Kreis Germersheim Zeichen für Toleranz und Vielfalt
Hass, Hetze und Pöbelei wollen die Kirchengemeinden rund um Sondernheim nicht mehr einfach hinnehmen. Mehr als 40 Menschen setzten deshalb am Freitag mit einem Gang durch den Ort ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das ökumenische Friedensgebet war der Auftakt weiterer Aktionen.
„Nie wieder Krieg.“ Mit diesen Worten, die geprägt sind von den Erfahrungen der beiden großen Weltkriege, eröffnete Pfarrer Dirk Meyer das erste Friedensgebet des katholischen Pfarreienverbands Germersheim-Lingenfeld und der evangelischen Gemeinde Germersheim/Sondernheim. Es passte zum Weltfriedenstag, an dem in ganz Europa als Zeichen der Versöhnung eine Viertelstunde lang die Glocken läuteten. Und es passte zur aktuellen Situation in Deutschland, wo, so Pfarrer Meyer, Unfrieden herrsche gegenüber Menschen aus fremden Ländern und Hass und Verrohung sich in der Gesellschaft ausbreite. Das Erstarken von Populismus und Nationalismus und schließlich die Demos in Kandel waren der Auslöser für das Friedensgebet. Statt mit einer Demo wollten die Christen in dieser Form, als friedlicher Gang mit Kerzen, darauf reagieren, erklärte Pastoralreferentin Irina Manck auf Nachfrage. Es war kein stiller Marsch, die Menschen tauschten sich aus. Angesichts der jüngsten Sonntagsfrage, wonach die AfD zweitstärkste Partei im Bundestag wäre, „habe man viel auf dem Herzen“, sagte Manck. Auf dem Weg zwischen den beiden Kirchen trugen die Teilnehmer das Osterlicht als Zeichen von Freiheit, Frieden und Solidarität durch die Straßen und hielten am kleinen Dorfplatz inne, um Gebete und Fürbitten zu sprechen. „Das Friedensgebet soll nicht unser letztes bleiben“, kündigte die Pastoralreferentin weitere ökumenische Aktionen an. Die Kirchengemeinden wollen auch künftig für das „Nie wieder“ eintreten.