Kreis Germersheim Noch gibt’s Platz auf der Ausweichbrücke

Mehr Verkehr, aber weit weg von Staus und Verkehrschaos: Die Germersheimer Rheinbrücke.
Mehr Verkehr, aber weit weg von Staus und Verkehrschaos: Die Germersheimer Rheinbrücke.

Verkehr auf B35-Brücke hat deutlich zugenommen - Mögliche Schäden durch höhere Belastung noch nicht absehbar

In Speyer ist die Salierbrücke gesperrt, die Rheinbrücke bei Wörth ist nur eingeschränkt nutzbar. Die Folgen sind Staus, veränderte Verkehrsströme und verstärkter Verkehr zum Beispiel auch auf der Rudolf-von-Habsburg-Brücke in Germersheim. Eine Nachfrage beim Landesbetrieb für Mobilität (LBM), wie viele Pendler aus Rheinland-Pfalz beziehungsweise Baden-Württemberg die Brücke bei Germersheim normalerweise nutzen und wie viele es jetzt sind, belegt die Zunahme des Verkehrs auf der Brücke.

"Für höheres Verkehrsaufkommen ausgelegt"

„Wir können nur etwas zu den generellen Verkehrsstärken sagen, nicht aber zu Pendlerströmen“, heißt es seitens des LBM. Eine Stichproben-Auswertung der Dauerzählstelle auf der Rheinbrücke Germersheim (B 35) hat ergeben, dass die Verkehrszahlen gestiegen sind. Wurden an einem Werktag vor der Sperrung in Speyer rund 18.000 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden verzeichnet, so waren es danach rund 23.000 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden an einem vergleichbaren Werktag Ende Januar 2019. Auf die Frage, für wie viele Autos und Laster die Rudolf-von-Habsburg-Brücke ausgelegt ist, sagt der LBM: „Die Rheinbrücke bei Germersheim ist in die Brückenklasse 60 eingestuft; Einschränkungen für den Verkehr gibt es nicht. Brücken der Brückenklasse DIN 60 können rein rechnerisch neben dem normalen Pkw-Verkehr einen 60 Tonnen schweren Lkw tragen und sind für das höhere Verkehrsaufkommen ausgelegt.“

"Gefahrenstellen sind nicht bekannt"

Ob nach dem Ende der Sanierungs- und Ertüchtigungsarbeiten an den Rheinbrücken bei Karlsruhe und Speyer (B39) eventuell auch Sanierungen an der Rheinbrücke bei Germersheim erforderlich werden – ausgelöst durch die temporäre höhere Verkehrsbelastung – sei derzeit nicht absehbar. „Dies wird sich insbesondere auch aus den regelmäßig stattfindenden Brückenprüfungen ergeben“, so die Auskunft des LBM. Was Verkehrsflüsse, Gefahrenstellen, Ausweichverkehr und Staus angeht, bestätigt das Regierungspräsidium Karlsruhe eine Verkehrszunahme vor allem auf der A 61. Die Umleitung als einzig sinnvolle Alternative zur Speyerer Brücke werde gut angenommen. „Gefahrenstellen sind nicht bekannt. Im Berufsverkehr kommt es ab und an zu stockendem Verkehr, bisher gab es keine längeren Staus“, teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe mit.

Salierbrücke: "Umleitung funktioniert soweit"

Zu den Auswirkungen der Rheinbrückensanierung bei Wörth schreibt das Amt: „Im morgendlichen Berufsverkehr kommt es zu Staus in Fahrtrichtung Karlsruhe. Während des abendlichen Berufsverkehrs kommt es zu Staus in Richtung Wörth. Aktuelle Verkehrszahlen liegen uns nicht vor“. Da die Rheinbrücke nicht komplett gesperrt ist, ist dort auch keine Umleitung ausgeschildert. Anders bei der Salierbrücke in Speyer: „Die Umleitung funktioniert soweit.“ Lediglich die Sperrung der A61-Auffahrt aus Richtung Ludwigshafen im Kreuz Speyer führe zu Problemen auf der B 9 zwischen Speyer-Nord und dem Kreuz Speyer. Aus diesem Grund sei die Sperrung versuchsweise aufgehoben worden. „Die Verkehrslage wird weiter beobachtet“, erklärt das Regierungspräsidium. Es habe sich gezeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer aus Norden kommend nicht die ausgeschilderte Umleitung über die L 532 bei Schifferstadt nutzen, sondern an der Anschlussstelle Speyer-Nord von der B 9 abfahren, um sodann gleich in Fahrtrichtung Norden wieder auf die B 9 aufzufahren. Mitten in den zähfließenden Verkehr. Dabei sei es im Berufsverkehr an der Überleitung von der B 9 auf die A 61 vermehrt zu Rückstaus gekommen. „Keine Auffälligkeiten“ im Bereich der Rheinbrücke bei Germersheim, meldet die Polizeiinspektion Germersheim.

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