Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Geld für Vereine

Kein Kick für Amateure in Corona-Zeiten. Folge: keine zahlenden Zuschauer. Das bedeutet Einnahmenausfälle. Die Gemeinde will hel
Kein Kick für Amateure in Corona-Zeiten. Folge: keine zahlenden Zuschauer. Das bedeutet Einnahmenausfälle. Die Gemeinde will helfen.

WESTHEIM. Zwei Kompromisse hat der Ortsgemeinderat Westheim beschlossen: 2021 soll es etwas mehr Geld für Vereine und die Weiterbildung von Rats- und Ausschussmitgliedern geben – aber weniger als von der SPD-Fraktion beantragt. Ein weiterer Antrag hatte sich schon erledigt.

Die SPD wollte den Haushaltsansatz zur Förderung von Sport und Jugendarbeit von 7200 auf 10.200 Euro aufstocken, um Vereine wegen Einnahmeausfällen während der Corona-Pandemie zu unterstützen. Heinz Rankel (CDU) stimmte mit den sechs Genossen. Seine Begründung: „Ich bin ein Vereinsmensch. Vereine brauchen Geld.“ Die FWG lehnte eine Erhöhung um 3000 Euro mit acht Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen ab.

Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) betonte gegenüber der RHEINPFALZ, dass neben den im Etat eingestellten 7200 Euro weiteres Geld für Vereine über die Musik- sowie die Heimat- und Kulturpflege – darüber hinaus über ihre Verfügungsmittel bereitgestellt werde, sodass „kein Verein hinten runterfällt“. Aber: Sie sieht auch das Land und die Vereine selbst in der Pflicht, etwas zu tun. Als Positivbeispiel nannte sie den Turnverein, der eine Kerwe-Tüte angeboten und weihnachtliche Waren verkauft hatte. Zudem sei noch kein Verein wegen akuter Geldsorgen auf die Gemeinde zugekommen. Als Kompromiss schlug Grabau vor, den Ansatz um 800 auf 8000 Euro zu erhöhen – und im zuständigen Ausschuss über die Verteilung zu beraten. Zehn Ratsmitglieder votierten dafür, sieben enthielten sich.

Mehr Geld für Ausbildung von Gemeindevertretern

Weil 2020 alle Schulungen wegen der Pandemie abgesagt worden waren und die SPD Nachholbedarf sah, wollte die Fraktion den Ansatz für die Weiterbildung von Rats- und Ausschussmitgliedern von 1500 auf 5000 Euro erhöhen. Grabau findet Weiterbildung „gut und auch notwendig“, hielt eine Erhöhung um 3500 Euro aber für „sehr überdimensioniert“. Auch der Rat lehnte das mit zehn Nein-Stimmen bei einer Enthaltung mehrheitlich ab. Mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen nahm er dagegen Grabaus Gütevorschlag, auf 3200 Euro zu erhöhen, mehrheitlich an. Kurios: Fünf SPD-Vertreter stimmten gegen die Erhöhung um 1700 Euro.

Den Antrag, 2000 Euro bereitzustellen, um die Sitzbank am Feldweg Richtung Lustadt zu erneuern, zog die SPD wieder zurück: Eine neue Bank sei bereits bestellt, betonte Grabau. Sie fand den Antrag aber auch „seltsam“. Denn: Die SPD habe die Bank 2003 gespendet. Aufgefallen sei ihr auch, dass die SPD einerseits (beim Hirschgraben, wir berichteten) Geld einsparen, andererseits aber auch wieder mehr Geld ausgeben wolle. Stefan Leinenbach (FWG) hätte es besser gefunden, wenn die SPD schon im Finanzausschuss die Themen angesprochen hätte.

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