Kreis Germersheim „Nicht Gleichklang, sondern Zusammenklang“
In der Beethovenstraße 11 in Kandel feiern heute Wilhelm Folz und seine Ehefrau Margot geborene Scharfenberger das seltene Fest der „Eisernen Hochzeit“. Das bedeutet, dass das Jubelpaar 65 Jahre lang gemeinsam durchs Leben gegangen ist .
Begonnen hat das Zusammenleben von Wilhelm und Margot, als sie sich am 24. März 1953 zunächst auf dem Standesamt und dann in der Protestantischen Kirche von Frankensein, dem mitten im Pfälzerwald gelegenen Heimatort der Braut, ihr Jawort gaben. Der Bräutigam dagegen stammt aus Kaiserslautern und ist heute noch stolz darauf ein „waschechter Lauterer Bub und FCK-Anhänger“ zu sein. Kennen gelernt hat sich das Paar 1946 in einer Mädchenoberschule in Kaiserslautern. Dort musste der 1924 geborene junge Mann nach seiner Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft sein Abitur nachholen. „Gefunkt“ hat es zwischen den Beiden jedoch erst einige Jahre später als Wilhelm Folz als Betriebsprüfer beim Finanzamt Kaiserslautern dienstlich in Frankenstein zu tun hatte und seine ehemalige Mitschülerin wieder traf. Die hatte inzwischen ihre Prüfung an der Dolmetscherschule in Germersheim abgelegt und war im elterlichen Betrieb tätig. „Wenn mir zuvor jemand prophezeit hätte, dass Wilhelm und ich einmal ein Paar würden hätte ich ihn ausgelacht“, so Margot bei der Diamantenen Hochzeit. „Denn während unserer Schulzeit hat er mich überhaupt nicht beachtet.“ Nach der Hochzeit wohnte das Paar zunächst in Frankenstein. 1964 zog die Familie, zu der inzwischen auch eine Tochter gehörte, ins eigene Haus auf dem Bännnjerrück in Kaiserslautern. Nachdem das Anwesen Mutter und Vater Folz zu groß geworden war erwarb man – Wilhelm Folz hatte es inzwischen zum Steueroberamtsrat gebracht – im Jahr 2000 zunächst eine kleine Eigentumswohnung. Im Herbst 2012 zog man, da man der Tochter und den beiden Enkel nahe sein wollte, dann um nach Kandel. Schon bei der Diamantenen Hochzeit, die wenige Monate nach dem Umzug gefeiert wurde, betonte Wilhelm Folz, dass er und seine Frau immer gut zusammen gelebt haben. „Das heißt jedoch nicht, dass wir immer einer Meinung waren. Aber wir haben uns immer wieder zusammen gerauft“, so die Ehefrau, „getreu unserem Motto ,Harmonie bedeutet nicht Gleichklang sondern Zusammenklang’.“ Ähnlich drückten sich die Eheleute auch bei der Eisernen Hochzeit aus und betonten dabei immer wieder wie dankbar und wie glücklich sie für die lange ihnen bisher beschiedene gemeinsame Zeit sind. Drei Wünsche hatten Margot und Wilhelm Folz vor fünf Jahren geäußert. Sie wollten bald einen Urenkel in den Arm schließen, gesund bleiben und in zehn Jahren die „Gnadenhochzeit“ feiern. Der erste Wunsch hat sich erfüllt, gehören doch inzwischen sogar zwei Urenkel zur Familie. Zum zweiten Wunsch ist zu sagen, dass Wilhelm Folz noch sehr rüstig ist, dass es seiner drei Jahre jüngeren Frau, die er kräftig unterstützt, nicht ganz so gut wie ihm geht. Hilfe kommt natürlich auch von der Tochter und den beiden Enkel die immer da sind wenn sie gebraucht werden. Ob der dritte Wunsch auch erfüllt werden kann wird sich zeigen. „So lange meine Frau und ich noch jeden Tag eine halbe Stunde, wenn auch mit Rollatoren, spazieren gehen können, dürfen wir darauf noch immer hoffen“, so Folz unter dem Beifall seiner Frau und seiner Tochter.