Hatzenbühl Windräder: Beleuchtung aus und trotzdem sicher
Seit Sommer 2017 drehen sich die fünf Windräder. Damals wurden sie nach fünf Jahren Planung und Bau offiziell in Betrieb genommen. Rund 26 Millionen Euro waren dafür investiert worden. Seither liefern sie umweltfreundliche Elektrizität: Im Jahr können mit der gewonnenen Energie über 11.000 Haushalte mit Strom versorgt werden, wie Tobias Schmitz von der Firma WEAG Service mitteilt.
Das Unternehmen ist für das Umrüsten auf die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung verantwortlich, wie das nächtliche Ausschalten der Warnleuchten bezeichnet wird; Fachleute sprechen von Feuer. Betreiber und Mehrheitsgesellschafter des Windparks sind die Stadtwerke Speyer. Minderheitsgesellschafterin ist die WEAG Power in Mandern im Landkreis Trier-Saarburg. Doch auch Grundbesitzer aus Hatzenbühl und die Ortsgemeinde selbst verdienen an den Windrädern, da sie Flächen für die Windkraftanlagen verpachten.
Der Nachthimmel wird nicht mehr gestört
Verbandsbürgermeister Karl Dieter Wünstel spricht von einer „sehr guten Akzeptanz“ in der Bevölkerung. Die könnte noch größer werden, wenn das Blinken und Leuchten der fünf Windräder seltener wird und am Nachthimmel nicht mehr stört. „Es gibt Nächte, da bleiben die Anlagen komplett aus“, kündigt Tobias Schmitz an.
Gerade das hatte aber einer besorgten Bürgerin Sorgen bereitet. Sie hatte sich an Wünstel gewandt, weil die Beleuchtung wohl defekt sei, wie sie vermutete. Nur ein Teil der Lichter leuchte. Sie malte sich gar das Szenario aus, wenn ein Flugzeug nicht auf die Windräder hingewiesen werde und mit einem kollidiere. Tatsächlich: Das Hauptfeuer oben an den Windrädern schalte sich bereits erfolgreich ab, das Turmfeuer etwas unten leuchte weiter blau, bestätigte Schmitz. Aber man sei da schon ein gutes Stück weiter.
Ende 2024 komplett ausschalten
Mit der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung soll spätestens zum Jahresende 2024 nachts das Licht komplett ausgeschaltet bleiben. Bis zu dem Moment, in dem sich ein Flugzeug in einem Radius von vier Kilometern und einer Höhe von 600 Metern einem Windrad nähert. Dann gehen die Lichter blitzschnell wieder an. Jedes Flugzeug muss nämlich Transpondersignale senden, um andere Flugzeuge und Bodenobjekte – also Windräder – zu warnen. Diese reagieren entsprechend und die Beleuchtung geht an, sodass Flugzeuge ein Windrad rechtzeitig erkennen.
Zusätzlich sind Schmitz zufolge alle Windräder mit einem Infrarotblinklicht ausgestattet, das vom menschlichen Auge nicht gesehen wird – aber von Flugzeugen. Auf diese Weise soll ein möglicher Zusammenprall zusätzlich verhindert werden.
Keine Gefahr
Selbst wenn das ganze technische System oder einzelne Komponenten versagen, bestehe keine Gefahr. Dann bleibe das Licht in der Nacht wieder dauerhaft an, bis das Problem gelöst ist. Deshalb: „Es ist ausgeschlossen, dass ein Flugzeug sich den Anlagen nähert und sie nicht blinken“, sagt Schmitz.
Hinter der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung steckt also ein technisches System, das im Zusammenspiel mit Flugzeugen funktioniert. Kommt dagegen ein Vogel angeflogen, bleibt die Beleuchtung trotzdem aus.