KREIS GERMERSHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Schnelltests sind stellenweise knapp

Schnelltests für den Hausgebrauch werden im Handel derzeit stellenweise knapp. Demnächst werden wohl auch wieder mehr Tests in S
Schnelltests für den Hausgebrauch werden im Handel derzeit stellenweise knapp. Demnächst werden wohl auch wieder mehr Tests in Schulen benötigt.

Mit den steigenden Corona-Infektionszahlen wächst der Bedarf an Schnelltests. In manchen Geschäften übersteigt die Nachfrage aktuell das Angebot. Während einige Apotheken von ausverkauften Regalen berichten, sichert andernorts eine in Zeiten von Just-in-time-Belieferung aus der Mode gekommene Handelsstrategie die Versorgung.

„Unser Lieferant sagt, es wird knapp, aber er könne uns noch beliefern“, sagt Johannes Stelzner von der Corona Teststation am Maximiliancenter. Die Nachfrage sei deutlich gestiegen. „Wir machen derzeit bis zu 200 Tests pro Tag.“ Derzeit profitiert Stelzner noch von einigen Tests auf Lager. Wenn es bei seinem Lieferanten knapp werden sollte, will er auf die Versorgung des Landes mit Testkits umsteigen. „Da gibt es Alternativen.“

Auch Marc Sickelmann will seine Teststation in Westheim wie bereits in Rülzheim künftig über die Landesvorräte versorgen. „Das ist eine sehr anstrengende Zeit gerade“, berichtet er von einer „extrem hohen Nachfrage“. Mit den steigenden Corona-Fallzahlen und vor dem Hintergrund der Faschingsfeiern in der vergangenen Woche prognostiziert er: „Diese Woche ist entscheidend, was mit der Pandemie passiert“ und rechnet mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Corona-Tests.

Fast schon wieder auf Volllast

Das seit Samstag wieder kostenlose Angebot an den Teststationen findet großen Anklang. „Wir laufen fast schon wieder auf Volllast“, sagt Michael Walch von der Apotheke Walch in Germersheim. Er hat sich bereits Mitte Oktober mit dem vorläufigen Ende des kostenlosen Angebots in der Erwartung steigender Nachfrage mit 4000 Tests für seine Teststation eingedeckt. „Wenn das Landesamt was hat, umso schöner, aber ich habe mittlerweile auch gute private Quellen“, ist Walch zuversichtlich das Testangebot zuverlässig aufrecht erhalten zu können.

Schwieriger sei die Versorgung mit Selbsttests in seiner Apotheke. Er selbst profitiere zwar von guten Kontakten zu Lieferanten durch sein Testzentrum, doch zeitweise Engpässe bei den Laientests kämen auch bei ihm vor. „Derzeit haben wir nur 5er-Testsets, Einzeltests sollen nächste Woche erst wieder eintreffen.“ Er setzt dabei auf einen Zwischenhändler, der aktuell „über Wucherpreise flucht“.

Allgemeine Lieferengpässe wirken sich aus

Neben den steigenden Fallzahlen und den zeitweise kostenpflichtigen Schnelltests seien auch allgemeine Lieferengpässe bei der Versorgung aus China verantwortlich, sagt Walch. „Gerade herrscht ein großer Druck auf die Logistik-Kapazitäten, die Corona-Tests konkurrieren bei den Schiffsplätzen mit Chipteilen für die Automobilindustrie.“ Mangelnde Lieferungen sorgten gerade bei große Supermarktketten für Einkaufspreise, die sie nicht aufwenden wollten, sagt der Apotheker. Bei Edeka in Rülzheim kann Patrick Müller noch nicht von Engpässen berichten, „noch läuft die Versorgung stabil“, sagt der Marktleiter.

„Wir haben derzeit nur noch einen Schnelltest für den Notfall“, sagt hingegen Katharina Burkhardt von der Bienwald Apotheke in Kandel. Im Moment seien sonst keine Tests verfügbar. „Im Moment sind alle Großhandlungen leer, auch von der Landesapothekenkammer haben wir keine Informationen“, sagt die Apothekerinnen. Auch andere Apotheken berichten, dass sie derzeit keine Tests im Großhandel bestellen könnten. „Wir haben das Lager noch voll“, sagt dagegen Oliver Köhler von der Wörther Zügel Apotheke. „Tests haben wir schon vor Monaten eingekauft, da haben wir noch einige da.“ Bis zu acht Mal höher ist die Nachfrage nach den Selbsttests auch in der Ratsapotheke in Rheinzabern. „Wir haben gerade bestellt, da wir ausverkauft waren“, hofft Sinja Ochsenreiter auf eine schnelle Lieferung.

Bedarf bei Unternehmen und Privat

14 positive Schnelltests in zwei Tagen

„Viele Unternehmen fragen nach, aber auch Privatkunden zeigen einen großen Bedarf an eigenen Schnelltests“, sagt Walch. „Bei einigen Menschen hat sich die Möglichkeit kostenloser Tests noch nicht rumgesprochen oder sie bevorzugen den Corona-Test zuhause zu machen.“ Erschreckend seien für ihn gerade die hohe Zahl an positiven Tests. „In den vergangenen zwei Tagen hatten wir 14 positive Schnelltests, eine solch hohe Quote hatten wir im Testzentrum noch nie.“ Die hohe Quote sei besorgniserregend, da „wir eigentlich nur asymptomatische Personen testen“, sagt der Apotheker.

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