Kreis Kaiserslautern Bürgermeister-Schwatz inklusive

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Mit fünf Schüssen, einem Donnerschuss und Hammerschlägen startete am Freitagabend das Landstuhler Stadtfest. Ein gut gelauntes Publikum amüsierte sich in den Straßen und vor den Bühnen. Mit warmen Temperaturen hatte Petrus sein Bestes gegeben, um zum Gelingen des dreitägigen Festes beizutragen.

Geballte Frauenpower ist beim Stadtfest Landstuhl gefragt, als es um den Fassanstich geht. Stadtbürgermeister Ralf Hersina hat schon Silke Pletsch von der Führungsspitze der Fördergemeinschaft Landstuhl (FÖG) an seiner Seite, holt dazu noch Burgel Stein auf die Bühne. Sie darf als Pendant des Ramsteiner Werberinges den Hammer schwingen – und nach wenigen Schlägen fließt das Bier. Mit Pletschs Ruf „O’zapft is!“ geht die Sause in den Straßen los. Die Musiker von „Wings of Dixie“ greifen zu ihren Instrumenten und lassen den Besuchern keine Zeit zum Verschnaufen. Rund um das Festzelt herrscht bereits reges Treiben. Die Menschen flanieren, schauen sich die Auslagen an den Ständen an. Seifen, Schmuck, Taschen, Dufthölzer, Gürtel, Uhren und noch einiges mehr wird feilgeboten. Der Lions Club hat wieder einen Bücherflohmarkt aufgebaut, der einige Lesefreunde zum Blättern animiert. Mit dem Verkauf wird der Bau des Hospizes Hildegard Jonghaus unterstützt. Michelle Mehn und Elisabeth Schendel tragen schwarze Blusen mit einem gelben Smiley auf dem Rücken. Die beiden 19-Jährigen sind zum ersten Mal während des Stadtfestes unterwegs, um die rosafarbenen Armbänder für zwei Euro an den Mann zu bringen, mit denen das Straßenspektakel unterstützt wird. „Wir sprechen die Besucher an, sie kommen aber auch auf uns zu“, erzählen sie. Die Leute seien sehr freundlich und bereit, in ihr Portemonnaie zu greifen. Hans Lorang hat gerade welche für sich und seine Begleitung erstanden. „Ich bin regelmäßig auf dem Stadtfest“, erzählt der Landstuhler – und das an allen drei Tagen. Am verkaufsoffenen Sonntag gehört für ihn ein Bummel durch die Geschäfte dazu. „Schön ist, dass ich den Bürgermeister treffe und viele andere und ein Schwätzchen halte.“ Freunde und Bekannte zu treffen ist die eine Seite. Die andere ist die Musik auf den drei Bühnen. „Die interessiert mich am meisten“, erzählt Ursula Aydt, „ich mag Rockmusik.“ Die Kindsbacherin ist mit drei Freundinnen unterwegs. „Wenn das Wetter gut ist, geht man her.“ Ähnlich sieht das auch Claudia Partee, die vor einem Schmuckstand steht. „Ich mag die Bands und die Musik, das Stöbern an den Ständen und Leute treffen“, berichtet die Ramstein-Miesenbacherin. „Das Wetter muss man ja ausnutzen.“ Sie hat vor, mit ihrer Freundin noch beim Auftritt von „7ty Proof“ vorbeizuschauen, die sich gerade auf ihren Auftritt auf der Bühne am Pallmanns Eck vorbereiten. Noch ist von keiner der drei Bühnen Livemusik zu hören. Mit Gesprächen, Essen und Trinken vertreiben sich die Besucher die Zeit. An jeder Ecke duftet es köstlich. Mal würzig von Steaks, Spießen, Bratwurst oder Pizza, dann weht eine Brise den Duft von Strauben oder Crêpes zu den Nasen. Einen „heißen“ Job hat Karl Spitzfaden. Der Chef der Landauer Metzgerei und seine Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um dem Andrang gerecht zu werden. Ein ums andere Mal wird der Winzerspieß an ihrem Stand geordert. „Das war die ganze Zeit schon so“, meint er, während er das Fleisch vom Spieß schneidet. Ein Geheimrezept steckt nicht dahinter, vielmehr sind es die acht Tage, in denen der Schweinenacken durchzieht. Den Rest erledigt die Holzkohle. „Ich stelle mich auf einen langen Abend ein“, sagt er und bezieht das nicht nur auf den Freitag. Froh gelaunt kommt Martina Mangasser daher. Sie und ihr Partner haben gerade beim Bücherflohmarkt einen „Schatz“ erstanden. „Die Gesamtausgabe von ,Das Kapital‘ von Karl Marx und zwar von 1989, also kurz vor der Wende“, berichten sie. Die drei Bände werden ihren Platz in der heimischen Bibliothek finden, doch zuerst werden sie zum Auto gebracht und dann geht es wieder zum Feiern in die Straßen. „Wenn Stadtfest ist, sind alle drei Tage gebucht“, sagen sie. Nur eine Einschränkung gibt es: „Außer es regnet in Strömen.“ Das ist in diesem Jahr allerdings nicht der Fall.

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