Kreis Germersheim Zur Sache: Druckwasser-Probleme in Neupotz

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Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) dem Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart (CDU) mitteilt, werden alle geplanten Rückbaumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Polder Wörth/Neupotz zurückstellt. Und zwar so lange, bis die Ursachen für die aufgetretenen Druckwasserprobleme im gesteuerten Polder ermittelt sind. Das sagte Wolfgang Koch, SGD Süd, Leiter der Neubaugruppe Hochwasserschutz, auch bei der Sitzung in Leimersheim. Er sprach von drei Handlungssträngen, die miteinander verwoben und zu mehr Sicherheit führen sollen. Ausgesetzt wird laut Koch der geplante Rückbau des Schöpfwerks Scherpfer Schließe. „Ich begrüße diese Antwort der SGD“, so Gebhart. Der Abgeordnete hatte in einem Brief an die SGD angeregt, das Schöpfwerk in seiner Funktion zu erhalten. Gebhart sagt, der Rückbau des Schöpfwerks würde dazu führen, dass dann schon bei niedrigeren Hochwasserständen der ungesteuerte Polder überflutet würde. Die SGD kündigt an, auf Grundlage bereits angelaufener Untersuchungen Abhilfemaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Mit Hilfe der durch das aktuelle Hochwasser erfassten Daten soll eine fundierte Ursachenermittlung erfolgen. Dazu seien detaillierte Bestandserfassungen wie auch eine umfassende Analyse der Situation beauftragt worden. Gebhart hatte sich nach der erstmaligen kompletten Überflutung des ungesteuerten Polders vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und sich an die SGD gewandt: Neben dem Verzicht des Schöpfwerk-Rückbaus forderte er die SGD auf, die aufgetretenen Druckwasserprobleme im gesteuerten Polder zu untersuchen und die Eigentümer der ungeplant gewässerten Felder zu entschädigen. Wie SGD-Präsident Seimetz in einem Schreiben an Gebhart versichert, seien umfassende Untersuchungen angelaufen. Diese würden aufgrund der Komplexität des Sachverhalts allerdings einige Monate in Anspruch nehmen. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse sollen dann zügig Abhilfemaßnahmen geprüft und umgesetzt werden. Die von den Druckwasserproblemen betroffenen Landwirte und Grundstückseigentümer sollen schnell entschädigt werden. Koch sagte in Leimersheim, dass auch die Kiesgewinnung im Polder eine Rolle spielt. Der Abbau des Kieses käme langsamer voran als ursprünglich geplant. Dadurch seien nun Grundstücke überflutet worden, die eigentlich schon Kiesabbaufläche sein sollten. Deswegen seien damals bei der Planung keine Bekämpfungsmaßnahmen miteingeplant worden. An Baggerseen muss kein Wasser abgepumpt werden. Das ist Koch zufolge eine Fehleinschätzung des Landes gewesen, nun muss entschädigt werden. Eine Möglichkeit, dem Druckwasser technisch entgegenzuwirken, seien unter anderem neue Gräben zu schaffen oder alte zu reaktivieren. Das sei allerdings eine Abweichung vom Planfeststellungsverfahren. Das Land sei sich seiner Verpflichtung den Bürgern vor Ort gegenüber jedoch bewusst. Thomas Gebhart plädiert dafür, die Erfahrungen der Anlieger stärker als bisher mit in die Planungen einzubeziehen.

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