Kreis Germersheim „Wir müssen nach vorne sehen!“

Eine Tolle Gastfreundschaft, gutes Essen und spannende Spiele lassen alle gut lachen (von links): In der Hocke die Betreuer Adam
Eine Tolle Gastfreundschaft, gutes Essen und spannende Spiele lassen alle gut lachen (von links): In der Hocke die Betreuer Adam und Piotr, im Stehen Paulina (Betreuerin), Kamil, Simon, Dominika (Betreuerin), Marlene (Betreuerin) und Kim.

Wenn eine Veranstaltung unabhängig vom Wetter von allen Beteiligten gelobt und gefeiert wird, dann muss es richtig toll gewesen sein. Rund 150 Kinder, Jugendliche und Betreuer der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Germersheim und dem polnischen Partnerlandkreis Krotoszyn zeigten sich begeistert vom gemeinsamen Zeltlager rund um die Bienwaldhalle. Seit 2008 wird dieses im Wechsel des Gastgebers durchgeführt.

„Die feiern ganz gerne und haben bis um 1 Uhr nachts durchgemacht!“, bringt die 13-jährige Kim ihre erste Begegnung mit Polen auf den altersgerecht wichtigsten Punkt: „Die sind so lustig!“. Kim war das erste Mal bei diesem Zeltlager dabei, während der ein Jahr ältere Simon schon in Polen war. Die zentralpolnische Gegend zwischen Posen und Breslau gefällt ihm sehr, „dort würde ich auch Urlaub machen“. Was sich heute so locker etabliert hat, war für alle Beteiligten vor zehn Jahren erst einmal Neuland. Mathias Deubig von der Kreisverwaltung erinnert sich: „Wir sind damals in ein Land gefahren, das niemand kannte. Und dann wurden wir mehr als positiv überrascht, die Gastfreundschaft war genial und sehr, sehr herzlich.“ Polnisch kann er zwar noch immer noch „nur bruchstückhaft, fragen sie mich bitte nicht.“ Aber wie jetzt in Kandel ist immer eine Dolmetscherin dabei. Und gerade die jüngeren Gäste sprechen auch immer besser Englisch. Von Mittwoch bis Samstag boten die Südpfälzer ein buntes Programm an, das auch trotz spontanen Änderungen immer attraktiv war. So verzichteten die Organisatoren auf den Besuch der Frankfurter Flughafenfeuerwehr, weil das Risiko abgelaufener oder zuhause vergessener Pässe zu groß war. Doch mit dem Holiday Park in Hassloch zog man kurzfristig ein Ass aus dem Ärmel, das die 10- bis 16-Jährigen ebenso begeistern konnte. Hinzu kamen viele Spielaktionen, Wanderungen oder der Besuch des Freibades. Denn im Vordergrund steht weniger der feuerwehrtechnische Austausch, sondern „der Spaß an der Freude und das Kennenlernen der Jugendlichen“, sagt Feuerwehr-Kollege Dominik Zobel. Für die polnischen Jugendlichen waren die Tage in Kandel eine schöne Zeit. Marlene (17) hat „die deutsche Kultur kennen gelernt und was man hier isst und trinkt“. Vor allem das reichhaltige Frühstück hat es ihr angetan, so etwas kannte sie aus ihrer Heimat nicht. Zudem hat sie viele Freundschaften geschlossen. Der gleichaltrige Kamil wiederum lobt die Gastfreundschaft und Wichtigkeit, gut englisch zu können, „damit wir uns verständigen können“. Zumal habe jeder in seiner Altersgruppe Freunde finden können. Von den Ressentiments früherer Generationen weiß er nichts. Heute sei die Einstellung gegenüber den Deutschen positiv, weil viele Firmen in Polen Arbeitsplätze schaffen würden. Betreuer Adam Niedziela sagt, „man soll sich an die Geschichte erinnern und nicht vergessen. Aber sie darf nicht im Vordergrund stehen, wenn wir Kontakt haben. Wir müssen nach vorne sehen!“ Piotr Marszalek hat vor allem gefallen, „dass bei den Spielen immer gemischte Gruppen gegeneinander angetreten sind. Nie hat Deutschland gegen Polen gespielt!“ Auch die polnischen Betreuerinnen Dominika Nadstawsko und Paulina Zych haben sich vom funktionierenden Beisammensein und dem hieraus resultierenden Spaß und Lachen gefangen nehmen lassen. Der Austragungsort dieses so besonderen Treffens wechselt alle zwei Jahre, sodass dann die Deutschen die rund zwölfstündige Busfahrt auf sich nehmen müssen. Dass dieser weite Weg ein schönes Ziel hat, ist hierbei der tatsächlich größte Gewinn dieses Austauschs.

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