Kreis Germersheim Wiederbelebung der Tiefen-Geothermie?
„Chapeau! Da haben es die Medien doch tatsächlich geschafft den Bürgerinitiativen gegen die Tiefe Geothermie im Oberrheingraben vermeintlich ’die Schau zu stehlen’, weil DIE RHEINPFALZ mit den beiden Veröffentlichungen zu den Vorgängen in Bellheim und dem Vorhaben der ’Deutschen Erdwärme’ noch vor den Interessenvertretern der Bürgerschaft berichtet hat und wir noch nicht darauf reagierten.“ Stilistisch passend reagiert Thomas Hauptmann im Namen Bürgerinitiativen Landau und Insheim/Rohrbach auf die Wochen-Spitze „Ein neues Loch“ in der Ausgabe vom Samstag. „Aber keine Angst, eine wie vermutet, ’neue Form der Technikgläubigkeit’ ist bei den Interessenvertretern der Bürger nicht ausgebrochen. Das brauchen wir auch nicht, denn wir wissen, wovon wir reden.“ Immerhin sei es für die eine neue Erfahrung, dass der führende Meinungsmacher in der Südpfalz geradezu auf Aktivitäten der BIs zu warten scheint. „Das ist leider nicht immer so, werden Mitteilungen der Bürgerinitiativen zu den Verhältnissen rund um die real existierenden Geothermie-Kraftwerke in Landau und Insheim doch eher zurückhaltend behandelt. Da freut uns das offensichtliche Interesse aus dem Nachbarkreis Germersheim ganz besonders.“ Hauptmann: „Selbstverständlich beobachten wir die Vorgänge in Bellheim mit großer Besorgnis. Schon nach den ersten Meldungen im Juli 2015 zu einer nichtöffentlichen Sitzung des Bellheimer Gemeinderats am 9. Juli 2015, wo Vertreter der ’Deutschen Erdwärme’ über ihr Vorhaben berichteten, haben wir versucht, sowohl zum Gemeinderat der Gemeinde Bellheim als auch zum Verbandsgemeinderat und deren Bürgermeistern Kontakt aufzunehmen. Weder wurde auf ein Gesprächsangebot reagiert, noch wurden uns Ansprechpartner benannt mit denen wir Kontakt hätten aufnehmen können.“ Auch der Versuch, die Betriebsleitung der Bellheimer Brauerei für das Thema zu sensibilisieren, sei im Sande verlaufen. Gerade für eine Brauerei habe aber der Grund- und Trinkwasserschutz einen hohen Stellenwert. Immerhin sei es durch die Ereignisse rund um das Kraftwerk in Landau zu Grundwasserverunreinigungen durch das Tiefenwasser der Geothermie mit Arsen gekommen, so Hauptmann. Neben der Ankündigung der „Deutschen Erdwärme“ gebe es noch weitere Ankündigungen zu neuen Projekten rund um Landau. Eine besondere Rolle spiele dabei ein Unternehmen mit dem Namen „Geothermeon“, wobei sowohl westlich als auch östlich von Landau neue Bohrungen angekündigt würden. Leider sei die Informationspolitik des zunächst zuständigen Bergamts sehr zurückhaltend. Hauptmann: „Gespannt erwarten wir die Einladung zur angekündigten Bürgerinformationsveranstaltung im Januar. Insgesamt werden wir die Aktivitäten in der gesamten Südpfalz zum Versuch die bereits von Vertretern der Landesregierung totgesagte Tiefen-Geothermie wieder zu beleben, kritisch verfolgen und begleiten. Totgesagte leben bekanntlich länger.“ Kontakt Bürgerinitiativen Landau (www.geothermie-landau.de/) und Rohrbach/Insheim (www.bi-rohrbach-insheim.de). rhp/tom