Kreis Germersheim "Pro Bahn" bringt bemerkenswert wenige Argumente

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Mehr Bahnverbindungen kosten mehr Geld. "Pro Bahn" lässt gute Argumente dafür liegen, wie der ÖPNV jetzt schon besser werden könnte.

Der Regionalverband von „Pro Bahn“ will dichteren Zugverkehr zwischen Wörth und Germersheim, bringt aber bemerkenswert wenige Argumente. Unter anderem habe „Pro Bahn“ „sorgfältig recherchiert“, dass die Nachfrage auf der Strecke sich verfünffachen ließe – ohne hohe Kosten, auch wenn der Verband zur aktuellen Nachfrage keine Zahlen habe. Das schreibt der frühere Landtagsabgeordnete Gerhard Stolz aus Karlsruhe an den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Wissing. Aus Stolz’ Brief könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass die zuständigen Planer seit zehn Jahren bisher völlig unbemerkt ihre Arbeit äußerst schlecht gemacht und dabei sehr viel Geld verbrannt hätten. Steinalt ist die These von der Verfünffachung der Fahrgastzahlen außerdem: Entsprechende Leserbriefe gehen seit gut 20 Jahren wiederkehrend bei der RHEINPFALZ ein.

Gute Argumente werden liegengelassen

Außerdem müssten die Stadtbahnzüge im Moment erstaunlich leer sein, wenn noch so viele Fahrgäste Platz haben sollen. Sollten die Züge heute aber bereits voll sein, würde der Platz für zusätzliche Fahrgäste fehlen, sodass mehr Fahrzeuge benötigt werden. Und wenn mehr Züge fahren sollen, ist das niemals für fast umsonst zu haben. Nennenswerte Angebotsverbesserungen kosten mindestens sechsstellige Beträge, allerdings ohne dass die Fahrgeldeinnahmen in den Himmel wachsen. Erstaunlich ist, dass Stolz aber gute Argumente liegen lässt, obwohl er als verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag war und daher Fachmann sein dürfte: Unzuverlässige Fahrpläne und Fahrtausfälle wegen Fahrermangels waren kein Ruhmesblatt für die Stadtbahn-Betreiberin AVG. Am Bahnhof Germersheim müssen Fahrgäste weit laufen, wenn sie beim Umsteigen auf einen anderen Bahnsteig müssen – ein Vorteil der S-Bahn nach Mannheim. Außerdem könnten zusätzliche Haltepunkte mehr Fahrgäste bringen: Im Industriegebiet Rülzheim hat sich erst in den letzten Jahren neben der Schiene ein Arbeitsplatzschwerpunkt entwickelt. In Wörth liegt der Haltepunkt Zügelstraße ungünstig, da ein Neubaugebiet scheiterte und weiter nördlich entlang der Schiene entstand.

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