Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Steinweiler: Wohnprojekt für Senioren soll 2020 weiter kommen

Gemeinsam feiern, wie hier beim Dorffest im letzten Jahr, können die Steinweilerer schon immer. Jetzt will Ortsbürgermeister Mic
Gemeinsam feiern, wie hier beim Dorffest im letzten Jahr, können die Steinweilerer schon immer. Jetzt will Ortsbürgermeister Michael Detzel hilfsbedürftigen Senioren die Möglichkeit geben, im Ort alt zu werden und nicht weggehen zu müssen. Foto: grauhetdrei

Die Menschen werden älter. Auch vor Steinweiler macht die demographische Entwicklung nicht halt. Deshalb diskutierte der Rat über den Stand des Projektes „Gemeinsam älter werden in Steinweiler“ und stellte gleichzeitig die Weichen für die Fortführung.

„Im Jahr 2030 werden etwa ein Drittel der Bürger älter als 60 Jahre sein“, erklärte Ortsbürgermeister Michael Detzel (CDU) in der Gemeinderatsitzung am Mittwoch. Seit über fünf Jahren werde in Steinweiler über „Gemeinsam älter werden in Steinweiler“ gesprochen, so Detzel, selbst einer der großen Befürworter des Projekts.

Im Moment müssten ältere Menschen, die nicht mehr alleine Leben können, die Gemeinde nach Landau, Kandel oder irgendwo anders hin verlassen. Eigentlich noch fit, würden sie aus dem gewohnten Umfeld gerissen und könnten ihre Freunde, Vereine oder gewohnten Veranstaltungen nicht mehr besuchen. Dies gelte es zu ändern. Schließlich würden fast alle, Kinder mit den Kindergärten, die Schule und der Sport mit der Turnhalle und Vereine mit dem Bürgerhaus, unterstützt. Alles wichtige Projekte, die sich aber niemals refinanzieren würden. Dies könnte bei dem Wohnprojekt anders sein, so Detzel.

Schon 2015 seien über 100 Bürgern zu einer Veranstaltung zum Thema gekommen. Schon damals sei eine Liste aufgestellt worden, mit dem, was man habe und dem, was man brauche. Immer wieder seien dabei die Themen „Betreutes Wohnen“ und „Alten-Wohngemeinschaft“ genannt worden. Seitdem beschäftigte sich ein Arbeitskreis mit dem Thema, es wurde regelmäßig eine Gesundheitsmesse veranstaltet, sowie Nachbarschaftshilfe und Fahrdienste eingerichtet. Zudem konnte 2016 ein ehemals landwirtschaftlich-genutztes Areal direkt im Ortskern neben Bürgerhaus von der Gemeinde erworben werden, um dort ein Projekt mit verschiedenen Wohnformen zu verwirklichen.

Platz für zwölf betreute Senioren

Seither beschäftige sich ein Arbeitskreis mit Wohnformen im Alter. Ein erster Förderantrag sei 2016 noch abgelehnt, ein zweiter 2018 bereits genehmigt worden. Im Herbst 2018 sei deshalb die Wohnbauberatung Karlsruhe beauftragt worden. Alexander Grünenwald von der Wohnbauberatung zeigte denn in der Sitzung auch kurz auf, was seither geschah. So wurde in Arbeitskreisen und Workshops über verschiedene Wohnformen und Konzepte, sowie über mögliche Rechtsformen diskutiert. Eine Wohnbustour führte zu drei Standorten von ähnlichen Projekten. Zudem wurden Ideen gesammelt, fast „viel zu viele Ideen“, so Grünenwald, die dann auf Karten geschrieben und bepunktet wurden. Daraus ergibt sich nun als Ziel ein gemischtes Wohnquartier für alle Altersklassen, Familien, Alleinstehende und Paare. Platz für allgemeines und gemeinschaftliches Wohnen soll es geben, sowie zwölf Plätze von betreutem Wohnen. Alle Wohnungen sollen barrierefrei, energiesparend und vor allem bezahlbar sein. Deshalb werde es auch keine Tiefgarage geben, so Grünenwald.

Ein erster Strukturplan sieht fünf Gebäude auf dem Grundstück vor, darunter ein mit einer Brücke verbundener Doppelbaukörper. Dort sollen die betreute Wohngemeinschaft und die Gemeinschaftsräume liegen. Dazu kämen 22 Wohnungen von 45 bis 110 Quadratmeter. Die Nettowohnflache beträgt laut Grünenwald 2700 Quadratmeter.

Finanzierung steht noch nicht fest

Zwar waren sich die Räte bei der anschließenden Diskussion nicht einig, wie das Projekt finanziert wird und wer es finanzieren soll, trotzdem wurden zunächst einmal die weiteren Schritte beauftragt, im Februar sollen Koordinationsgespräche mit dem Planer, der Wohnbauberatung, der Verbandsgemeinde und der Gemeinde stattfinden. Zudem berät der Bauausschuss noch einmal über das Thema. Von März bis Mai kann dann ein planerischer Vorentwurf gemacht werden. Parallel könnte die Rolle der Gemeinde, die Rechtsform und die Finanzierung geklärt werden. Zudem sollen natürlich die Bürger weiter einbezogen und ein Betreiber des betreuten Wohnens gesucht werden.

Grünenwald, der das Projekt nicht als Planer sondern als Berater begleitet, empfahl der Gemeinde, nicht dem Betreiber die Planung zu überlassen, sondern mit einem fertigen Konzept diesen zu suchen. Mit der Wohnbauberatung habe er schon mehrere solcher Projekte verwirklicht, so Grünenwald. Viele davon würden heute als Vorzeigemodell herumgereicht. „Ich gehe davon aus, wir werden ein Steinweilerer Modell zustande bringen“.

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