Kandel Schüler demonstrieren Solidarität mit Ukrainern
Es war ein beeindruckendes Bild, das sich kurz nach 11 Uhr auf dem Kleinspielfeld vor der Bienwaldhalle bot: Über 800 Personen – Schüler und Lehrer – hatten sich zum weltweit bekannten Friedenszeichen aufgestellt. Dazu wurden oberhalb des 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom erfundenen Peace-Symbols blaue und gelbe Plakate in den Himmel gereckt. Sie bildeten die ukrainische Flagge.
Als am Mittwoch nach den Winterferien die Schule wieder begann, beherrschte der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland auch die Gespräche auf den Fluren und in den Klassensälen der IGS Kandel. „Die Kinder und Jugendlichen machen sich Sorgen“, sagt Schulleiterin Melanie Müller. Sie thematisierte deshalb vor Unterrichtsbeginn den Krieg in einer Durchsage. „Aus der Schülerschaft kam dann der Wunsch, ein Zeichen zu setzen. Wir wollen unsere Solidarität mit dem ukrainischen Volk zeigen“, sagt die Schulleiterin, die dieses Amt erst vor drei Wochen übernommen hat.
„Auch russische Schüler sind fassungslos“
Die Integrierte Gesamtschule Kandel sei Modellschule für Partizipation und Demokratie, sie sei eine Schule ohne Rassismus und mit Courage. „Da passt diese Solidaritätsbekundung dazu“, betont Müller. Die Aktion werde von allen Schülern mitgetragen. „Wir haben auch russische Schüler, die sind auch fassungslos über das, was da in der Ukraine passiert“, sagt Müller.
Mucksmäuschenstill war es bei der Schweigeminute, mit der an die vielen Todesopfer des Krieges gedacht wurde. Im Anschluss gab es einen kurzen Applaus für die ukrainische Bevölkerung, um den Menschen Mut zu machen. Danach löste sich das riesige Peacezeichen, das für die Forderung nach Frieden und Völkerverständigung steht, diszipliniert auf – Klassenstufe für Klassenstufe. Nach zehn Minuten Pause wurde mit der sechsten Stunde der normale Unterricht fortgesetzt.
Spendenaktion wird organisiert
Wobei – so ganz normal kann der Unterricht in diesen schwierigen Zeiten einfach nicht sein. „Der Krieg in der Ukraine wird auch im Unterricht weiter thematisiert“, kündigt Müller an. Außerdem soll es ab der kommenden Woche Hilfsaktionen für die Ukraine geben. „Die Schülervertretung ist schon dabei, eine Spendenaktion zu organisieren“, sagt Müller. Zunächst sollen Sachspenden gesammelt werden, aber auch Geldspenden sollen ermöglicht werden. „Vielleicht können wir ein Vorbild für andere Schulen sein. Aber ich bin mir ganz sicher, dass auch andere Schulen ein Zeichen setzen werden“, so Müller.
Termin
Eine weitere Menschenkette gibt es am Freitag, 18 Uhr, in Wörth über die Brücke der Mozartstraße von der Friedenskirche zu St. Theodard.