Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Miller & Monroe“ wegen Zahlungsunfähigkeit am Ende

Seit einigen Tagen geschlossen. Die „Miller & Monroe“-Filiale in Germersheim. Wie es weiter geht, ist ungewiss. Foto: van
Seit einigen Tagen geschlossen. Die »Miller & Monroe«-Filiale in Germersheim. Wie es weiter geht, ist ungewiss.

Die Filialen der Textilmarkt-Kette „Miller & Monroe“ in Germersheim und Bornheim sind am 1. Juni mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Ladenbetreibers Vidrea Deutschland GmbH geschlossen worden. Das teilte am Mittwochabend der Insolvenzverwalter, Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler, Stuttgart, mit (wir berichteten am Mittwoch bereits online). Über die drohende Schließung berichteten wir am 9. Mai. Wie es mit den Läden weitergeht, sei noch unklar, da derzeit noch Vertragsverhandlungen mit möglichen Nachmietern liefen, teilte Sedlitz auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit. Mit wem verhandelt wird, wurde nicht mitgeteilt. Ziel sei es, dass ein Nachmieter auch die Mitarbeiter übernimmt. Wie viele es zuletzt waren, wurde auf Anfrage auch nicht mitgeteilt. Früheren Angaben zufolge waren es neun in Germersheim und acht in Bornheim.

Sanierung in Eigenregie nicht möglich

Eine Fortführung der „Miller & Monroe“-Filialen ist laut Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz wirtschaftlich undenkbar. „Die Verlustsituation und umfangreiche Probleme mit den Vermietern wegen ausstehender Mietraten ließen eine Sanierung des Geschäftsbetriebes in Eigenregie leider nicht zu“, heißt es in seiner Pressemitteilung.

Die Lösung sei nun eine in der Umsetzung befindliche Vereinbarung zwischen Sedlitz und den Einzelhandelsunternehmen KiK, Tedi und Woolworth. Die Insolvenzverwaltung unterstütze diese drei Unternehmen dabei, für möglichst viele der durch „Miller & Monroe“ aufgegebenen Filialen einen eigenen Mietvertrag abzuschließen. KiK, Tedi und Woolworth hätten zugesagt, den bisherigen Mitarbeitern der betroffenen „Miller & Monroe“-Filialen, für die ein Mietvertrag zustande kommt, einen Arbeitsplatz in künftig neu eröffneten Filialen der eigenen Unternehmen anzubieten.

Nachmieter sollen auch Mitarbeiter übernehmen

Für etwa 80 „Miller & Monroe“-Filialen stehe bereits fest, dass KiK, Tedi oder Woolworth sie nicht übernehmen werden. Hier werde über eine ergänzende Lösung mit der Vidrea-Muttergesellschaft aus den Niederlanden versucht, einen Mietvertrag zu erhalten und die jeweiligen Mitarbeiter zu übernehmen. „Momentan gehen wir davon aus, dass viele der rund 1500 Filialmitarbeiter im Rahmen der gefundenen Lösung eine neue Anstellung bekommen werden“, so Sedlitz. Bei allen anderen Nachmietern der Filialen werde ebenfalls versucht, eine Anstellung der Mitarbeiter zu erreichen.

Als 2017 bekannt wurde, dass die Vorgängerin von „Miller & Monroe“, die Schweizer Modemarktkette Vögele, die ihre deutschen Filialen abgeben wollte, waren Kik, Woolworth und Tedi sowie die italienische Marke Upim, eine Vertriebslinie des Modekonzerns OVS, ebenfalls schon im Gespräch für die Übernahme.

Antrag auf Nutzungsänderung 2017 abgelehnt

Der Eigentümer der Germersheimer Immobilie hatte damals bei der Stadt eigens eine Nutzungsänderung für Waren aller Art des täglichen Ge- und Verbrauchs beantragt. Der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss hat dies allerdings mit Hinweis auf den Schutz des künftigen Einzelhandels in der zu dem Zeitpunkt noch im Umbau befindlichen Stadtkaserne abgelehnt (wir berichteten am 30. Juni 2017).

Doch dann hat sich Vidrea Retail durchgesetzt, die nach damaligen Presseberichten in Deutschland knapp 200 Vögele-Filialen mit 1800 Mitarbeitern übernommen habe.

Wie sich die Bilder gleichen. Bevor „Miller & Monroe“ einzog, musste 2018 die Vögele-Filiale schließen.  Foto: van
Wie sich die Bilder gleichen. Bevor »Miller & Monroe« einzog, musste 2018 die Vögele-Filiale schließen.
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