Knittelsheim Viel Theater um den Seidenslip der Schlangenfrau
Eigentlich war alles eingeübt: Dann kam Corona – und der Auftritt im März 2020 musste abgesagt werden, ebenso 2021 und 2022. Wird jetzt das damals eingeübte Werk aufgeführt? Theaterleiter Michael Volk verneint das. Grund: Damals waren zehn Schauspieler beteiligt – drei davon konnten aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nun aber nicht dabei sein. Folge: Ein neues Stück musste her – und war schnell gefunden. Denn: Die Gruppe hat immer Komödien „in der Pipeline“. Kurios: Der neue Schwank sollte eigentlich schon viel früher aufgeführt werden. Volk verspricht den Zuschauern deshalb „eine Überraschung“.
Seit August bereiten sich die Schauspieler auf die Aufführungen vor: Leseproben, um zu sehen, ob das Stück geeignet ist, stehen am Anfang: „Es hat gepasst“, berichtet Volk. Und fügt an: „Man guckt auch, ob die Rollen, so, wie sie verteilt wurden, passen.“ Haken dran. Nächster Schritt, der sich bis Jahresende zog: sich den Text anzueignen, sich in der jeweiligen Rolle zurechtzufinden. Im Januar ging es auf die Bühne – zu Stellproben, zum ersten Spielen. Herausforderung dabei: noch ohne Kulisse. Die steht erst seit vergangener Woche. Seitdem wird unter der Regie von Annette Götz „richtig gespielt“, die Proben-Intensität deutlich erhöht: „Den Text kann jetzt jeder.“
Neuer in der Gruppe
Erfreulich: Ussi Ferraouni ist erstmals mit von der Partie. Der TuS-Fußballer hatte laut Volk bei einer Weihnachtsfeier des Vereins die Anwesenden schauspielerisch begeistert. Klar, dass sich die Theatergruppe, die stets auf der Suche vor allem nach jungen Darstellern ist, dieses Talent schnappte: „Wir haben ihn angesprochen. Er kam – und ist mit Leib und Seele dabei“, schwärmt Volk. Und ergänzt: „Seine Rolle ist zwar nicht besonders groß. Dass neue Mitspieler aber erst einmal eine kleine Rolle bekommen, machen wir grundsätzlich so.“
Apropos kleine Rolle: Auch Gebhard Vogler, langjähriges Mitglied der Gruppe, wird das Lustspiel mit einer extra für ihn eingebauten Nebenrolle bereichern.
Ehedrama zeichnet sich ab
Apropos Lustspiel: „Der Seidenslip der Schlangenfrau“, so der Titel des Dreiakters, klingt verführerisch: Hat sich der Handlungsreisende Thomas Hübsch (Michael Volk) von einer Hübschen im Hotel Sternschnuppe in Wien tatsächlich verführen lassen? Könnte sein: Dessen Frau Paula (Annette Lutz) findet in seiner Reisetasche nämlich einen roten Seidenslip. Ein Ehedrama ist programmiert. Freund Simon (Jürgen Gsell) springt Thomas zur Seite. Aber: Als Zimmermädchen Tini (Marie Isabell Christmann) in Erscheinung tritt, kommt Thomas immer mehr in Erklärungsnot. Dann machen sich auch noch Thomas’ Ehefrau mit Simons besserer Hälfte (Claudia Helm) auf den Weg nach Wien, um nach Tini zu suchen. Können Hoteldirektor Dieter (Dominik Wilhelm) und Stubenboy Ussi (Ussi Ferraouni) weiterhelfen? Kann Thomas seine Ehe retten? Und wem gehört denn das reizvolle, rote Beweisstück?
Info
Theateraufführungen am Samstag, 11. März (nur noch wenige Plätze frei), 19.30 Uhr, und Sonntag, 12. März, 19 Uhr, im Gemeindehaus. Karten für zehn Euro gibt es am Sonntag, 5. März, 11 bis 12 Uhr, im Gemeindehaus, Restkarten an der Abendkasse.