VG Lingenfeld / Zeiskam
Monatliche Grundgebühr für Wasser steigt
Warum die Grundgebühr erneut steigt? Dafür seien gestiegene Energie- und Personalkosten sowie immer wieder vorkommende Wasserrohrbrüche verantwortlich, begründete Verbandsvorsteher Frank Leibeck (SPD) gegenüber der RHEINPFALZ. Der WZV, der die sechs Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Lingenfeld und die Ortsgemeinde Zeiskam mit Wasser versorgt, investiere stets, konnte dennoch „den Wasserpreis relativ konstant halten“, benötige aber auch „einen kleinen Puffer“. Wasserrohrbrüche im Dezember 2019 in Westheim haben übrigens das Jahresergebnis verhagelt: 2019 schloss mit einem Minus von gut 56.000 Euro ab, obwohl ein Plus von 4600 Euro prognostiziert war. 2021 stehen Erträgen von 1,935 Millionen Euro Aufwendungen von 1,901 Millionen Euro gegenüber. Somit beträgt der erwartete Jahresgewinn 34.000 Euro. 1,6 Millionen Euro will der WZV investieren.
Kostspieligste Projekte: Planung der Enthärtungsanlagen an den Wasserwerken in Weingarten und Zeiskam (400.000 Euro), Erneuerung der Hauptleitungen in der Gartenstraße in Lustadt und im Georg-Louis-Ring in Westheim (jeweils 300.000 Euro), Planung eines Tiefbrunnens in Weingarten (150.000 Euro), Erneuerung der Wasserversorgung in der Bahnhofstraße Zeiskam (125.000 Euro), Erschließung der Speyerer Straße bis Firma Keller in Lustadt (100.000 Euro), Erschließung der Bartholomäusstraße in Schwegenheim (75.000 Euro).
Werden alle Projekte verwirklicht, muss der WZV voraussichtlich Kredite von rund 1,229 Millionen Euro aufnehmen. Aber: Auch „in den letzten fünf Jahren“ waren hohe Kreditaufnahmen geplant, jedoch nicht nötig. Ein Acht-Millionen-Euro-Projekt ist nach derzeitigem Stand die Wasser-Enthärtung, die den Wasserpreis um 45 Cent je Kubikmeter, also von 1,35 auf 1,80 Euro, künftig erhöht. Pläne für die Anlagen in Weingarten und Zeiskam liegen vor – und müssen nun mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd abgestimmt werden.
Leibeck will auch mit dem Trinkwasserverbund Bründelsberg, dem der WZV angehört und der die Versorgung in Notzeiten sichern soll, sprechen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Anlagen, sollte alles optimal laufen, in zwei Jahren – falls nicht, in drei Jahren – in Betrieb gehen können. Um die Versorgungssicherheit auch künftig gewährleisten zu können, muss ein neuer Tiefbrunnen am Wasserwerk Weingarten gebaut werden. Grund: Einer der beiden Brunnen in Weingarten, der Brunnen III, der 1962 gebaut wurde und bis Ende 2026 mit einer Entnahmemenge von 72 Kubikmeter pro Stunde betrieben werden darf, liefert seit 1976 (60 Kubikmeter) nicht mehr die gewünschte Fördermenge, die sich 2018 auf 40 Kubikmeter weiter reduziert hat. Die Kosten beziffert Leibeck auf „knapp 700.000 Euro“. Auch hier liegt ein Plan vor, der mit der SGD Süd abzustimmen ist.