Kreis Germersheim
Schüler aus Kandel fahren ohne Corona-Panik nach Norditalien
Erst am Freitag sind Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kandel zum Skikurs nach Norditalien gestartet. „Selbstverständlich, das war lange geplant“, bestätigt Schulleiter Wolfgang Poggel auf Anfrage der RHEINPFALZ. Wie jedes Jahr geht es in das Ahrntal, das direkt hinter der Grenze zu Österreich liegt.
Unterwegs ist unter anderem der Sportleistungskurs. Die Eltern habe man vorher umfassend informiert, sagt Poggel. „Wenn jemand gesagt hätte, sein Kind soll nicht fahren, dann wäre das selbstverständlich respektiert worden.“ Es sind auch alle gefahren. „Es gibt ja keine Reisewarnung“, sagt Poggel. Diese gilt nur für Provinz Lodi in der Lombardei sowie in die Stadt Vò Euganeo in der Provinz Padua in Venetien. Die Schulaufsicht war laut Poggel schon länger über die Fahrt informiert. In Sachen Hygiene habe man Schüler und Eltern im Übrigen vorher „eingenordet“.
Direkter Draht nach Norditalien
Etwas ist dann doch anders als sonst: Der direkte tägliche Draht zu den Skifahrern. Er stehe in engem Kontakt mit den Klassenelternsprechern, um den Informationsfluss aufrecht zu erhalten, sagt Poggel. Außerdem telefoniere man täglich mit den Lehrern, die den Skikurs begleiten. „Es geht allen gut, es gibt keine Verdachtsmomente“, das gelte auch für die anderen Gruppen, die dort unterwegs seien.
Am Freitagabend kommen die Schüler zurück, vor dem nächsten Schulbesuch liegt noch das Wochenende. Die Eltern werden die Schüler beobachten, falls es doch einen Verdacht gäbe, würden sie nicht in die Schule geschickt.
Für das Bildungsministerium im Mainz ist dies Vorgehen in Ordnung: Klassenfahrten oder Skikurse werden weit im Voraus geplant. Es braucht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, um Regressansprüche abzuwenden, sagt die Sprecherin des Ministeriums. Gleichzeitig müsse natürlich jede Schule prüfen, wohin die einzelnen Fahrten gehen.
Schulen halten an Fahrten fest
Auch andere weiterführende Schulen im Kreis sehen noch keinen Grund, Reisen abzusagen. Die Skifreizeit Anfang Februar habe bedenkenlos stattgefunden, sagt der Konrektor der Realschule in Germersheim, Tobias Schumacher. „Wir waren auf dem Feldberg, aber passiert ist nichts. Auch die Berlin-Fahrten stehen noch aus für den Mai. Wir werden wie jedes Jahr dorthin fahren, es sei denn es gibt Reisewarnungen“, versichert er.
Alexander Ott, Schulleiter an der Berufsbildenden Schule in Germersheim, bestätigt dieses Vorgehen: „Eine Exkursion nach Auschwitz steht noch aus und wird nach bisherigem Kenntnisstand auf jeden Fall auch stattfinden“.
Eine Fahrt an den Gardasee plant die Integrierte Gesamtschule Rülzheim. „Wir werden sehen, was bis zum Reisebeginn noch passiert und ob wir die Fahrten stornieren müssen“, sagt Schulleiter Jürgen von Randow.
„Wir als Schule sind fremdbestimmt, was das angeht. Wir stehen im ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt, wenn also etwas wäre, würden die Mitarbeiter dort das weitere Vorgehen bestimmen“ erklärt Schulleiter Holger Hauptmann vom Europagymnasium Wörth. Im Mai sollen die Studienfahrten der 12. Klassen stattfinden. „Reiseziele sind Barcelona, aber auch Kroatien und sogar Italien. Dass wir dabei nicht in die Risikogebiete reisen, versteht sich von selbst“.
Auch Ariane Ball, Schulleiterin des Goethe Gymnasiums in Germersheim, versichert: „Die Kursfahrten sind erst für den Herbst geplant, trotzdem haben wir neben dem Atlantik auch Südfrankreich, Segeln auf der Nordsee oder eine Städtefahrt im Blick“.