WESTHEIM
Wasserschaden legt Kitabetrieb lahm
Eigentlich sollte der Kita-Betrieb seit Montag wieder einigermaßen normal laufen. So hatten es sich die Betroffenen gewünscht. Weit gefehlt. Stattdessen hat sich das Problem verschlimmert.
Ein defekter Spülmaschinen-Anschluss hatte zu dem Wasserschaden in der Kita geführt. Entdeckt wurde dieser vor knapp drei Wochen. „Der Boden in der Küche hat angefangen, Blasen zu schlagen, hat sich gewölbt“, informiert Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) auf RHEINPFALZ-Anfrage. Beim näheren Inspizieren fiel auf, dass eine Wand im Nachbarzimmer feucht und sogar schimmelig war. Die Gemeinde schaltete eine Fachfirma ein. Damals ging die Kommune noch davon aus, mit einer Sperrung des betroffenen Bereichs und Umstrukturierungen den Kita-Betrieb einigermaßen aufrechterhalten zu können. Kinder, die mittags in der Einrichtung essen, sollten lediglich für eine Woche Lunchpakete von zu Hause mitbringen.
Lüften hilft nicht gegen „ unerträglichen Gestank“
Der nächste Schock: Die Fachfirma entfernte samstags, am 17. Oktober, einen Teil der Böden und legte das ganze Ausmaß des Schadens frei. Das ausgiebige Lüften am Wochenende brachte nichts. Grabau berichtet von „totaler Durchfeuchtung, modrigem Geruch schon am Eingang, unerträglichem Gestank“. Für sie und Kita-Leiterin Nicole Hilzendegen war klar, dass die Kita ab dem darauffolgenden Montag nicht mehr genutzt werden kann.
Das Kreisjugendamt gab grünes Licht, den Betrieb ins benachbarte Bürgerhaus zu verlagern und eine Notbetreuung anzubieten: „Im großen Saal sind Stationen eingerichtet, an denen die Kinder betreut werden“, berichtet Grabau. Ihren Angaben nach haben Eltern gegenüber Hilzendegen mit viel Verständnis auf die Situation reagiert. Dienstags drauf, am 20. Oktober, erfolgten in der Kita Luftmessungen. Das Ergebnis sollte Ende des Monats vorliegen. Die Hoffnung: Dass es positiv ausfällt, und dass die rund 100 Kinder ab der ersten Novemberwoche , also dem heutigen Montag, wieder in die Kita können.
Kita bleibt erstmal geschlossen
Banges Warten. Seit vergangenen Montag, 26. Oktober, liefert der Caterer wieder das Mittagessen: Es wird jetzt in der Bürgerhaus-Küche angerichtet und im kleinen Bürgerhaus-Saal serviert. Um die Kita betriebsbereit zu machen, wurden laut Grabau derweil Böden herausgenommen, die Küche ausgebaut – und gleich mehrere Trocknungsgeräte laufen. „Es gibt leider keine guten Neuigkeiten. Die Messergebnisse sind gekommen, und wir können wahrscheinlich für weitere drei Wochen nicht zurück in die Kita“, bedauert Grabau nun. Der Grund: In zwei Räumen war zum Zeitpunkt der Messung eine Schimmelbelastung vorhanden. „Die klare Empfehlung des Labors lautet deshalb, die Kita erst einmal nicht zu öffnen“, teilt Grabau mit.
Ausweichquartier im Bürgerhaus
Mindestens noch diese Woche soll weiter getrocknet werden. Mit dem sogenannten Fogging-Verfahren, einer Vernebelung, sollen danach vorhandene Sporen vernichtet werden. Anschließend muss alles gründlich desinfiziert werden. Eine erneute Messung schließt sich an. Bis das Ergebnis feststeht, werden die Kinder weiter im Bürgerhaus betreut. In Abstimmung mit dem Kreisjugendamt werden die Hortkinder nun im Kegelbahn-Raum untergebracht: „Dort gibt es zwei große Tische mit genügend Plätzen. Sie können dort auch Hausaufgaben machen, ohne von anderen Kindern gestört zu werden“, so Grabau. Das Essen soll „in mehreren Schichten im kleinen Saal eingenommen werden“. In Absprache mit Kreisjugend- und Gesundheitsamt können zusätzlich zu den rund 20 Hortkindern maximal 35 Kinder in der Notbetreuung aufgenommen werden.
Kommune und Kita-Leitung hoffen nun, dass die Einrichtung am Montag, 23. November, öffnen und wieder alle Kinder betreut werden können. „Nur gemeinsam können wir diese Herausforderung bewältigen und sind auf ihre Unterstützung angewiesen“, appellieren Gemeindeführung und Kita-Leitung an die Eltern.