Kreis Germersheim Vom Umzugsgast zur Prinzessin
BERG. „Wenn sich die Chance schon einmal bietet, dann freut man sich und nimmt das Angebot gerne an“, sagt Michelle Keiber aus Jockgrim, die in dieser Kampagne zusammen mit ihrem Freund Patrick Abdorf (ebenfalls Jockgrim) als Prinzenpaar des Carnevalvereins Rot-Weiß Berg „Die Gäßeknie“ auf dem Thron sitzt.
Sie waren von Natalie, der Tochter des jüngst verstorbenen Präsidenten Uli Heck angesprochen worden, ob sie nicht bereit wären als Prinzenpaar anzutreten. „Nach einer kurzen Unterredung haben wir beide spontan zugesagt“, erzählen sie. „Ich bin eigentlich gar keine Fastnachterin gewesen, sondern ein richtiger Faschingsmuffel. Ich war früher nur bei Umzügen als Zuschauerin dabei. Das hat mir überhaupt nicht gefallen – vor allem, wenn man von den Angetrunkenen angemacht wurde. Meine Mutter war dann regelrecht sprachlos, als sie in ihrem Urlaub von unserem Vorhaben als Prinzenpaar erfuhr“, sagt die 20-jährige Prinzessin offen. Seit der letzten Kampagne war sie mit ihrem Freund bei Sitzungen in Berg, Kandel, Billigheim oder bei den Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport dabei. „Das hat mir dann richtig Spaß gemacht“ erklärt sie, warum sie sich als Prinzessin zur Verfügung stellte. Ihr Freund, der 33-jährige Patrick Abdorf, im IT-Bereich bei Schaidt Innovations beschäftigt, ist in Berg kein Unbekannter. Seine Mutter führt dort einen Getränkemarkt und beliefert auch den Carnevalverein. Sein Vater ist seit Jahren Mitglied, tanzte im Männerballett und sitzt jetzt im Elferrat und im Vorstand des Vereins. Er selbst wurde von Uli Heck vor drei Jahren geworben. Seitdem ist er mit Hecks Bruder Stefan hinter der Bühne aktiv und seit den letzten Wahlen auch im Vorstand. Seine Freundin Michelle hat Abdorf durch die langjährige Tätigkeit beim Roten Kreuz in Jockgrim kennen gelernt, wo die auszubildende Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auch schon lange aktiv und noch im Jugend-Rot-Kreuz in der Leitung ist. „Wir haben uns hier kennen- und nach einiger Zeit, vor eineinhalb Jahren auch lieben gelernt“ , so das Prinzenpaar. Jetzt werden sie in dieser Kampagne mindestens ein Dutzend Sitzungen – auch die Fernseh-Sitzung in Frankenthal – mit erleben und noch bei mehreren anderen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb von Berg als Prinzenpaar repräsentieren. Auch die Familienmitglieder werden öfters dabei sein. „Ich kann mir meine Arbeitsschichten entsprechend legen“, meint Michelle. „Ich bin in den letzten Zügen als Auszubildende. Ab April beginnen meine Prüfungen im Vinzentius-Krankenhaus in Landau.“ Als Hobbys geben beide ihre Tätigkeit beim DRK in Jockgrim an. „Da geht die meiste Freizeit drauf“, sagen sie übereinstimmend. Dabei ist der Prinz auch noch im DRK des Landkreises aktiv. „Aber ihr beide esst doch auch gerne“, wirft Michelles Vater ein, der beim Gespräch ein wenig mitgehört hatte. „Ja, wir essen beide gerne gut, vor allem, wenn Mutti, die Hauswirtschaftsmeisterin ist, kocht“ ergänzt die Tochter.