Kreis Germersheim Pressehinweis hilft Einbrecher hinter Gitter zu bringen

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Zehn Einbrüche in drei Tagen beging ein 28-jähriger Albaner vor einem halben Jahr. Am vergangenen Donnerstag verurteilte ihn das Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er vom 3. bis 5. Februar in Neupotz, Rülzheim, Rheinzabern und Wörth in Einfamilienhäuser eingestiegen ist und Geld und Schmuck gestohlen hat. Erwischt wurde er, weil die Bürger durch einen Hinweis in der RHEINPFALZ gewarnt waren.

Kaltblütig und dreist nannte das Gericht die Einbrüche. Mit einem Schraubenzieher wurden Terrassentüren aufgehebelt und die Wohnungen gezielt nach Schmuck und Bargeld durchwühlt. Wenn der Einbruch wegen Bewegungsmeldern, gesicherten Fenstern oder anwesenden Hausbewohnern nicht klappte, ging der Täter eine Straße weiter. Es spreche einiges für Hintermänner, die den Angeklagten eigens für die Einbrüche hergeholt und ihn gezielt in die Wohngebiete geschickt hätten, sagte der Vorsitzende Richter. Mit 18 Jahren war der Albaner nach Italien gezogen. „Es war immer Mangel in Nordalbanien und es gab die Blutrache.“ Mit Hilfe der Familie und Freunden eignete er sich Kenntnisse als Wasserinstallateur, Fliesenleger und Barkeeper an. Sein Geld verdiente er mit Gelegenheitsjobs. Aber er konsumierte und verkaufte auch Kokain, wofür ihn ein Gericht in Mailand zu drei Jahren und drei Monaten Haft, verurteilte. Diese Strafe sei verbüßt, teilte der Angeklagte mit. Inzwischen hat er einen dreijährigen Sohn, der mit seiner Mutter und Verwandten aus Kalabrien angereist war und die fast dreistündige Gerichtsverhandlung in Landau miterlebte. Sie wollten den Vater und Lebensgefährten am liebsten nach Hause mitnehmen. Denn für den Verteidiger überwogen die Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Das Gericht indes hatte „keine Spur des Zweifels“ , zerlegte Richter Brock die Geschichte, die sich der Angeklagte in den vergangenen vier Wochen zurechtgelegt hatte. Denn am 1. Juli war er vom Schöffengericht in Landau bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden und sitzt seither in Haft, weil er den Einbruch in Hördt, bei dem er erwischt wurde, gestehen musste. Danach hörte die Einbruchserie abrupt auf. Die zehn vorhergehenden Fälle waren nach dem gleichen Schema abgelaufen. Auch aus Gründen der Prävention gegen osteuropäische Banden, die in Deutschland das „gelobte Land für Einbrecher“ sähen, wurde auf Hochtouren ermittelt. Unter anderem wurde die Schwester des Angeklagten gesucht, die in Hagenbach oder Wörth wohnen sollte. Er sei zu ihr gefahren, um in Deutschland Arbeit zu suchen. Weil er aber weder ihren Nachnamen noch ihr Geburtsdatum wusste, wurde sie nicht gefunden. Ebenso wenig wie der rumänische Autohändler, mit dem sich der Angeklagte im Zug von Basel nach Karlsruhe spontan angefreundet haben wollte. Mit ihm sei er vier Tage lang, vorwiegend in einer Bar in Wörth zusammen gewesen. Statt sich um Arbeit zu kümmern, habe er seine Reisekasse von 500 Euro verspielt. Nun habe er einen Einbruch begehen müssen, um die Rückfahrt zur Familie nach Kalabrien zu bezahlen. Das Auto, mit dem er in der Südpfalz herumfuhr, habe ihm in Germersheim ein Freund dieses rumänischen Autohändlers zur Verfügung gestellt. Dieser orangefarbene Mercedes SLK sollte das Hauptindiz werden. Er wurde einem Glasermeister aus Lauterbourg quasi unter dem Hintern weg gestohlen. Außer durch die Farbe fiel er durch ein fremdes Nummernschild auf. Durch eine Pressemeldung aufmerksam geworden, beobachteten viele Zeugen den SLK in der Umgebung der Tatorte. Am 5. Februar führte er die Polizei schließlich zum Angeklagten. Abgesehen davon gab es einen Augenzeugen und Fußspuren. Zu Lasten des Angeklagten ging auch, dass eine Zeugin bis heute wegen des Einbruchs unter psychischen Folgen leidet. Ein Attest ersparte ihr die Aussage vor Gericht. (mldh)

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