Kreis Germersheim
Westheimer wegen mehrerer Wasserrohrbrüche verärgert
Weil es im Georg-Louis-Ring in Westheim gleich mehrere Rohrbrüche gab, mussten dort Anwohner länger auf Wasser verzichten. Angelika Schmitt war davon betroffen und kritisiert das. Bürgermeister Frank Leibeck (SPD), Vorsteher des Wasser-Zweckverbands, versteht die Kritik und entschuldigt sich. Verständnis äußert auch Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG). Betont aber, dass das so nicht absehbar war.
Laut Schmitt waren zwischen 9. und 11. Dezember etwa 50 Bürger in 20 Häusern vom Wasserausfall betroffen. Nach Meldung des Schadens sei am 9. Dezember abends das Wasser abgestellt worden. Am nächsten Tag sei nach Reparatur der Leitung diese an anderer Stelle wieder gebrochen – mit der Folge, dass es drei Tage kein Wasser gegeben habe. Durch das Platzen der Leitung habe „das System nicht mehr gestimmt“, und durch Überdruck beim Zuschalten sei die Leitung an anderer Stelle gebrochen, vermutet sie. Lobend erwähnt Schmitt, dass Mitarbeiter der Firma Regab bis in die Nacht gearbeitet hätten, um die Schäden zu beheben. Sie versteht aber nicht, weshalb es keinen Alternativanschluss, zum Beispiel eine „Ersatzleitung von der Schulstraße“, gegeben habe, also nicht nach einer Lösung gesucht worden sei, um Anwohnern Wasser zur Verfügung zu stellen. Von ihrer Kritik nimmt sie die Ortsgemeinde nicht aus.
Vier Leitungsbrüche repariert
Auf RHEINPFALZ-Anfrage teilt Frank Leibeck mit, dass am 9. Dezember gegen 20 Uhr ein Rohrbruch im Louis-Ring gemeldet worden sei, der Bereitschaftsdienst des Zweckverbands nach Vor-Ort-Erkundung gegen 21.30 Uhr das Wasser dort abgestellt und sofort die Firma Regab informiert habe: „Die Vorbereitungen für die Reparatur wurden eingeleitet und sollten am frühen Morgen des nächsten Tages beginnen.“ Nachdem das Wasser im Louis-Ring abgestellt gewesen sei, sei auch ein Rohrbruch in der Waldstraße gemeldet worden. Nach dessen Lokalisierung habe auch dort das Wasser abgestellt werden müssen. Am nächsten Morgen hätten sich Mitarbeiter der Firma und des Zweckverbands mit zwei Kolonnen um beide Baustellen gekümmert. Gegen 11.45 Uhr sei der Rohrbruch im Louis-Ring behoben gewesen und die Leitung wieder in Betrieb gegangen.
Gegen 13.30 Uhr sei es im Louis-Ring erneut zum Rohrbruch gekommen. Folge: Das Wasser musste wieder abgestellt werden: „Gegen 23.15 Uhr war die Reparatur beendet.“ Laut Leibeck brach kurz nach Wiederinbetriebnahme der Leitung diese um 0.15 Uhr abermals. Um 7 Uhr seien die Baggerarbeiten aufgenommen worden: „Um 18.30 Uhr war die Wasserversorgung wieder komplett hergestellt.“ Leibecks Angaben zufolge handelte es sich im Louis-Ring „um drei verschiedene Schadstellen, die räumlich zwar nah beisammen liegen, aber keinen direkten Zusammenhang hatten, sodass die Schäden trotz vorsichtiger Inbetriebnahme der Leitung jeweils kurze Zeit später entstanden sind“.
Leitungen über 50 Jahre alt
Er räumt ein, dass die Leitungen im Louis-Ring und der Waldstraße alle älter, „um die 50 Jahre alt“, seien. Und mutmaßt, dass „eventuell eine Rohrcharge aus der damaligen Zeit betroffen war“. „Sollten in naher Zukunft weitere Schäden im Louis-Ring auftreten, muss über einen Komplett-Austausch der Leitung nachgedacht werden“, betont er. „Für die Unannehmlichkeiten“ entschuldigt sich Leibeck bei allen Betroffenen. Und dankt den Mitarbeitern der Firma und des Zweckverbands, die „17 Stunden am Stück bei schwierigen Wetterverhältnissen im Einsatz waren“.
Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau betont auf Nachfrage, dass Beigeordneter Michael Gloss (FWG) und sie mehrfach vor Ort und in ständigem Gespräch mit dem Zweckverband gewesen seien. Dass es mehrfach zu Rohrbrüchen komme und dadurch Anlieger 48 Stunden auf Wasser verzichten mussten, sei so nicht zu erwarten gewesen, „höhere Gewalt“: „Es ist immer etwas Neues passiert“, wirbt sie um Verständnis. „Wenn wir von Anfang an gewusst hätten, dass es so lange dauert, hätten wir uns an einen Tisch gesetzt und eine Lösung gefunden.“ Sie habe „vollstes Verständnis“, dass die Betroffenen sauer seien.