Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel WESTHEIM: Nach der Kerwe ist vor der Kerwe

Der Kerweumzug lockt jedes Jahr viele Besucher auf die Straße.
Der Kerweumzug lockt jedes Jahr viele Besucher auf die Straße. ArchivFoto: Iversen

Die Westheimer Kerwe hat sich in den vergangenen Jahren zum Renner entwickelt: Nicht nur Ortsansässige, auch viele Bürger aus Nachbargemeinden schätzen das abwechslungsreiche Programm und die angenehme Atmosphäre auf dem Festplatz. Wie die viertägige Veranstaltung weiter optimiert werden kann – darüber hat der Kulturausschuss beraten.

„Aus Gemeindesicht ist die Kerwe wieder gut gelaufen. Wir hatten wieder optimales Wetter. Besser konnte es nicht sein“, resümierte Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) erfreut. In der Tat: Mehrere hundert Bürger hatten samstagabends bei Live-Musik friedlich auf dem Festplatz gefeiert – und sonntags den „lebendigen Ortskern“ bevölkert. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der Kerwe-Umzug der Oldtimerfreunde, der vor der Kerwe-Eröffnung stattfindet. Er lockt die Bürger auf die Straße und anschließend zum Festplatz. Unterwegs können sie landwirtschaftliche Geräte im Einsatz auf dem Acker beobachten. „Der Umzug wurde sehr gut angenommen“, sagte Grabau.

Neue Ideen für Umzug gesucht

Beigeordnetem Gerhard Weiss (FWG) ist aber aufgefallen, dass bei der Vorführung dieses Jahr „die Teilnehmer unter sich“ gewesen seien, also die Bürger sich direkt zum Kerweplatz begeben hätten. Eventuell könnte man den Umzug deshalb künftig etwas früher und die Eröffnung etwas später ansetzen. Vorschlag von Alexander Dietz (SPD): mit einer Aktion Kindertagesstätte und Grundschule einzubinden. Grabau griff das auf: Eventuell könne das Thema zuvor im Unterricht behandelt werden. Sie will entsprechende Gespräche führen. Ein weiteres Problem: Laut Heinz Degen (FWG) gehen nach über 20 Umzügen den Oldtimerfreunden langsam die Ideen aus: „Was soll man noch bringen? Die Themen sind durch!“ Weiter informierte er, dass die Zahl der Westheimer Teilnehmer sinke, es an Fahrern mangele – und Geräte ab 1965 auch nicht mehr vorhanden seien. Beigeordneter Michael Gloss (FWG) schlug vor, sich „nicht immer einem sortenreinen Thema zu widmen, sondern einen bunten Mix zu machen“. Grabau will mit den Oldtimerfreunden darüber rechtzeitig sprechen.

Angebote für ältere Kinder und Jugendliche fehlen

Werner Hann (CDU) monierte, dass die Angebote auf dem Kerweplatz für kleine Kinder in Ordnung seien, für ältere und Jugendliche aber eher fehlten. Von den Ausschussmitgliedern gab es verschiedene Vorschläge: Ob es künftig wieder ein Kettenkarussell, eine Berg- und Talbahn, ein Riesenrad oder vielleicht einen Autoscooter gibt, muss mit dem zuständigen Schausteller besprochen werden. „Die Schausteller sind froh, dass sie nach Westheim kommen dürfen“, sagte Grabau. Ein weiteres Thema: die Speisen. Alexandra Klaus (FWG) vermisste ein pfälzisches Gericht. Grabau: „Ich gebe es mal weiter.“ Apropos Essen: Wegen des großen Besucherandrangs auf dem Festplatz war „Handfestes“ dieses Jahr samstags und sonntags frühzeitig ausverkauft.

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