Westheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ratsmitglieder feilschen um Geld für Verein

Der Turnverein Westheim will den Hartrasenplatz in einen Naturrasenplatz umwandeln. Unser Bild zeigt den Naturrasenplatz des SV
Der Turnverein Westheim will den Hartrasenplatz in einen Naturrasenplatz umwandeln. Unser Bild zeigt den Naturrasenplatz des SV Phönix in Schifferstadt.

Der Turnverein Westheim (TVW) will den bestehenden Hartplatz mit 75.000 Euro in einen Naturrasenplatz umwandeln und hat die Ortsgemeinde deshalb um einen Zuschuss von 25.000 Euro gebeten. Der Gemeinderat ist sich bei seiner Sitzung am Montag über die Fördersumme jedoch uneinig. Also ist Feilschen angesagt.

TVW-Vorsitzender Fabian Maier hatte dem zuständigen Ausschuss bereits am 13. September die Pläne vorgestellt. Eine kleine Hürde: Das Sportgelände gehört der Gemeinde. Der Rat muss deshalb das Vorhaben genehmigen, was er auch einstimmig tat. Schwerer tat sich das Gremium damit, sich auf eine Zuschusshöhe zu einigen, obwohl sich die Ratsmitglieder einig waren, dass der TVW für den Ort wichtig ist.

Viel Lob für den Verein - Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) nannte den Verein „eine sehr große Bereicherung für die Gemeinde“ und lobte „das sehr große Sportangebot, vor allem auch für die Jugend“. Der TVW sei zudem sehr aktiv bei Festen, habe sich neu aufgestellt, es geschafft, Geld in die Kasse zu bringen, schon viel Eigenleistung investiert und für das Vorhaben einen Förderantrag beim Sportbund Rheinland gestellt. Laut Grabau sollen die Projektkosten von 75.000 Euro auch mit 30.000 Euro an Spenden und 3000 Euro an Eigenmitteln geschultert werden.

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Zunächst geht es um 10.000 Euro

Den Gemeindezuschuss betreffend, gab sie zu bedenken, dass die Kommune „auch noch für andere Baustellen“ wie die kostenintensive Sanierung des Bürgerhauses im Haushalt 2022 Geld bereitstellen und die Finanzen im Blick behalten müsse: „Seitens der Gemeindeführung haben wir uns ausführlich Gedanken über den TVW-Antrag gemacht“, betonte sie. Angesichts der Tatsache, dass der Verein bereits seit elf Jahren mit 350 Euro monatlich gefördert werde und die Kommunalaufsicht freiwillige Leistungen und die Finanzen sehr kritisch prüfe, schlug sie 10.000 Euro vor. Fügte aber an: „Das ist nicht in Stein gemeißelt.“

FWG-Sprecher Serafettin Yöndem, der bis vor zwei Jahren Fußballer war und deshalb „mit kleiner grün-weißer Brille“ (Grün und Weiß sind die Vereinsfarben) sprach, legte „eine Schippe drauf“: 15.000 Euro. „Der Verein, bei dem sehr viel im Aufbruch ist, ist mit seinen vielen Angeboten und dem Kerwestand sehr aktiv, fürs ganze Dorf enorm wichtig.“ Mit dem Zuschuss könne die Gemeinde dem TVW jetzt etwas zurückgeben, so Yöndem.

SPD sieht Gemeinde in der Pflicht

Auch wegen der gelungenen Neuaufstellung des TVW stimmte SPD-Sprecher Alexander Dietz Lobeshymnen an: „Finanziell hat der Verein bessere Aussichten als vor fünf Jahren.“ Da dieser mehrere Vorhaben verwirklichen wolle, müsse ihn die Gemeinde „mit allen Mitteln unterstützen“: Die beantragten 25.000 Euro sind für Dietz „das nötige I-Tüpfelchen, um alles zu Ende bringen zu können“. Dass die Kommunalaufsicht den Zuschuss kritisiere, glaubt er nicht: „Das ist nicht nur eine freiwillige Leistung, das ist gemeindeeigenes Gelände. Und die Gemeinde hat die Pflicht, den Sportverein zu fördern.“

Beigeordneter Gerhard Weiss (FWG) betonte, dass der TVW als einziger Verein den Ortsnamen nach außen präsentiere und stets hilfsbereit sei. Er bat aber auch darum, die Kosten für das Bürgerhaus und die Kita im Auge zu haben: „Wo nehmen wir das Geld her, das wir nicht haben?“, fragte er – und war für 15.000 Euro.

Am Ende ein Kompromiss

Kompromiss-Vorschlag von Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau, dem sich auch Beigeordneter Sascha Gießler und Stefan Leinenbach (beide FWG) anschlossen: 20.000 Euro. „Wir sollten den TVW unterstützen, mit dem was geht, aber auch nicht allzu hoch reingehen“, so Leinenbach. Seine Devise: „Abwarten, was vom Sportbund kommt. Wenn am Ende Geld fehlt, können wir immer noch zuschießen.“ Gießler befürchtet, dass bei einem zu hohen Betrag die Sportbund-Förderung niedriger ausfallen könne. Inge Volz (SPD) beruhigte: Diese werde „prozentual von den 75.000 Euro“ berechnet: „Das ist unabhängig von dem, was wir in den Haushalt einstellen.“ Für 25.000 Euro plädierte auch Markus Simon (SPD): Über die Auszahlung des Zuschusses müsse der Rat eh separat beschließen. Einstimmig befürwortete der Rat schließlich, 25.000 Euro einzustellen.

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