Winden
Neuer Solarpark soll Strom für 420 Haushalte erzeugen
Vier Jahre lang wurde geplant, jetzt kann es losgehen. Der erste Spatenstich für den „Solarpark“ Winden wurde am Montag vorgenommen, mit den Arbeiten soll unmittelbar danach begonnen werden, kündigte Geschäftsführer Markus Brosch von der in Ingolstadt ansässigen Firma Anumar bei dieser Gelegenheit an. Anumar wolle mit den Gemeinden und Grundstückseigentümern gut zusammenarbeiten, so Brosch, denn „wir sind die Energiewende“.
Anumar errichtet auf einer 1,6 Hektar großen Fläche an der B427 am Ortseingang von Winden (aus Richtung Minfeld) eine Freiflächenphotovoltaikanlage. Sie soll eine Leistung von 1600 kWp (Kilowatt-Peak) erbringen. Mit dem hier erzeugten Solarstrom, so gibt die Firma Anumar an, könne man den Strombedarf von rund 420 Haushalten decken. Damit werden auch 1280 Tonnen Kohlendioxid vermieden, so Brosch.
Gemeinde ist an Gesellschaft beteiligt
Die neue PV-Freiflächenanlage wird durch eine eigens gegründete Gesellschaft betrieben, an der sich die Ortsgemeinde Winden mit 26 Prozent beteiligt. Die Investitionskosten liegen, so Geschäftsführer Brosch von „Anumar“, bei rund 900.000 Euro.
Auf den drei Grundstücken wurde bisher vor allem Mais angebaut. Die Eigentümer waren bald mit der Ortsgemeinde einig, das Gelände für diesen Zweck gegen eine Entschädigung zur Verfügung zu stellen. Die Ortsgemeinde Winden kalkuliert derzeit mit einem jährlichen Gewinnanteil von rund 5000 Euro. Doch dies sei nicht ausschlaggebend gewesen, sagte Ortsbürgermeister Peter Beutel. Schließlich gehe es um die nachhaltige und umweltfreundliche Energieerzeugung, auf die man im Augenblick mehr denn je angewiesen sei.
Beutel wirkte beim Spatenstich sichtlich erleichtert. Schließlich konnten alle planerischen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Zu überzeugen war zunächst die Landwirtschaftskammer, dann mussten der Regionale Raumordnungsplan und der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Firma Anumar sei schließlich, nach Absagen regionaler Anbieter, bereit gewesen, auf dieser doch recht kleinen Fläche von nur 1,6 Hektar diese Investition zu tätigen.
Schon Gedanken an Erweiterung
Allerdings denke man schon jetzt an eine Erweiterung, falls die Voraussetzungen hierfür geschaffen werden können. Schließlich hat die Zustimmung der Pfalzwerke, in deren 20kv-Leitung, die in unmittelbarer Nähe verläuft, der Strom eingespeist wird, doch längere Zeit in Anspruch genommen. Wie angekündigt, wird knapp die Hälfte der Fläche nicht mit Modulen überbaut. Sogar weniger als ein Prozent werden versiegelt.
Aus Sicherheitsgründen muss die Anlage eingezäunt werden. Die freie Fläche unter den Modulen wird eingesät und kann, wie in vielen Orten, entweder mit Schafen beweidet oder zweimal im Jahr gemäht werden. Wenn alles gut geht, dann will man sich in größerer Runde schon im Oktober wieder „Im Unteren Glockenzehnten“ treffen, um die Einweihung des „Solarparks Winden“ zu feiern. Den Imkern der Region bot Markus Brosch von Anumar die Zusammenarbeit ebenso an, wie er einen „Tag des offenen Solarparks“ für alle interessierten Bürger in Aussicht stellte.