Maximiliansau
Rheinbrücke: Containerschiff verursacht „erheblichen Schaden“
Den ersten Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Karlsruhe zufolge fuhr am Dienstag gegen 7 Uhr ein mit 158 Containern beladener Güterschubverband auf dem Rhein flussaufwärts. Er kam aus den Niederlanden, sein Ziel war Basel. Bei Maximiliansau kollidierte ein Teil der oberen Containerlage mit der Brücke. Erkennbar beschädigt wurde dabei der Träger der Wartungswagenschiene an der Unterseite des Stahlkastens, der ein wesentliches Element der Brücke ist. An der Schiene sei auf einer Länge von rund 5 Metern ein erheblicher Schaden entstanden, so die Polizei. Die Beamten schätzen seine Höhe auf rund 60.000 Euro. Menschen wurden bei der Havarie nicht verletzt. Die Container an Bord wurden durch den Unfall lediglich leicht verschoben. Den Schiffsführer erwartet eine Anzeige, so die Polizei.
2010: Rheinbrücke nach Havarie teilweise gesperrt
Ein ähnlicher Unfall mit einem sehr ähnlichen Schadensbild ereignete sich am 15. November 2010. Ein ebenfalls flussaufwärts fahrender Schubverband mit einem Baggerschiff rammte damals die Rheinbrücke. Der Grund war eine Unachtsamkeit: Ankerstreben standen während der Fahrt zu weit nach oben. Diese werden zum Baggern in den Fluss gerammt. Auch das Schadensbild war im November 2010 von außen betrachtet sehr ähnlich: Die Schiene, an der ein Korb für Wartungsarbeiten läuft, war stark verbogen. Allerdings wurde 2010 wegen dieser Schäden die rechte, äußere Fahrspur über die Rheinbrücke gesperrt – davon war am Dienstag keine Rede.
Frei gegeben wurde die gesperrte Spur 2010 übrigens erst wieder, als auch der hohle Stahlkasten von innen untersucht war. Dieser ruht auf den Brückenpfeilern, auf dem Kasten liegen die mittleren und linken Fahrspuren.
Schaden liegt in Nähe einer Querstrebe
Die äußere Spur hingegen liegt auf einer flachen Stahlblechkonstruktion, die von Stützen und Querstreben getragen wird. Darauf fahren dann beispielsweise die schwer beladenen Lastwagen, die von der Raffinerie kommen. Und hier liegt auch der entscheidende Unterschied zwischen dem Unfall am Dienstag und dem vor gut 11 Jahren: Die Aufprallstelle befindet sich diesmal genau unterhalb einer der Querstreben. Das Regierungspräsidium Karlsruhe, dessen Experten für die Sicherheit der Brücke zuständig sind, war am Dienstag am späten Nachmittag nicht mehr zu erreichen. Die Polizei wiederum hatte über den Unfall vom Morgen erst am Dienstagnachmittag berichtet.