Wörth Seit 25 Jahren nähen die „Flinken Finger“ für den guten Zweck

Jeden Dienstag treffen sich die „Flinken Finger“ im Pfarrheim.
Jeden Dienstag treffen sich die »Flinken Finger« im Pfarrheim.

Sieben „Flinke Finger“ der Katholischen Frauengemeinschaft von St. Theodard nähen jeden Dienstag seit über 25 Jahren die verschiedensten Artikel für ganz unterschiedliche Institutionen. Und was machen die Damen mit dem verdienten Geld?

1998 fing alles an. „Wir saßen im Wohnzimmer von Gerhild Püschel zusammen und nähten Babydecken für den jährlichen Basar unserer Katholischen Frauengemeinschaft St. Theodard“, erzählt Renate Hildenbrand. Zunächst waren sie nur zu dritt, innerhalb kurzer Zeit waren es einmal elf Teilnehmerinnen, die Spaß am Nähen hatten. „Aktuell sind wir nach Ab- und Zugängen noch sieben aktive Frauen“, so Hildenbrand im Gespräch mit der RHEINPFALZ in deren „Arbeitszimmer“ in der katholischen Pfarrei St.Theodard. „Hier treffen wir uns jeden Dienstag ab 13 Uhr bis gegen 18 Uhr bei Wind und Wetter ohne Ferien. Einige sind immer da. Heute sind wir beispielsweise sechs Frauen, da Brigitte Fuhrmann fehlt“, ergänzt Edeltraud Simon. „Im Laufe der Zeit haben wir uns dann einfach Flinke Finger genannt. Vieles hat sich seitdem entwickelt und ist dazu gekommen.“

Dann zählen die anwesenden Frauen – außer den vier Genannten noch Heidi Hanß, Elisabeth Tschan und Irmtraud Kleber – auf, was sie so alles gefertigt haben: Angefangen von Kissen, Decken in allen Größen – unter anderem auch Patchwork-Decken von 2,20 Metern –, Tischläufer, Engelchen, Weihnachtsdeko und Baumbehang.

Herzkissen für Krebsoperierte

Seit etwa zehn Jahren nähen sie auch Herzkissen ehrenamtlich für Krebsoperierte. „Zufällig bin ich durch einen Flyer darauf gekommen und habe gleich bei Britta Hansen, der zuständigen Frau, angerufen“, sagt Edeltraud Simon. „Sie hat eine Kooperation mit der Frauenklinik in Karlsruhe und liefert die Kissen dorthin sowie zur Palliativstation und zum Hospiz.“ Diese Herzkissen, von denen die „Flinken Finger“ schon einige Hundert genäht haben, dienen zur Entlastung der Schmerzen. „Sie werden dann von jemandem gefüllt. Für das Füllmaterial gibt es von uns Geldspenden“, so Edeltraud Simon.

Babymützen haben die Damen auch im Angebot.
Babymützen haben die Damen auch im Angebot.

Für Chemopatienten haben sie auch schon Portkissen genäht. Für die Brutkasten-Kinder der Kinderklinik fertigten sie bunte Babydecken und zwei kleine identische Herzen für Mutter und Kind. Zudem gibt es Kissen, Läppchen und Strümpfe. Die Wörther Babys können sich über Begrüßungslätzchen von den „Flinken Fingern“ freuen. „Wir haben aber auch schon größere Sachen wie Quilts genäht. Davon hängt einer auch über dem Altar von St. Theodard“, wirft Gerhild Püschel ein.

Anfragen der Kitas werden gerne erfüllt

Für die Bücherei haben sie besondere Beutel genäht, die so genannte Leselok, für die Kirche Stuhlbezüge und Gardinen. Auch Anfragen der Kitas zu Näharbeiten wurden gerne erhört und erfüllt. Zu Beginn der Corona-Zeit hat jede der „Flinken Finger“ zuhause Masken genäht, die an das Seniorenheim, an die Kirche und an die Stadt gingen „ohne dafür Geld zu verlangen“.

Kissen sind bei KIndern sehr beliebt.
Kissen sind bei KIndern sehr beliebt.

Weiterhin leisten die Damen Geldspenden an die Tafel für Windeln oder Trocken-Lebensmittel. Das Schiller-Haus in Wörth mit seinen betagten Bewohnern bekommt alle Jahre eine Geldspende fürs Eisessen. Auch das Frauenhaus in Landau ist schon mit einer Geldspende bedacht worden. Die „Flinken Finger“ spenden aber auch an private Personen, wie sie erzählen. So haben sie beispielsweise einem angeschossenen Soldaten im Krankenhaus geholfen.

Das Repertoire der „Flinken Finke“ ist sehr vielfältig.
Das Repertoire der »Flinken Finke« ist sehr vielfältig.

„Bisher haben wir in den über 25 Jahren unserer ehrenamtlichen Tätigkeit keine große Öffentlichkeit gesucht, außer bei unseren jährlichen äußert gut besuchten Basaren. Durch das Gespräch mit der RHEINPFALZ können wir aber auch mal zeigen, wofür wir das Geld, das wir einnehmen, wieder verwenden“, sagt Edeltraud Simon.

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