Kreis Germersheim Pumpe wälzt 1000 Liter um
„Wenn Alarm ist, dann lässt man alles stehen und liegen. Das geht vor dem Privatleben“, sagt Verbandsbürgermeister und ehemaliger Wehrleiter Frank Leibeck beim Tag der Feuerwehren gestern in der Arena in Weingarten. Feuerwehrleuten ginge es darum, anderen Menschen schnellstmöglich Hilfe zu leisten.
Es präsentierten sich die Feuerwehren Freisbach, Lingenfeld, Lustadt, Schwegenheim, Weingarten und Westheim. Sie boten einen Einblick in Einsatz- und Sonderfahrzeuge. Zu sehen war unter anderem das Mehrzweckfahrzeug „MZF 2“, das dem Nachschub dient und zum Beispiel Sandsäcke transportiert oder etwa das „Dekon P“, ein Fahrzeug für Gefahrguteinsätze der Verbandsgemeinde Edenkoben. Dieses dient zur Dekontamination von Personal und Material, beispielsweise wenn Säure auf die Haut gelangte. Im Mittelpunkt stand ein ganz besonderes Fahrzeug: Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Feuerwehr Weingarten im Wert von 56.500 Euro. Es ersetzt ein 36 Jahre altes Einsatzfahrzeug und komplettiert den Fahrzeugbestand der Verbandsgemeinde auf 16 Einsatz- und Sonderfahrzeuge. Das TSF verfügt zusätzlich über eine leistungsstarke Tragkraftspritze (Pumpe) für 12.000 Euro, um aus einem Hydranten oder Bach Wasser zu entnehmen. Hierbei pumpt es 1000 Liter in der Minute. „Wir sind stolz auf dieses Fahrzeug, das dem neusten Stand der Technik entspricht. Und wir freuen uns, dass uns das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss in Höhe von 21.000 Euro gewährte“, sagt Wehrleiter Michael Koch. Er sei froh darüber, dass Weingarten wie alle anderen Orte in der Verbandsgemeinde „noch eine eigene Freiwillige Feuerwehr besitze“. Die Entscheidung, welches Fahrzeug und welche Pumpe letztendlich gekauft wurde, war nach Aussage des Wehrleiters langfristig geplant. „Drei Kollegen von der Feuerwehr Weingarten, die Wehrleitung und die Verbandsgemeindeverwaltung waren für die Ausschreibung des Fahrzeugs zuständig. Bei der Wahl der Pumpe bildeten wir vor drei Jahren ein Gremium und testeten verschiedene Herstellermodelle auf Herz und Nieren. Wir entschieden uns dann für die TS 10/10.“ Laut Koch sei es ein großer Vorteil, dass dieses Modell nun in allen Feuerwehren der Verbandsgemeinde verwendet wird, so dass bei Personalknappheit jeder Feuerwehrmann problemlos die Pumpe bedienen könne. Alle neu angeschafften Fahrzeuge wie den TSF in Weingarten, die maximal vier Tonnen Normbeladung haben, können junge Feuerwehrleute allerdings mit ihrem Pkw-Führerschein nicht fahren, denn dieser gilt nur bis dreieinhalb Tonnen. „Es ist wichtig, dass möglichst viele unserer Leute den TSF fahren können. Derzeit machen vier Kollegen den Feuerwehrführerschein für rund 500 Euro, der es ihnen erlaubt, unsere Fahrzeuge bis siebeneinhalb Tonnen zu fahren“, sagt Koch. (smoh)