Kreis Germersheim Wassersparen macht Wasser teurer

Kontrolle ist gut: Markus Justen (links) und Verbandsdirektor Ralf Friedmann im Labor des Wasserwerks.
Kontrolle ist gut: Markus Justen (links) und Verbandsdirektor Ralf Friedmann im Labor des Wasserwerks.

„Es gab einige Anrufe und Beschwerden, weil die Bereitstellungsgebühren – früher Grundgebühr – doch deutlich angehoben wurden“, sagt Friedmann. Recht deutlich bedeutet für den normalen Haushalt: von viele Jahre lang 3 Euro monatlich auf 5,94 Euro ab 2018. Also fast eine Verdoppelung. Unverändert ist hingegen der Wasserpreis: er beträgt seit 2013 netto 1,08 Euro pro Kubikmeter. Der Grund für diese Erhöhung: „Wir haben immer höhere Kosten, weil die ganzen Straßen saniert werden“, sagt Friedmann. „Die Rohrleitungen sind zwar zum Teil noch top, aber ich kann nicht mit einer Sanierung hinterherkommen, wenn die Straße wieder zu ist.“ Zudem sei die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Straßensanierung die Wasserrohre brechen, größer als zuvor, so Friedmann. Der Druck von schweren Maschinen und Lastern, von Rüttlern und Walzen wird durch das Erdreich bis zu den Rohren weitergeleitet. „Und nach dem zweiten Rohrbruch in einer Straße wird dann geprüft, ob wir die Rohre in der ganzen Straße komplett erneuern“, sagt Friedmann. Zusätzliche Kosten für die Wasserversorgung verursachte auch der heiße Sommer. „Wir hatten große Spülmaßnahmen im ganzen Netz“, sagt Friedmann: „Je wärmer das Wasser wird, umso höher ist die Neigung, dass es zu Aufkeimungen kommt.“ Und Keime im Trinkwasser will keiner: „Das kann man nur vermeiden, wenn man die Aufenthaltsdauer des Wassers in den Leitungen verkürzt.“ Spülen und Wasser ablassen ziehen nicht nur Personal- und Materialkosten nach sich. Das Wasserwerk muss auch noch für jeden geförderten Kubikmeter 8 Cent als Wassercent an das Land abführen. In diesem Zusammenhang weist Friedman auch wieder darauf hin, dass Wassersparen unter dem Strich nichts bringt. Zumal in unserer Region mehr als genug Wasser verfügbar ist. Probleme bringt dagegen der sinkende Wasserverbrauch mit sich: Nicht nur Wasserleitungen müssen öfter gespült werden. Auch in Abwasserleitungen bleibt immer öfter der Dreck liegen. Die Entsorger müssen dann mit frischem Trinkwasser nachhelfen, um technische und hygienische Probleme zu vermeiden. „Weitere Wassereinsparungen würden die Instandhaltungskosten für das Leitungsnetz weiter in die Höhe treiben“, so Friedmann. Etwa 80 Prozent der Trinkwasserversorgungskosten seien vorgegeben und müssen dauerhaft von allen Abnehmern finanziert werden. Sinkende Wasserabnahmen verschlechtern den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen und bedeuten für die Bürger vor allem höhere Kosten, so Friedmann. Wasserenthärtungsanlagen sieht Friedmann kritisch. Sie machen einen Verbund der Wasserversorger – und damit eine höhere Versorgungssicherheit – schwierig bis unmöglich, weil dazu dann die Wasserqualitäten zu verschieden sind.

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