Kreis Germersheim Mit dem PC ins Heimatmuseum
«Freckenfeld/Schaidt.» Sonntag, kurz vor zehn Uhr. Das Schild „Museum geöffnet“ steht bereits an der Hauptstraße vor der „Dampfnudelpassage“ in Freckenfeld. Drinnen treffen wir auf Bernd und Walter Thürwächter, die das Freckenfelder Heimatmuseum bereits geöffnet haben. Alles ist vorbereitet für „Radel ins Museum“, den „Tag der offenen Museen Südpfalz“. Im Landkreis Germersheim und angrenzenden Gemeinden des Kreises Südliche Weinstraße gab es kostenlosen Zugang zu 27 größeren und kleineren Museen, In den vergangenen Tagen hat die kleiner gewordene Gruppe der ehrenamtlichen Museumsfreunde alles auf „Vordermann“ gebracht. Michael Hutfluss, der Vereinsvorsitzende, kommt aus dem Sitzungssaal hinzu, in dem wenig später ein Gottesdienst mit Pfarrer Kleppel stattfindet. Man musste an allerhand denken, so erzählen die drei Aktiven und auch, dass der Platz für die vielen Exponate schon nicht mehr ausreicht. Digitales Archiv aufbauen Im Obergeschoss des Gemeindehauses ist das Heimatmuseum aufgebaut. Der Verein, 1996 gegründet, hatte mit großer Begeisterung viele interessante Stücke zusammengetragen, ehe man das Museum 1997 dann eröffnen konnte. Leider seien einige Helfer der ersten Stunde zwischenzeitlich nicht mehr dabei, was der Begeisterung der Akteure aber keinen Abbruch tut. Michael Hutfluss denkt an den Aufbau eines digitalen Archivs, auch weil man hier schneller „fündig“ werden könnte. Die Suche nach Unterlagen gestalte sich derzeit doch sehr schwierig, vor allem auch, weil diese auf verschiedene Stellen verteilt sind und niemand so genau wisse, wo man am besten nach einem Dokument oder einer Urkunde suchen solle. Tatkräftige Unterstützung findet der Museumsverein auch in diesem Jahr wieder durch die Mitglieder des Chores „SingFonia“. Sie übernehmen die Bewirtung der Gäste am Sonntag, so dass die Männer vom Heimatmuseum Zeit finden, alle Besucher zu informieren und deren Fragen zu beantworten. Und um es gleich vorwegzunehmen: „Radel ins Museum“ stand am Sonntag vor allem auf den Prospekten, mit denen für die Veranstaltung geworben wurde. Die Zahl der Radler hielt sich indes in Grenzen, das Wetter war nicht so einladend. Aber die Museen durften ja auch Fußgänger oder Autofahrer besuchen! Spielen mit altem Spielzeug Wenige Kilometer weiter westlich treffen wir auf dem Parkplatz am Bürgerhaus Thomas Kirschenmann, der gerade zwei Kassen ins Schaidter Bürgerhaus trägt. Auch das „Viehstrichmuseum“ hat geöffnet. Und der rührige Vorsitzende des „Fördervereins Heimatmuseum und Brauchtum Schaidt“ hat alles vorbereitet. Auf dem Tresen liegen die Namensschilder der Helfer, die sich an diesem Tag bereithalten: Eingeteilt sind Rainer Gieseker, Marika und Walter Guckert, Sabine und Karlheinz Herndler, Emmi Hohl, Georg Philipp und auch Tanja Kirschenmann und Erhard Kuntz. An der Kuchentheke steht die zweite Vorsitzende Roswitha Heinz, die mit anderen für Kaffee und Kuchen gesorgt hatte, um die Besucher zu bewirten. Und diese nehmen das Angebot an, sie nutzen auch die Gelegenheit, wieder einmal zu spielen. Karlheinz Herndler ist unterdessen tatkräftig dabei, die drei neuen Vitrinen an Ort und Stelle zu bringen. Sie wurden von Vereinsmitglied Gerhard Ehrstein noch für diesen Tag geschreinert und von Georg Philipp lackiert. Denn für die Sonderausstellung „Alte Sportgeräte und altes Spielzeug“ waren Exponate gespendet oder als Leihgaben zur Verfügung gestellt worden, die man gut präsentieren wollte. Wörther Museen digital vernetzen Und hier verwies Thomas Kirschenmann auf eine Besonderheit. Vieles von dem, was sich im Obergeschoss des Bürgerhauses befindet, kann auch im „Digitalen Museum Schaidt“ bestaunt werden. Als einziges Heimatmuseum in der Pfalz gehört das „Viehstrichmuseum“ nämlich zu einem Verbund der „Topotheken“ (Internetadresse: schaidt.topothek.de). Es sei beabsichtigt, so Kirschenmann, dass sich die Heimatmuseen aller vier Ortsbezirke der Stadt Wörth hier stärker vernetzen, vielleicht auch thematische Schwerpunkte setzen, um für Besucher noch attraktiver zu werden. Aber das sei im Augenblick noch Zukunftsmusik, doch man wolle in dieser Richtung am Ball bleiben, und hoffe auf eine gute Resonanz. Wer sich die Sonderschau zu Spielzeugen und Sportgeräten in Schaidt letzten Sonntag nicht anschauen konnte, der hat am Kerwesonntag, 14. Juli, dazu nochmals Gelegenheit. Auch das Freckenfelder Heimatmuseum hat an der Kerwe im Oktober geöffnet, führt Gruppen oder Einzelpersonen auf Wunsch auch durch seine liebevoll aufgebaute Dauerausstellung.