei nach wie vor der Enkeltrick eine der häufigen Betrugsmaschen am Telefon. Dabei verrate der Anrufer seinen Namen nicht: „Hallo Oma, rate mal, wer dran ist“, sage der Anrufer bei diesem Betrugsanruf. Meist werde dann um Geld gebeten – etwa weil der angebliche Enkel in Schwierigkeiten stecke und eine Kaution bei der Polizei hinterlegen müsse: „Da wird auch schon mal behauptet, der Enkel habe einen Menschen totgefahren und deshalb sei die Kaution so hoch“, weiß Jost.
Häufiger Schockanrufe
Schockanrufe bei denen behauptet wird, dass für eine dringende medizinische Versorgung eines nahen Angehörigen Geld gebraucht wird, kommen ebenfalls immer häufiger vor. „Dabei geht es darum, der Person am Telefon einen solchen Schrecken oder Schock zu versetzen, dass an ein Hinterfragen der Situation gar nicht mehr gemacht wird“, beschreibt Jost den psychologischen Effekt dieser Art Anrufe. Es könne sein, dass ein Familienangehöriger ein Corona-Medikament braucht oder aber eine sehr teure Behandlung im Ausland, die noch am gleichen Tag erfolgen muss, da der Patient ansonsten sterbe, gibt er ein Beispiel für derartige Anrufe. Immer öfter melde sich auch der falsche Polizeibeamte per Telefon. „Der behauptet, er müsse alle Wertsachen und das Vermögen sicherstellen, da selbst auf der Bank das Geld nicht sicher sei.“
Wer einen solchen Anruf erhält – meist treffe es ältere Menschen –, sollte auf jeden Fall gleich danach einen Angehörigen oder die Verbraucherzentrale anrufen. „Eine außenstehende Person hat einen klaren Blick und steht nicht unter Schock“, begründet Jost, warum man jemanden einweihen sollte. Auch die Polizei steht mit Rat und Tat nach solchen Anrufen zur Seite.
Telefon wie eine offene Haustür
Das Telefon sei wie eine offene Haustür: „Und wenn die Anrufer erst einmal in ein Gespräch verwickeln, ist der Zug auf den Gleisen und rollt.“ Wem ein Anruf verdächtig vorkomme, könne nach der Telefonnummer fragen: „Dann sagt man, man ruft zurück.“ Das werde in der Regel nicht funktionieren, weiß Jost. „Die Nummern sind nicht erreichbar – alles so verschleiert, dass man keine Anrufe zurückverfolgen kann. „Deshalb können wir das auch fast nie nachverfolgen“, bedauert der Polizeibeamte.